Online-Profile: Löschen bei Facebook und Amazon weiter schwer möglich

Ein Nutzerprofil bei Facebook, Yahoo und Amazon zu löschen, ist weiterhin nur schwer möglich. Das ergab ein Test des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV). Seit dem Test im Jahr 2011 gab es kaum Verbesserung, wie die Verbraucherschützer am 29. Mai 2013 mitteilten (PDF)(öffnet im neuen Fenster) .
Nur 8 von 19 untersuchten Plattformen bieten die Löschmöglichkeit dort an, wo die meisten Nutzer sie erwarten: in den Kontoeinstellungen oder Profilinformationen. Bei sieben weiteren Seiten, darunter die sozialen Netzwerke Facebook, Xing und der Onlineshop Amazon, finden Nutzer nur über die Hilfe-Funktion heraus, wie sie ihr Profil entfernen können. Bei den Onlineshops Weltbild und Otto ist das Löschen überhaupt nicht möglich.
"Das Löschen muss so einfach wie das Anmelden sein. Wir brauchen ein durchsetzbares Recht auf die Löschung persönlicher Daten. Dafür muss sich die Bundesregierung in der EU einsetzen" , sagte VZBV-Vorstand Gerd Billen. Derzeit arbeitet die EU an einer Datenschutz-Grundverordnung. Der aktuelle Textentwurf sieht unter anderem das "Recht auf Vergessenwerden" vor. Der VZBV fordert, dass Nutzer immer das Recht haben müssen, ihre Daten zu löschen.
Der Jurastudent Max Schrems aus Wien hatte gefordert , Facebook möge ihm all seine Daten aushändigen. Laut Artikel 12 der Europäischen Datenschutzrichtlinie, auf die sich auch Facebook beruft, ist das sein Recht. Er bekam eine CD-ROM zugeschickt, auf der sich eine PDF-Datei mit rund 1.200 Seiten befand. Schrems ist davon überzeugt, dass Informationen in der PDF-Datei enthalten waren, die er selbst längst gelöscht hatte. Er gründete die Initiative Europe versus Facebook.