Online-Marktplatz: Dawanda macht Schluss, Verkäufer können zu Etsy wechseln

Der Online-Marktplatz Dawanda hat es nicht geschafft. Ende August wird das Dawanda-Angebot nach fast zwölf Jahren eingestellt. Verkäufern wird ein Wechsel zum Konkurrenten Etsy empfohlen, die Dawanda-Belegschaft wird entlassen.

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Dawanda-Verkäufer sollen zu Etsy wechseln.
Dawanda-Verkäufer sollen zu Etsy wechseln. (Bild: Paul Zimmerman/Getty Images for NASDAQ)

Am 30. August 2018 schließt Dawanda seine digitalen Pforten. Der Online-Marktplatz hat eingestanden, keine Perspektive mehr zu sehen. Vermutlich ist der Konkurrenzdruck durch Plattformen wie Amazon und Ebay, aber auch Etsy zu groß geworden. Erste Probleme bei Dawanda zeichneten sich bereits ab, als der Online-Marktplatz genau vor einem Jahr 60 Prozent der Dawanda-Mitarbeiter entlassen hat. Mit diesem Schritt sollte das Unternehmen wieder in die Gewinnzone gebracht werden - der Plan ist gescheitert.

Die Dawanda-Geschäftsführung hat zusammen mit den Gesellschaftern des Unternehmens die Schließung das Marktplatzes beschlossen. "Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, in Dawanda steckt viel Herzblut", sagt Claudia Helming, Gründerin und Geschäftsführerin von Dawanda. Helming ist sich sicher, dass es Dawanda "nicht gelingen wird, das Wachstum weiter voranzutreiben". Nach ihrer Auffassung habe Dawanda den Verkauf selbstgemachter Produkte in Europa "salonfähig gemacht und handgemachte Produkte als neue Kategorie im E-Commerce etabliert". "Darum müssen wir jetzt handeln - um unseren Verkäufern auch langfristig das Bestehen ihrer Unternehmen, ihre Einkommen und weiteres Wachstum zu sichern", begründet Helming das Dawanda-Aus.

Damit Dawanda-Verkäufer ihr Geschäft fortführen können, hat das Berliner Unternehmen eine Zusammenarbeit mit dem US-Konkurrenten Etsy beschlossen. In Kürze sollen Verkäufer auf Dawanda ein Werkzeug erhalten, um ihren kompletten Online-Shop kostenfrei auf die Plattform von Etsy zu übertragen. Der eigene Shop-Auftritt soll nahtlos in die neue Plattform integriert werden. Sogar Kundenbewertungen sollen übernommen werden. Nach dem 30. August 2018 werden Dawanda-Besucher direkt auf die Etsy-Webseite umgeleitet.

Etsy und Dawanda haben die gleiche Zielgruppe

Sowohl Dawanda als auch Etsy bieten vor allem handgefertigte Produkte an, die abseits der großen Unternehmen entstanden sind. Kleine Anbieter können ihre Waren auf diesen Plattformen verkaufen. Das Sortiment richtet sich nach dem, was die aktiven Händler anbieten. So gibt es Kleidung, Schmuck, Kunstgegenstände, aber auch Taschen, Spielzeug oder Möbel, die alle in kleinen Auflagen selbst gefertigt werden.

"Wir teilen eine gemeinsame Vision sowie gleiche Ziele und Werte", kommentiert Helming die Zusammenarbeit mit Etsy. Beide würden passionierte Selbermacher und professionelle Designer darin unterstützen, "ihre einzigartigen Produkte anzubieten und geben Käufern damit eine Alternative zu industrieller Massenware".

"Wir heißen die leidenschaftliche Dawanda-Community auf unserem internationalen Marktplatz herzlich willkommen und freuen uns darauf, unseren deutschen und weltweiten Käufern noch mehr einzigartige Produkte aus Deutschland anbieten zu können", sagt dazu Linda Findley Kozlowski, COO von Etsy. Das Unternehmen wolle nicht nur den Umzug der Dawanda-Nutzer auf seine Plattform so reibungslos wie möglich gestalten, sondern auch weiterhin in das deutsche Geschäft investieren, "um kreative Unternehmer zu stärken und den Käufern ein einzigartiges und einnehmendes Einkaufserlebnis bieten zu können".

Dawanda-Mitarbeiter werden entlassen

Ab Anfang kommender Woche soll das Umzugs-Tool für Verkäufer verfügbar sein, um die digitale Shop-Infrastruktur von Dawanda auf Etsy zu portieren. Bis Ende August wird der Handel mit Waren auf Dawanda noch möglich sein. Auch der Dawanda-Kundendienst soll Käufern und Verkäufern bis Ende August zur Verfügung stehen.

Ein Großteil der Dawanda-Mitarbeiter ist nach Angaben des Unternehmens bereits freigestellt. Die Mitarbeiter werden ein Abfindungspaket erhalten. Zuletzt waren 150 Mitarbeiter bei Dawanda tätig, die sich nun ein neues Aufgabengebiet suchen müssen.

Als Dawanda im Dezember 2006 gegründet wurde, war der US-Online-Marktplatz Etsy ein Vorbild. Denn Etsy war anfangs in Deutschland nicht aktiv. Erst Mitte 2012 intensivierte Etsy die Aktivitäten auf dem deutschen Markt; das US-Unternehmen ist seit 2015 börsennotiert und kam 2017 auf einen Umsatz von umgerechnet rund 357 Millionen Euro. Dawanda machte im gleichen Jahr einen Umsatz von 16,4 Millionen Euro. Hauptkonkurrenten von Etsy bleiben Ebay und Amazon, die mit Handmade einen vergleichbaren Marktplatz für selbstgemachte Produkte betreiben. Alle Plattformen verlangen von den Verkäufern Gebühren dafür, dass sie ihre Produkte auf dem jeweiligen Online-Marktplatz anbieten dürfen.

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alloisxp 02. Jul 2018

Das halte ich für ausgemachten Humbug. Das Silicon-Valley hat zwei Vorteile: Mehr Geld...

Eheran 02. Jul 2018

OT: Ist das so? Das ist ja kein Geheimnis und ein Fälscher macht sich nicht mehr Arbeit...

Filius 02. Jul 2018

Also nicht um Dawanda im Speziellen. Sondern schade, dass Geschäftsmodelle im Internet...

onkel hotte 01. Jul 2018

Ich kenne Etsy nicht und wenn ich was selbstgemachtes kaufen wollte, fiel mir immer...



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