Online-Accounts: Sperrt Microsoft neue Konten, wenn die Telefonnummer fehlt?

Es gibt Hinweise, dass Microsoft neue, etwa zur Aktivierung von Microsoft Office benötigte Konten gleich wieder sperrt, wenn Nutzer keine Mobilfunknummer zur Verifizierung angeben.

Artikel von Günter Born veröffentlicht am
Noch mehr Unklarheiten um Sperrungen von Microsoft-Onlinekonten
Noch mehr Unklarheiten um Sperrungen von Microsoft-Onlinekonten (Bild: Jeenah Moon/Getty Images)

Um aktuelle Versionen von Microsofts Office-Paket wie Office 365 oder Office 2019 Professional Plus verwenden zu können, sind Nutzer gezwungen, eine Aktivierung durchzuführen. Bei Consumerprodukten erfolgt das gegebenenfalls über ein frisch angelegtes Microsoft-Konto. Dieses Online-Konto ist zwar kostenlos und binnen weniger Sekunden angelegt. Es deutet sich aber eine bedenkliche Entwicklung im Umfeld dieser Aktivierung per Microsoft-Konto an.

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Wer ein neues Microsoft-Konto für Microsoft Office anlegt, dann aber die geforderte Mobilfunknummer zur Verifizierung nicht angibt, dessen Konto wird offenbar umgehend mit der Begründung deaktiviert: "Wir haben Aktivitäten festgestellt, die gegen den MS-Servicevertrag verstoßen. Ihr Konto wurde daher gesperrt." Das Ganze erinnert an andere Vorgänge zum Thema willkürliche Kontensperrungen, die bei Golem.de beschrieben wurden.

Erster Leserhinweis zum Problem der Microsoft-Kontensperre

Auf den Golem.de-Artikel meldete sich ein Nutzer aus der Schweiz mit einem Kommentar. Der Nutzer berichtete, dass ihm in den vergangenen drei Jahren jedes Microsoft-Konto, das er erstellt habe, innerhalb weniger Tage wegen angeblicher Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen gesperrt worden sei.

  • Von dieser Meldung haben dem Autor einige Nutzer berichtet. (Screenshot: Günter Born)
Von dieser Meldung haben dem Autor einige Nutzer berichtet. (Screenshot: Günter Born)

Bei dem Nutzer handelt es sich um einen Dienstleister, der die Microsoft-Konten für Kunden einrichtete, denen er ein Microsoft Office-Paket installiert hat. Er gab auch an, dass die Kontensperre nach Angabe der bei der Registrierung geforderten Mobilfunknummer ausbleibe. Ein zweiter Nutzer bestätigte in einem Kommentar auf Golem.de diese Beobachtung.

Einzelfälle oder generelles Problem?

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Aufgrund des skizzierten Sachverhalts wurde das Thema vom Autor dieses Artikels in einem Blog-Beitrag aufgegriffen. Ziel war es herauszufinden, ob dies länderspezifisch, ein Einzelfall oder ein unglücklicher Zufall ist. Die Rückmeldungen aus der Leserschaft waren gemischt.

Einzelne Nutzer gaben an, bisher trotz fehlender Mobilfunknummer im Benutzerprofil noch nie Probleme mit einem gesperrten Microsoft-Konto gehabt zu haben. Andere bestätigten den oben skizzierten Sachverhalt.

Wird bei einem neuen Microsoft-Konto keine Mobilfunknummer zur Authentifizierung angegeben, sperrt Microsoft dieses Konto also offenbar nach kurzer Zeit, eben mit der Begründung: "Wir haben Aktivitäten festgestellt, die gegen den MS-Servicevertrag verstoßen [...]." Zumindest in sehr vielen Fällen ist das so. Nach welchen Kriterien gesperrt wird oder nicht, ist bisher nicht erkennbar.

Eine Nutzerin beschreibt, dass es egal sei, wie gut das Konto gesichert (etwa per 2FA, alternative Mail-Adressen, Recovery-Code) ist, wo es angelegt wurde (am PC unter Windows, Linux, am Smartphone oder Sonstiges) oder ob man es überhaupt benutzt hat. Ohne Telefonnummer gehe bei Microsoft bezüglich Onlinekonten nichts mehr, sofern man als Land Deutschland/Germany angebe.

Schwierig für Dienstleister

Ein Zwang zur Angabe einer Mobilfunknummer bei der Registrierung eines Microsoft-Kontos bringt insbesondere Dienstleistern Probleme, die Microsoft Office oder andere Microsoft-Dienste auf Kundensystemen einrichten.

Geben diese Dienstleister die eigene Mobilfunknummer an, ist sie nach einer gewissen Anzahl an Aktivierungen in der Regel für weitere Konten verbrannt und wird nicht mehr akzeptiert. Einen Mechanismus, über den Betroffene bei Microsoft eine solche Begrenzung aufheben lassen könnten, scheint es nicht zu geben.

Bei privaten Nutzern wird das gesperrte Microsoft-Konto dann zum Problem, wenn sie nicht mehr an E-Mails herankommen, die unter outlook.com/outlook.de gespeichert sind, oder wenn der Zugriff auf das dem Microsoft-Konto zugeordnete Onedrive-Laufwerk nicht mehr möglich ist. An dieser Stelle geht die Frage an die Golem.de-Leserschaft, ob die obigen Erfahrungen mit Kontensperren bestätigt werden können.

Erste Klage unterwegs

Im Fall des Sachverhalts aus dem vorangegangenen Golem.de-Artikel geht es übrigens weiter: Ein Betroffener hat gegen Microsoft Irland wegen der Kontensperre Klage eingereicht.

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dummzeuch 05. Okt 2020

Leider nicht so einfach. Inzwischen ist Skype teilweise sogar Voraussetzung für ein...

Clown 05. Okt 2020

Twitter ignoriert sämtliche meiner Anfragen

43rtgfj5 04. Okt 2020

Bei Amazon halte ich den E-Mail Code aber durchaus für Sinnvoll. Wenn dein Account mal...

43rtgfj5 04. Okt 2020

So schlimm ist es bei mir nicht, hab aber auch kaum User auf dem Server. Allerdings muss...

43rtgfj5 04. Okt 2020

Ob Nötigung durchgehen würde kann ich nicht sagen, aber ich würde behaupten, dass man...



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