Online-Marktplätze: Microsoft und IBM wollen Blockchain-as-a-Service

Blockchain-as-a-Service - das klingt widersprüchlich und nicht nach dem ursprünglichen Gedanken hinter der Kryptowährung Bitcoin. Doch genau das wollen Microsoft und IBM erreichen - während die Bitcoin-Community um den richtigen Kurs streitet.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Blockchain-Technologie kommt mehr und mehr im Mainstream an.
Die Blockchain-Technologie kommt mehr und mehr im Mainstream an. (Bild: IBM/Screenshot: Golem.de)

Während sich die Bitcoin-Community um den richtigen Weg für die Zukunft der Kryptowährung streitet, versuchen große Tech-Unternehmen, die Technologie für ihre Zwecke zu nutzen. Bereits seit dem vergangenen Herbst stellt Microsoft auf seiner Azure-Plattform Blockchain-Services zur Verfügung, jetzt hat sich ein Sprecher des Unternehmens zu den weiteren Plänen geäußert. Auch IBM ist in dem Feld aktiv und hat in den vergangenen Tagen Code für ein Konsens-Protokoll auf Github zur Verfügung gestellt.

Stellenmarkt
  1. Data-Analyst (d/m/w) Ökonometrie, Statistik
    Prognos AG - Wir geben Orientierung., Freiburg im Breisgau, Berlin, München
  2. Informatiker/in (FH-Diplom / Bachelor / Fachinformatiker/in [m/w/d])
    Zentrum Bayern Familie und Soziales Dienststelle Zentrale Personalmanagement, Bayreuth
Detailsuche

Marley Gray von Microsoft sagte im Interview mit dem Blockchain Portal Coindesk, dass das Unternehmen noch im Laufe des Frühlings einen "zertifizierten Blockchain-Marktplatz" anbieten werde. Bis es so weit ist, soll auf dem Portal noch viel experimentiert werden - es sei noch viel zu früh, "um einen Gewinner auszusuchen". Der Marktplatz soll potenzielle Kunden mit Infrastrukturbetreibern vernetzen - und so den Einstieg in die Blockchain-Welt erleichtern. Anders als Blockchain-Startups verschiedener Banken würde Microsoft zurzeit kein konkretes Projekt verfolgen, sondern wolle eine "schweizerische" Umgebung anbieten, in der verschiedene Technologien und Anwendungsszenarien neutral nebeneinander existieren können.

Auf Basis der Azure-Plattform sollen Anwender künftig in der Lage sein, über Templates eigene Blockchains ohne großen Aufwand zu implementieren - etwa Ethereum. Die Technologie dafür kommt von dem Anbieter Blockapps. "Sie können eine private Cloud haben, aber Nodes können unter den Schreibtischen einzelner Nutzer stehen. Wenn Sie die Berechtigung haben, einer Blockchain beizutreten, dann können Sie das tun", sagte Gray.

Auch IBM will Teile der Blockchain

Auch IBM möchte bei der Entwicklung vorne mit dabei sein. Anders als Microsoft ist das Unternehmen Teil des Hyperledger-Projekts der Linux Foundation, mit dem verschiedene Szenarien für die Entwicklung der Blockchain-Technik erprobt werden sollen. Bei IBMs Blockchain-Plattform liegt der Fokus auf der Integration externer Datenquellen - bislang war das für einzelne Anwender nicht einfach möglich. Über die Watson-Technologie sollen Daten aus IoT-fähigen Geräten integriert werden können, die dann zum Beispiel als Grundlage zur Erfüllung von Smart-Contracts dienen können. Denkbar sind hier zum Beispiel Verträge, die den Transport eines Gutes von A nach B betreffen und die bei Eingang der Ware automatisch bezahlt werden.

Golem Akademie
  1. Mobile Device Management mit Microsoft Intune
    22.-23. November 2021, online
  2. Microsoft Teams effizient nutzen
    25. Oktober 2021, online
  3. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
Weitere IT-Trainings

Der jetzt von IBM auf Github veröffentlichte Code ist ein Konsens-Algorithmus, der automatisierte Entscheidungsprozesse vereinfachen soll. Templates für diesen Algorithmus können in Java und Golang geschrieben werden. Ihren Namen hat die Blockchain von den Blocks - Dateien, die alle Informationen über Transaktionen gespeichert haben. Es gibt also streng genommen nicht eine, sondern mehrere Blockchains. Jeder der Blocks beinhaltet einen Hash des vorherigen Blocks. So wird sichergestellt, dass die Reihe bis zum ersten Block, dem sogenannten Genesis-Block, nachvollziehbar ist. So können eine nachträgliche Manipulation und eine doppelte Verwendung einzelner Ressourcen - etwa Bitcoins - verhindert werden.

Mit den neuen Angeboten können die Unternehmen die Entwicklung der Blockchain-Technologie mitgestalten - und ein einfacheres Deployment realisieren, mit dem mehr Unternehmen die Blockchain selbst ausprobieren können. Gerade Unternehmen aus dem Finanzbereich sind nervös, weil ihr Geschäft bislang auf zentralisierter Datenspeicherung mit proprietären Protokollen basiert. Bitcoin könnte also etwas weniger nerdig werden - und in den Mainstream der Technologieentwicklung integriert werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
600 Millionen Euro
Bundeswehr lässt Funkgeräte von 1982 nachbauen

Das SEM 80/90 mit 16 KBit/s wird exakt nachgebaut, zum Stückpreis von rund 20.000 Euro. Das Retrogerät geht für die Bundeswehr in Serie.

600 Millionen Euro: Bundeswehr lässt Funkgeräte von 1982 nachbauen
Artikel
  1. Foundation bei Apple TV+: Die unverfilmbare Asimov-Trilogie grandios verfilmt
    Foundation bei Apple TV+
    Die unverfilmbare Asimov-Trilogie grandios verfilmt

    Gegen die Welt von Asimovs Foundation-Trilogie wirkt Game of Thrones überschaubar. Apple hat mit einem enormen Budget eine enorme Science-Fiction-Serie geschaffen.
    Eine Rezension von Peter Osteried

  2. Amtlicher Energiekostenvergleich: Benzinkosten mehr als doppelt so teuer wie Ladestrom
    Amtlicher Energiekostenvergleich
    Benzinkosten mehr als doppelt so teuer wie Ladestrom

    Vom 1. Oktober an müssen große Tankstellen einen Energiekostenvergleich aushängen. Dabei schneiden Elektroautos derzeit am besten ab.

  3. Staatliche Hacker: Stasi hörte seit 1975 Autotelefone in West-Berlin ab
    Staatliche Hacker
    Stasi hörte seit 1975 Autotelefone in West-Berlin ab

    Das B-Netz der Deutschen Bundespost wurde spätestens seit 1975 von der DDR-Staatssicherheit abgehört.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Alternate (u. a. DeepCool Matrexx 55 V3 ADD-RGB WH 49,98€) • Thunder X3 TC5 145,89€ • Toshiba Canvio Desktop 6 TB ab 99€ • Samsung 970 EVO Plus 2 TB 208,48€ • Lenovo-Laptops zu Bestpreisen • 19% auf Sony-TVs bei MM • WISO Steuer-Start 2021 10,39€ • Samsung Odyssey G7 499€ [Werbung]
    •  /