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Online-Lernplattformen: Bildung für alle ist eine Illusion

Bildung für manche statt für alle: Drei Jahre nach der ersten Euphorie ist klar, dass die MOOCs genannten Onlinekurse trotz großen Erfolgs nicht die Massen erreichen. Der Informatiker und Stanford-Professor Andrew Ng will sich trotzdem nicht von der Wunschvorstellung verabschieden.

Artikel von Jennifer Fraczek veröffentlicht am
Coursera ist die Online-Lernplattform von Andrew Ng.
Coursera ist die Online-Lernplattform von Andrew Ng. (Bild: Coursera.org)

Andrew Ng glaubt immer noch daran, dass das Internet höhere Bildung für jeden bringen kann. Zumindest steht es so auf der Website des renommierten Informatikers. Ng ist Privatdozent an der Elite-Universität in Stanford und wissenschaftlicher Leiter der Entwicklungsabteilung von Baidu im Silicon Valley. Man kann sagen: Er hat es geschafft. Und damit auch andere es schaffen können - unabhängig von ihrer Herkunft und ihren finanziellen Mitteln -, hat er 2012 die Online-Lernplattform Coursera gegründet. Er wolle, sagte er damals, die Qualität der Stanford-Lehre zu denen bringen, die es niemals nach Stanford schaffen werden. Doch trotz des großen Erfolgs: Ganz gelungen ist das nicht.

Inhalt:
  1. Online-Lernplattformen: Bildung für alle ist eine Illusion
  2. Wertvolle Teilnehmerprofile

Das Prinzip von Ng: Universitäten und andere Bildungseinrichtungen veröffentlichen ihre Massive Open Online Courses (MOOCs) - meist mehrminütige Lernvideos, in deren Anschluss die Teilnehmer Fragen zum Lernstoff beantworten oder Aufgaben lösen sollen - und Coursera verwaltet sie. Fast gleichzeitig gingen noch zwei weitere MOOC-Anbieter an den Start: Udacity, das seine Wurzeln ebenfalls in Stanford hat, und edX, eine Initiative des Massachusetts Institute of Technology (MIT), der sich wenig später Harvard anschloss.

Nutzer sind schon gut ausgebildet

Die Reichweite war sehr schnell sehr groß. Zu manchem Kurs meldeten sich Hunderttausende an. Es durfte geträumt werden im Land der hohen Studiengebühren: von einer Demokratisierung der Bildung, einer Revolution der Hochschulen. Drei Jahre nach der intensivsten MOOC-Gründungsphase lässt sich jedoch feststellen: Die Zahl der Nutzer und der Angebote wächst zwar weiterhin, aber die Teilnehmer sind eben nicht diejenigen, die aus Geld- oder anderen Gründen nicht auf eine Uni gehen können, sondern eher die ohnehin besser Ausgebildeten, die Berufstätigen. Daphne Koller, die Mitgründerin von Coursera, sagte es beim Weltwirtschaftsforum in Davos 2014 selbst: dass ihre Plattform keine für grundlegende Bildung ist, sondern in erster Linie eine für Weiterbildung.

Zu dem Schluss, dass die hochfliegenden Träume der MOOC-Pioniere nicht wahr geworden sind, kommt auch der Pädagogikprofessor Rolf Schulmeister. Überrascht hat ihn das nicht, er hat bei den virtuellen Universitäten in den 1990er Jahren schon einmal eine ähnliche Entwicklung gesehen.

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Schulmeister kennt einige Studien, die Auskunft über die Klientel von Coursera, Udacity und den anderen geben: Der überwiegende Teil hat einen Uni-Abschluss, viele stehen im Berufsleben, sind eher Mitte 30 als Mitte 20. Laut der Europäischen Hochschulvereinigung ist es zudem so, dass von den Teilnehmern aus den Schwellenländern Brasilien, Indien und China, die ja zu den großen Profiteuren von MOOCs gehören sollen, 80 Prozent aus reichen und gebildeten Schichten kommen.

MOOCs sind teuer

Für MOOC-Betreiber ist das keine schlechte Nachricht. Denn Berufstätige sind wohl eher bereit, Geld für ihre Weiterbildung zu bezahlen als Studenten. Und dass nicht alle Kurse auf Dauer kostenlos bleiben können, zeichnete sich schnell ab. Spätestens als sich die Prognose, dass sich mit MOOCs Geld an den Unis einsparen lässt, als gewagt herausstellte. Denn gute MOOCs sind teuer. Für die Entwicklung eines Kurses können viele hundert bis hin zu mehr als tausend Arbeitsstunden anfallen, die bezahlt werden wollen. Dazu kommen: Ausgaben für die Technik, das Bearbeiten der Videos, die Arbeitszeit für die Auswertung von Tests für die MOOC-Teilnehmer und allgemein für ihre Betreuung.

Knapp 40.000 US-Dollar müssten für einen MOOC ausgegeben werden, "wenn man es billig macht", sagt Schulmeister. Wenn man es besser machen will, sei man schnell bei einigen Hunderttausend. Die MOOC-Anbieter haben also relativ schnell gemerkt, dass sie sich Geschäftsmodelle überlegen müssen.

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phex 18. Jun 2015

Im Artikel ist ja eben nicht die Rede davon, welches Land mit 45.000 gemeint ist. Und...

TheUnichi 18. Jun 2015

Beherrsche OOP perfekt (auch die Theorie), war nie auf einer Uni. Ich glaube du suchst...

phex 16. Jun 2015

Klingt ja nett. Aber Professoren als Zeitarbeiter, weil man sie ja nur aller 5 Jahre zur...

Limmdi 14. Jun 2015

Bezahlung der Professoren die die Vorträge halten durch Stiftungen und Studiengebühren...

LinuxNerd 14. Jun 2015

Nu, bei mir im Zug (Deutschland) ist funkloch, noch nichtsmal SMS und Sprachtelefonie...


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