Online-Speicherdienst: Spideroak will vor Durchsuchungen warnen

Kunden des Online-Speicherdienstes Spideroak sollen gewarnt werden, sollten Strafverfolgungsbehörden oder Geheimdienste versuchen, den Dienst zu kompromittieren. Da es dem Dienst nach US-Recht aber verboten ist, über National Security Letters öffentlich zu sprechen, geht Spideroak einen ungewöhnlichen Weg: Auf einer Webseite(öffnet im neuen Fenster) soll kontinuierlich mitgeteilt werden, dass alles in Ordnung ist. Sollte Spideroak gezwungen werden, Kundendaten auszuhändigen, soll die Webseite nicht mehr aktualisiert werden.
Als Vergleich verwendet Spideroak(öffnet im neuen Fenster) die früher von Bergleuten in die Minen mitgenommenen Kanarienvögel. Starb ein Vogel, war das ein Zeichen dafür, dass die Atemluft in dem Minenschacht vergiftet war.
Ähnlich soll das Warnsystem von Spideroak funktionieren. Auf der Webseite wird Kunden mitgeteilt, dass alles in Ordnung sei. Um die Aktualität der Webseite zu verifizieren, wird eine Nachrichtenschlagzeile eingeblendet. Sollte die Webseite nicht in dem vorgegebenen Zeitraum aktualisiert werden, soll das ein Hinweis sein, dass der Dienst kompromittiert ist.
Drei Signaturen aus aller Welt
Die Aktualisierung müsse von drei Spideroak-Mitarbeitern gleichzeitig signiert werden, so der Online-Speicherdienst. Diese befinden sich an verschiedenen Orten auf der Welt. Um zu verhindern, dass der Alarm ausgelöst wird, müssten Einbrecher alle drei Mitarbeiter dazu bringen, gleichzeitig die entsprechende Aktualisierung auszulösen.
Die Webseite sollte zunächst monatlich aktualisiert werden. Es werde aber sicher länger dauern, bis das Unternehmen seine Gegenwehr gegen einen Durchsuchungsbeschluss ausgereizt habe. Deshalb wird die Webseite alle sechs Monate aufgefrischt. Das klinge nach einer erheblichen Zeitspanne, es sei aber die beste Kompromisslösung, schreibt das Unternehmen. Denn sollte sich der Status der Webseite ändern, bedeute das auch das Aus für Spideroak.
Spideroak wurde jüngst von Whistleblower Edward Snowden empfohlen . Der Dienst wirbt mit Zero Knowledge, sprich das Unternehmen selbst habe keinerlei Zugriff auf die dort gespeicherten Daten und könne sie auch nicht herausgeben, selbst wenn ein National Security Letter vorliegt. Sollten Strafverfolgungsbehörden jedoch einen Durchsuchungsbeschluss durchsetzen, könnte Spideroak gezwungen werden, eine Hintertür in seinen Dienst einzubauen. Das soll durch das Frühwarnsystem verhindert werden.



