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Haftstrafe: Softwareentwickler wollte Auftragskiller im Darknet anheuern

Ein Softwareingenieur muss sieben Jahre ins Gefängnis, weil er versucht hat, einen Auftragskiller anzuheuern und per Bitcoin zu zahlen.
/ Andreas Donath
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Per Bitcoin einen Killer bezahlen? Schlechte Idee. (Bild: KI-generiert mit Dall-E/Golem.de)
Per Bitcoin einen Killer bezahlen? Schlechte Idee. Bild: KI-generiert mit Dall-E/Golem.de

Ein ehemaliger Mitarbeiter von Microsoft muss sieben Jahre ins Gefängnis, weil er geplant hat, mithilfe eines Auftragsmörders die Eltern seiner Adoptivkinder zu töten. Der 43-Jährige aus Cedar Creek im US-Bundesstaat Utah habe die Tat gestanden, berichtete The Register.(öffnet im neuen Fenster)

Im Juli und August 2021 versuchte der Softwareentwickler, online einen Auftragskiller anzuheuern, der "ein paar Zielpersonen, einen Ehemann und eine Ehefrau, die ich loswerden muss" , töten sollte, die in Hoosick Falls im US-Bundesstaat New York lebten. Er lieferte detaillierte Informationen über die geplanten Opfer, einschließlich Namen, Adressen und Fotos, und bat darum, den Mord als Unfall oder schief gelaufenen Raubüberfall zu inszenieren. Er wurde an die Polizei verraten.

Streit um Adoptivkinder führte zu Mordplänen

Das Motiv für die Taten scheint auf einen eskalierenden Streit um das Sorgerecht für fünf Kinder zurückzuführen zu sein, die von der Familie des Mannes adoptiert wurden. Die leiblichen Eltern wollten das Sorgerecht zurückgewinnen und zeigten die Familie bei den örtlichen Kinderschutzbehörden an, was ihn verärgert haben soll.

Außerdem gab es zwischen den beiden Familien Meinungsverschiedenheiten über die Erziehung der Kinder sowie den Lebensstil der geplanten Opfer. Der Mann überwies etwa 16.000 US-Dollar in Kryptowährung an den mutmaßlichen Auftragsmörder, versuchte aber später, den Vertrag zu stornieren – allerdings ohne die potenziellen Opfer zu warnen.

Die National Cyber Investigative Joint Task Force des FBI identifizierte die Kryptowährungsbörse, die für die Transaktionen verwendet wurde, und erhielt die vollständigen Daten des Mannes, einschließlich seines Führerscheins und der bei den Transaktionen verwendeten IP-Adressen, die zu seiner Privatadresse und seinem Mobiltelefon zurückverfolgt werden konnten.

Er gestand den Ermittlern bei seiner Verhaftung den Plan und wurde von Richter David Norman Hurd am Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von New York zu 84 Monaten Gefängnis und einer anschließenden dreijährigen Bewährung verurteilt.

Der Mann ist kein Einzelfall – der Versuch, einen Auftragsmörder gegen Bezahlung in Bitcoin anzuheuern, ist so verbreitet, dass Betrüger ein Geschäftsmodell daraus gemacht haben. Da die Transaktionen jedoch Spuren hinterlassen, werden die Täter regelmäßig gefasst und verurteilt.


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