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Onlinebank: Finanzaufsicht findet gravierende Mängel bei N26

Die Bafin meint, N26 könne das Kundenwachstum nicht handhaben. Auch Vorgaben zu Betrugsfällen würden bei N26 nicht eingehalten.
/ Achim Sawall
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Die N26-Gründer, Maximilian Tayenthal (links) und Valentin Stalf (Bild: N26)
Die N26-Gründer, Maximilian Tayenthal (links) und Valentin Stalf Bild: N26

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat bei der Onlinebank N26 bei ihrer jüngsten Sonderprüfung teils gravierende Mängel festgestellt. Das sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) . Aus Sicht der Bafin sei N26 nicht in der Lage, weiteres Kundenwachstum angemessen zu managen. Zudem habe N26 zum wiederholten Mal die Vorgaben zur Reduktion von Betrugsfällen nicht eingehalten.

Der Bank wurden deshalb weitere Maßnahmen angedroht, unter anderem erwäge die Bafin, zwei Geschäftsleiter von N26 zu verwarnen. Die beiden Gründer und Co-Chefs Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal sprechen Finanzkreisen zufolge aktuell mit dem Aufsichtsrat und Investoren über einen möglichen Rückzug. Die Kritik an Stalf und Tayenthal hat Finanzkreisen zufolge vor allem aufgrund der jüngsten Mängelliste der Bafin zugenommen.

Aktuell sitzen im Aufsichtsrat neben dem Vorsitzenden Marcus Mosen mit Jörg Gerbig, Déborah Carlson-Burkart und Peter Kleinschmidt noch drei weitere Mitglieder. Für eine Bank mit mehr als vier Millionen Kunden ist der Aufsichtsrat damit relativ klein. N26 habe bereits mehrere Kandidaten im Auge, die das Kontrollgremium verstärken könnten, heißt es in Finanzkreisen. Finale Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen.

N26-Sprecher mit leerem Statement

Die Bafin wollte sich dazu nicht äußern. Ein N26-Sprecher erklärte, die Bank sei regelmäßig und zu einer Vielzahl an Themen im Austausch mit der Bafin, darunter zu den Ergebnissen von Routineprüfungen. "Sollten im Rahmen dieses Austauschs Punkte adressiert werden, die eine genauere Betrachtung erforderlich machen, nehmen wir uns dieser Themen schnellstmöglich und in vollem Umfang an" , sagte er.

N26: bald 9 Millionen Kunden?

Basierend auf der aktuellen Entwicklung werde N26 bis Ende 2025 voraussichtlich rund 8,7 Millionen Kunden erreichen, erklärte Statista(öffnet im neuen Fenster) .

N26 gehört zu den sogenannten Smartphone-Banken, deren Kernangebot eine Banking-App für das Mobiltelefon ist. Diese Geldhäuser werden auch als Neobanken bezeichnet. Zu den Investoren, die an N26 beteiligt sind, gehören unter anderem der deutsche Versicherungskonzern Allianz, der Staatsfonds GIC aus Singapur, der chinesische Internetkonzern Tencent, Earlybird und der Investor Peter Thiel.


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