Onionshare: Filesharing für das Tor-Netzwerk
Statt geheime Dokumente auf einem USB-Stick durch Flughafenkontrollen zu schleppen, sollen Whistleblower die Daten künftig über das Tor-Netzwerk teilen können. Deshalb hat Micah Lee die Anwendung Onionshare entwickelt. Onionshare funktioniert ähnlich wie die öffentlichen Links bei Dropbox, Mega oder anderen Filehosting-Diensten. Onionshare stellt die Daten aber über das Anonymisierungsnetzwerk Tor bereit.
Onionshare legt dazu im Tornetzwerk eine temporäre Webseite im Tor-Netzwerk als Hidden-Service an, über die Daten vom lokalen Rechner übermittelt werden können. Dem Empfänger wird dann eine URL samt Passwort mitgeteilt, die er in einem Browser mit Tor-Unterstützung eingeben kann. Sobald die Daten heruntergeladen wurden, kann der Sender die temporäre Webseite schließen. Die Anwendung ist vor allem für Anwender gedacht, die sich mit Tor nicht besonders gut auskennen. Damit soll es sich von den anderen Filesharing-Werkzeugen unterscheiden, die es bereits seit geraumer Zeit für Tor und Invisible Internet Project gibt.
Wegen Greenwald entwickelt
Er habe Onionshare entwickelt, als er Glenn Greenwalds Buch über die Snowden-Affäre gelesen hatte, sagte Lee zu Wired. Da der Datenaustausch über das Internet nicht auf Anhieb klappte, sollten die Dokumente stattdessen per USB-Stick von Berlin nach Brasilien geflogen werden. Deshalb wurde Greenwalds Partner David Miranda am Flughafen Heathrow festgehalten und stundenlang verhört.
Der Code für Oinionshare liegt auf Git-Hub(öffnet im neuen Fenster) bereit. Gegenwärtig funktioniert das Werkzeug unter Linux und Mac OS X. Eine Version für Windows soll es demnächst geben.
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