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Onlinehandel: Amazon bekommt in den USA erstmals eine Gewerkschaft

Amazon will die Wahl der zur ersten Gewerkschaft in einem Versandzentrum anfechten. Es habe Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gegeben.
/ Ingo Pakalski
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Christian Smalls freut sich als Gewerkschaftsvertreter über die Wahl der ersten Gewerkschaft in einem Versandzentrum bei Amazon in den USA. (Bild: Andrea Renault/AFP via Getty Images)
Christian Smalls freut sich als Gewerkschaftsvertreter über die Wahl der ersten Gewerkschaft in einem Versandzentrum bei Amazon in den USA. Bild: Andrea Renault/AFP via Getty Images

In den USA ist es Amazon-Beschäftigten in einem Versandzentrum erstmals in der Geschichte des Unternehmens gelungen, eine Gewerkschaft zu gründen. In einem Logistikzentrum im New Yorker Stadtteil Staten Island hat sich eine Mehrheit von 55 Prozent der Beschäftigten für die Gründung einer Gewerkschaft ausgesprochen. Das berichten unter anderem übereinstimmend Business Insider(öffnet im neuen Fenster) , das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) und CNBC(öffnet im neuen Fenster) .

In der Vergangenheit haben Beschäftigte in Amazons Versandzentren in den USA immer wieder Versuche unternommen, eine Gewerkschaft zu gründen, sind damit allerdings wiederholt gescheitert. Amazon hat bisher darum gekämpft, keine Gewerkschaften in seinem Unternehmen zuzulassen. Amazon ist der zweitgrößte Arbeitgeber in den USA – nach der Supermarktkette Walmart.

Die erste Gewerkschaft bei Amazon trägt die Bezeichnung Amazon Labor Union und wird mit ALU abgekürzt. Beobachter gehen davon aus, dass Beschäftigte in weiteren Amazon-Versandzentren in den USA Gewerkschaften gründen werden. Die Beschäftigten eines weiteren Amazon-Versandzentrums in Staten Island wollen in den kommenden Wochen über die Wahl einer Gewerkschaft abstimmen.

Amazon will Gewerkschaftswahl anfechten

In einer Stellungnahme von Amazon(öffnet im neuen Fenster) heißt es dazu: "Wir sind enttäuscht über den Ausgang der Wahl in Staten Island, weil wir glauben, dass eine direkte Beziehung zum Unternehmen das Beste für unsere Mitarbeiter ist."

Das Unternehmen prüfe, ob die Gewerkschaftswahl angefochten werden könne. Amazon sowie die National Retail Federation und die U.S. Chamber of Commerce hätten eine unzulässige Beeinflussung der Wahl durch die Arbeitsrechtsbehörde National Labor Relations Board NLRB beobachtet.

Christian Smalls im Kampf mit Amazon

Die Amazon Labor Union wird vom ehemaligen Amazon-Beschäftigten Christian Smalls(öffnet im neuen Fenster) als Präsident geleitet. Er arbeitete bis 2020 in einem Versandlager bei Amazon und wurde entlassen, nachdem er eine Arbeitsniederlegung organisiert hatte, weil er Amazon vorwarf, Beschäftigte nicht ausreichend vor einer Coronainfektion geschützt zu haben. Die Kündigung wurde damit begründet, dass sich Smalls nicht an die Corona-Schutzmaßnahmen des Unternehmens gehalten habe.

Laut einem Vice-Bericht von 2020(öffnet im neuen Fenster) hat Amazon danach alles unternommen, um Smalls' Ruf zu schädigen, um so die Wahl einer Gewerkschaft in einem Versandzentrum zu verhindern.


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