Onlineanzeigen: Weitere Wettbewerbsklage der US-Regierung gegen Google
Die Wettbewerbshüter der US-Regierung verstärken den Druck auf Google mit einer zweiten Klage. Diesmal werfen sie dem Internetunternehmen unfairen Wettbewerb im Onlinewerbemarkt vor. In der Klageschrift(öffnet im neuen Fenster) fordert das US-Justizministerium unter anderem eine Zerschlagung von Googles Geschäftsbereich, in dem die Onlineanzeigenabteilung gebündelt ist.
Google habe zu illegalen Methoden gegriffen, um jede Bedrohung für die eigene Dominanz des Online-Werbemarktes aus dem Weg zu räumen, hieß es in der Klage. Unter anderem habe das Unternehmen potenzielle Rivalen frühzeitig aufgekauft. Durch das Vorgehen Googles verdienten Websitebetreiber weniger und Werbekunden müssten mehr zahlen. Damit schade der Konzern am Ende allen.
Google konterte(öffnet im neuen Fenster) , die Regierung versuche, "Gewinner und Verlierer im hart umkämpften Sektor der Werbetechnologie zu bestimmen" . Sie stütze sich dabei auf eine fehlerhafte Argumentation, die Innovationen verlangsamen, Werbekosten erhöhen und tausenden kleinen Unternehmen das Wachstum erschweren würde.
Ad-Tech-Markt im Visier der Behörden
Justizminister Merrick Garland wies die Kritik zurück: "Wir bestimmen nicht Gewinner oder Verlierer, wir nehmen uns diejenigen vor, die gegen Wettbewerbsregeln verstoßen." Die Klage fokussiert sich auf den Ad-Tech-Markt – vor allem die Technologien für Auktionen, in denen Anzeigenplätze in kürzester Zeit versteigert werden, bevor eine Webseite Nutzern angezeigt wird.
Das Justizministerium wirft Google vor, unter anderem durch den Kauf der Firma Doubleclick 2008 ein System geschaffen zu haben, in dem der Konzern alle Elemente wie die Verwaltung der freien Werbeplätze auf Websites, die Platzierung der Anzeigen von Werbekunden sowie die Versteigerungen kontrolliere. Das Unternehme habe eine "mit Absicht irreführende Black-Box geschaffen, in der Google die Regeln für Auktionen zum eigenen Vorteil setzt" , heißt es in der Klage.
Google führt zur Verteidigung eine starke Konkurrenz an
Google verwies in einem Blogeintrag darauf, dass die Konkurrenz durch Microsoft, Amazon, Apple und Tiktok zunehme. Auch gebe es viele spezialisierte Ad-Tech-Unternehmen.
Ein Einschreiten der US-Regierung hatte sich bereits seit einiger Zeit abgezeichnet. Das Wall Street Journal berichtete im Sommer 2022, Google habe dem Justizministerium als Zugeständnis angeboten, die Ad-Tech-Sparte in ein separates Unternehmen auszulagern. Es sollte demnach allerdings unter dem Dach der Konzern-Holding Alphabet eine Google-Schwesterfirma bleiben. Das Entgegenkommen ging der Regierung nicht weit genug.
Laufende Klage der US-Regierung gegen Google
In der ersten Klage vom Herbst 2020 hatte die US-Regierung noch zu Zeiten des damaligen Präsidenten Donald Trump Google Wettbewerbsverstöße im Geschäft mit der Onlinesuche vorgeworfen . So hieß es, das Unternehmen verhandle spezielle Verträge mit Smartphoneanbietern und Netzbetreibern, um seiner Suchmaschine eine Sonderstellung zu verschaffen. Google weist die Vorwürfe zurück. Der Prozess dazu soll dieses Jahr beginnen.
Der neuen Klage schlossen sich mehrere US-Bundesstaaten an. Darunter ist neben New York auch Kalifornien, wo Google sein Hauptquartier hat. Einige Bundesstaaten strengten in den vergangenen Jahren bereits eigene Klagen gegen Google an. Das Unternehmen verwies aktuell darauf, dass die neue Klage des Justizministeriums eng an eine Klage des texanischen Generalstaatsanwalts Ken Paxton anknüpfe, die in weiten Teilen von einem Gericht abgewiesen worden sei.
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