Abo
  • Services:

.onion-Domains: Falsches Zertifikat für Tor-Facebook

Einem Sicherheitsforscher ist es gelungen, ein gefälschtes Zertifikat für die .onion-URL von Facebook ausstellen zu lassen. Facebook ist seit kurzem über das Tor-Netzwerk erreichbar.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Facebook im Tor-Netzwerk - das Zertifikat bietet keine hohe Sicherheit.
Facebook im Tor-Netzwerk - das Zertifikat bietet keine hohe Sicherheit. (Bild: Screenshot)

Seit einigen Tagen ist Facebook offiziell auch im Tor-Netzwerk verfügbar. Facebook hat sich für seinen Tor-Auftritt ein TLS-Zertifikat für eine sogenannte .onion-Adresse ausstellen lassen, um auch über Tor via HTTPS erreichbar zu sein. Doch die Ausstellung von Zertifikaten für derartige Domains wirft interessante Fragen auf.

Stellenmarkt
  1. Stadtwerke München GmbH, München
  2. Governikus GmbH & Co. KG, Bremen

Dem IT-Sicherheitsexperten Ian Carroll gelang es, sich für die Facebook-URL selbst ein gültiges Zertifikat ausstellen zu lassen. Ausgestellt wurde es von der Zertifizierungsstelle Globalsign. Das offizielle Zertifikat für Facebook stammt von Digicert. Der Grund ist einfach: Bislang erlauben Zertifizierungsstellen die Ausstellung von Zertifikaten für interne Domains in privaten Netzwerken. Und als interne Domain gelten alle Domainnamen, die keine offizielle Endung wie .de, .com oder .org haben.

Keine Prüfung interner Domainnamen

Die Praxis der Zertifikatsausstellung für interne Domains ist umstritten und das CA/Browser-Forum plant die Abschaffung solcher Zertifikate bis 2016. Doch zur Zeit ist es noch ohne jede Prüfung möglich, für inoffizielle Domainnamen Zertifikate zu beantragen. Im Tor-Netzwerk kommen Adressen mit der Endung .onion zum Einsatz, allerdings ist .onion keine offizielle Domainendung. Somit galt sie im Prüfsystem von Globalsign als interne Domainendung, und Carroll konnte hierfür einen beliebigen Domainnamen registrieren. Somit erhielt er ein gültiges Zertifikat für facebookcorewwwi.onion.

Globalsign hat inzwischen Carrolls Zertifikat zurückgezogen. Doch bekanntlich nützt das Zurückziehen von Zertifikaten wenig, da es von praktisch allen Browsern nur in unsicherer Weise implementiert ist. Auch der Tor-Browser macht da keine Ausnahme, er nutzt das OCSP-Protokoll nur im sogenannten Soft-Fail-Modus.

Laut Carroll ergibt der Einsatz von HTTPS unter diesen Umständen im Tor-Netzwerk keinen Sinn. Die Echtheit der Verbindung wird allerdings bereits über das Tor-Netzwerk selbst garantiert, falls die URL korrekt ist. Carroll empfiehlt den Zertifizierungsstellen, generelle Richtlinien für die Vergabe von Zertifikaten für .onion-Adressen zu erstellen. Bis dahin sollten keine weiteren derartigen Zertifikate mehr ausgestellt werden.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 39,88€ (Bestpreis!)
  2. 39€ (Vergleichspreis 59,99€)
  3. 169€ (Vergleichspreis 198€)

FedoraUser 07. Nov 2014

- Wenn du Zugriff auf meinen Router hast ist auch schon alles was Netzwerk betrifft...

Niantic 06. Nov 2014

Nein. Weder das eine noch das andere stimmt. Du kannst schon eigene Daten auf Tor nutzen...


Folgen Sie uns
       


Fünf smarte Lautsprecher von 200 bis 400 Euro im Vergleich

Link 300 und Link 500 von JBL, Onkyos P3, Panasonics GA10 sowie Apples Homepod treten in unserem Klangvergleich gegeneinander an. Die beiden JBL-Lautsprecher lassen die Konkurrenz blass aussehen, selbst der gar nicht schlecht klingende Homepod hat dann das Nachsehen.

Fünf smarte Lautsprecher von 200 bis 400 Euro im Vergleich Video aufrufen
VR-Rundschau: Retten rockende Jedi-Ritter die virtuelle Realität?
VR-Rundschau
Retten rockende Jedi-Ritter die virtuelle Realität?

Der mediale Hype um VR ist zwar abgeflaut, spannende Inhalte dafür gibt es aber weiterhin - und das nicht nur im Games-Bereich. Mit dabei: das beliebteste Spiel bei Steam, Jedi-Ritter auf Speed und ägyptische Grabkammern.
Ein Test von Achim Fehrenbach

  1. Oculus Core 2.0 Windows 10 wird Minimalanforderung für Oculus Rift
  2. Virtual Reality BBC überträgt Fußball-WM in der virtuellen VIP-Loge
  3. VR-Brillen Google experimentiert mit Lichtfeldfotografie

Bargeldloses Zahlen: Warum Apple Pay sich hier noch nicht auszahlt
Bargeldloses Zahlen
Warum Apple Pay sich hier noch nicht auszahlt

Während Google Pay jüngst hierzulande gestartet ist, lässt Apple Pay auf sich warten. Kein Wunder: Der deutsche Markt ist schwierig - und die Banken sind in einer guten Verhandlungsposition.
Eine Analyse von Andreas Maisch

  1. Bargeldloses Zahlen Apple und Goldman Sachs planen Apple-Kreditkarte

Nasa-Teleskop: Überambitioniert, überteuert und in dieser Form überflüssig
Nasa-Teleskop
Überambitioniert, überteuert und in dieser Form überflüssig

Seit 1996 entwickelt die Nasa einen Nachfolger für das Hubble-Weltraumteleskop. Die Kosten dafür stiegen seit dem von 500 Millionen auf über 10 Milliarden US-Dollar. Bei Tests fiel das Prestigeprojekt zuletzt durch lockere Schrauben auf. Wie konnte es dazu kommen?
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Nasa Forscher entdecken Asteroiden, bevor er die Erde erreicht
  2. Nasa 2020 soll ein Helikopter zum Mars fliegen
  3. Raumfahrt Nasa startet neue Beobachtungssonde Tess

    •  /