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Onlinehandel: Amazon-Arbeiter streiken fast bundesweit

Heute und morgen sind Feiertage in einigen Bundesländern. Der Streik legt demnach die meisten verbliebenen Verteilzentren bei Amazon lahm.

Artikel veröffentlicht am ,
Amazon-Standort in Koblenz
Amazon-Standort in Koblenz (Bild: Wolfgang Rattay/Reuters)

In fünf Standorten von Amazon wird heute wieder gestreikt. Betroffen von dem Arbeitskampf sind Rheinberg und Werne im Bundesland Nordrhein-Westfalen, Graben in Bayern, Bad Hersfeld in Hessen und Koblenz in Rheinland-Pfalz. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 31. Oktober 2016 bekannt. In Bad Hersfeld und Koblenz haben die Streiks bereits Sonntagnacht begonnen.

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Wegen des Feiertags Allerheiligen in einigen Bundesländern am 1. November sei in den Versandzentren ein hohes Bestellvolumen aufgelaufen. Die Streiks würden "erneut deutliche Wirkung zeigen". Zudem ist heute Reformationstag und damit gesetzlicher Feiertag in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

In Bad Hersfeld dauern die Arbeitsniederlegungen den ganzen Tag bis zum Ende der Spätschicht an und betreffen beide Verteilzentren, FRA1 und FRA3.

"Amazon ist weiter auf Expansionskurs und investiert viel Geld in den Ausbau und die Modernisierung der Lager und der Auslieferung. Doch bei den Mitarbeitern wird gespart", sagte die für Bad Hersfeld zuständige Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. "Gerade in Deutschland ist Amazon sehr erfolgreich und hat das Potenzial, wie von Verdi gefordert, nach den Tarifverträgen des Einzel- und Versandhandels zu bezahlen."

Neuer Standort in Dortmund

So will Amazon in Dortmund für 27 Millionen Euro ein neues Logistikzentrum bauen. Damit sollen mindestens 1.000 Arbeitsplätze entstehen. Nach einigen Jahren könnten dort rund 2.000 Personen arbeiten. Das Durchschnittsgehalt eines neuen Mitarbeiters liegt laut Konzernangaben bei rund 10,30 Euro brutto pro Stunde. Zusätzlich gibt es leistungsbezogene Prämien, eine Sonderzahlung zu Weihnachten, Mitarbeiter-Aktienbeteiligungen, Versicherungen, einen Pensionsfonds und Personalrabatte.

Bei den Streiks bei Amazon geht es den Beschäftigten um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag. Nach Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel etwa in Sachsen bekämen die Amazon-Mitarbeiter 30 Arbeitstage Urlaub und ein Urlaubsgeld von 1.075 Euro. Weihnachtsgeld in Höhe von 1.013 Euro, eine 38-Stunden-Woche und sechs Wochen Urlaub seien in der Branche üblich. Amazon zahlt kein Urlaubsgeld und gewährt seit dem Jahr 2016 nur noch 28 Arbeitstage Urlaub.

Nachtrag vom 31. Oktober 2016, 14:32 Uhr

Amazon-Sprecherin Anette Nachbar sagte Golem.de: "Insgesamt haben sich deutschlandweit an fünf Standorten (Rheinberg, Werne, Koblenz, Bad Hersfeld, Graben) weniger als 960 Mitarbeiter der Frühschicht beteiligt." Deutschlandweit würden seit August 2016 insgesamt mehr als 13.000 Saisonarbeitskräfte rekrutiert.

Aufgrund der Streiks hat Amazon rückwirkend zum 1. September 2016 an allen deutschen Standorten die Löhne zwischen 2,1 und 3,75 Prozent angepasst. Der Basislohn liege nun bei umgerechnet 10,30 Euro brutto pro Stunde und höher.

Nachtrag vom 31. Oktober 2016, 17:09 Uhr

Verdi-Sprecherin Eva Völpel sagte Golem.de: "Heute waren insgesamt rund 1.500 Beschäftigte im Streik."



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Teebecher 02. Nov 2016

Evtl. hast Du ein Studium, er hat die Zeit nur mit Feiern verbracht, hat keinen...

Palerider 01. Nov 2016

Und wenn man den Einblick nicht hat: zumindest hoch spekulativ. Diese spekulative...

Thomas 01. Nov 2016

Amazon bietet für Marketplace-Händler die komplette Abwicklung des Fulfillment-Prozesses...

PaBa 31. Okt 2016

IMHO: So lange es bei ver.di keinen Tarif gibt, ist deren Bemühen einen Tarif bei Amazon...

Rheanx 31. Okt 2016

Warum sollte der Kunde davon auch was merken??? Zum einen arbeiten jetzt schon mehrere...


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