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Online-Glücksspiel: KI animiert Wettverlierer mit Boni zum Weiterspielen

Der Sportwettenanbieter Draftkings soll mit einem KI-Modell gezielt vulnerable Kunden animiert haben, mehr Geld für Wetten auszugeben.
/ Mike Faust
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Ein KI-Modell sollte ermitteln, welche Nutzer besonders empfänglich für Wetten sind. (Bild: Pexels / @coldbeer)
Ein KI-Modell sollte ermitteln, welche Nutzer besonders empfänglich für Wetten sind. Bild: Pexels / @coldbeer

Im Jahr 2023 hat der Online-Wettanbieter Draftkings ein Modell auf Basis künstlicher Intelligenz entwickelt, um die Effektivität von Werbeaktionen wie Gratiswetten und Boni zu analysieren.

Wie die New York Times(öffnet im neuen Fenster) auf Basis von Dokumenten, Slack-Nachrichten und Interviews mit mehr als 40 ehemaligen Beschäftigten berichtet, sollte das KI-Modell ermitteln, welche Nutzer besonders empfänglich dafür waren, nach dem Erhalt von Werbeanreizen mehr Geld beim Wetten zu verlieren.

Der Datenanalyst Jayden Butts sagte der Times, er habe die Aufgabe erhalten, das Modell zu testen und Boni gezielt an Personen zu vergeben, die laut Berechnung am wahrscheinlichsten hohe Verluste erzielen würden. Ein Algorithmus hatte Punktwerte auf Basis von Daten wie der Spielhäufigkeit, den Kontoständen und dem Verhältnis von Einsätzen zu Verlusten vergeben.

Keine Beweise für den Einsatz prädiktiver Risikotechnologie

Während der Tests sollen bei Butts und anderen Mitarbeitern allerdings Bedenken aufgekommen sein, da sich gerade diejenigen Kunden als profitabelste Zielgruppe erwiesen, die Anzeichen von Suchtverhalten zeigten. Draftkings entwickelte auch ein KI-Modell, das Kunden mit Problemspielverhalten über Risikopunktwerte identifizieren sollte, das Projekt wurde aber von der Unternehmensleitung eingestellt.

Frühere Angestellte bezeichneten diese Marketingstrategie im Nachhinein als raubtierhaft, da Kunden mit höheren Verlusten gezielt mit weiteren Boni zum Weiterspielen verleitet wurden. Butts, der Ende 2024 entlassen worden war, bedauerte mit Kollegen die Entwicklung dieser Technologie.

Draftkings wies die Vorwürfe unlauterer Praktiken zurück und erklärte, dass sich Werbeaktionen an dauerhaft aktive Nutzer und nicht gezielt an verlierende Kunden richteten. Zudem sagte Lori Kalani, die Beauftragte für verantwortungsvolles Spielen, der New York Times, dass das Unternehmen verdächtiges Verhalten zwar überwache, für den Einsatz prädiktiver Risikotechnologie jedoch wissenschaftliche Beweise fehlten.

Mithilfe von Datenanalysen und KI gelang es Draftkings laut eigener Angaben bei Investoren, die Gewinnspannen bei werbeunterstützten Sportwetten im Jahr 2025 um 13 Prozent zu steigern. Gleichzeitig warnen Gesundheitsexperten vor den steigenden Gefahren von Suchterkrankungen durch die ständige Verfügbarkeit von Sport- und Online-Casinowetten auf Mobilgeräten.

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