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Oneplus Nord im Test: Oneplus' starker Vorstoß in mittlere Preisregionen

Das Oneplus Nord ist kein Mittelklasse- Smartphone – dafür ist es zu gut. Für 400 Euro gibt es aktuell kaum ein Gerät mit vergleichbar gutem Ausstattungsmix.
/ Tobias Költzsch
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Das Oneplus Nord (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Das Oneplus Nord Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Mit seinen Top-Smartphones hat Oneplus vor einigen Jahren auch preislich die Oberklasse betreten: Die Zeiten des Oneplus One , das mit Top-Hardware zu einem sehr niedrigen Preis angeboten wurde, sind schon länger vorbei. Mit dem Nord will Oneplus versuchen, wieder in das Mittelklasse-Preissegment zurückzukehren. Die Nutzungsqualität soll darunter nicht leiden, wie der Hersteller im Interview mit Golem.de beteuert.

Nach dem am Markt gescheiterten Oneplus X ist das Nord der zweite Versuch eines Mittelklasse-Smartphones. Im Test wird uns schnell klar, dass das neue Gerät von der Ausstattung her definitiv nicht zur Mittelklasse zählt – die Hardware ist schlicht zu gut. Oneplus' Plan, Nutzern ein gutes Smartphone für einen relativ niedrigen Preis anzubieten, geht besonders beim günstigeren der beiden Modelle auf.

Nachdem wir das Oneplus Nord ausgepackt haben, fällt uns zunächst kein hervorstechendes Merkmal auf – das Smartphone ist äußerst unauffällig. Das Gerät hat einen Kunststoffrahmen und eine Rückseite aus Glas, die Verarbeitung ist hochwertig. Anstelle einer matten Rückseite wie beim Oneplus 8 hat sich Oneplus beim Nord für ein poliertes Glas entschieden, möglicherweise auch, um den Unterschied zwischen den beiden Serien zu betonen. Das matte Glas des Oneplus 8 Pro fasst sich besser an als das des Nord, finden wir.

Vertraute Bedienelemente

Unverändert ist die Anordnung der Bedienelemente: Das Nord hat auf der linken Seite des Rahmens eine Lautstärkewippe, auf der rechten Seite befinden sich der Ein-Schalter und der Alert Slider. Mit diesem können wir auch beim neuen Oneplus-Smartphone die Benachrichtigungen schnell auf Vibration stellen oder komplett ausschalten – gut, dass der Hersteller diese praktische Funktion seit Jahren anbietet.

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Das Display des Nord ist kleiner als das des Oneplus 8 und 8 Pro, an den Funktionen wurde aber kaum gespart.

Gutes Display und zwei Frontkameras

Der Bildschirm des Nord misst 6,44 Zoll in der Diagonale und hat eine Auflösung von 2.400 x 1.080 Pixeln. Wie beim Oneplus 8 unterstützt das Display eine Bildrate von 90 Hz, was zu einer flüssigeren Darstellung von Inhalten führt. 120 Hz gibt es bei Oneplus weiterhin nur beim 8 Pro, angesichts des deutlich niedrigeren Preises sind wir aber mit den 90 Hz beim Nord zufrieden. Ebenfalls positiv stimmen uns die nicht nach unten gebogenen Display-Ränder, die beim Oneplus 8 Pro für unnötige Farbverzerrungen sorgen. Unter dem Display-Glas ist ein Fingerabdrucksensor eingebaut, der in unserem Test schnell und zuverlässig funktioniert.

Wie bei den teureren Oneplus-Modellen können wir auch beim Nord die Farbwiedergabe des Displays einstellen. Verglichen mit dem Oneplus 8 Pro fehlt aber beispielsweise die automatische Anpassung an die Farbtemperatur des Umgebungslichtes. Auch können wir Bewegungen in Videos nicht glätten lassen. Von der Blickwinkelstabilität steht der Bildschirm des Nord dem des 8 Pro in nichts nach, die Farbwiedergabe geht etwas mehr ins Grünliche. Insgesamt ist Oneplus bei seinem neuen Smartphone aber ein gutes Display gelungen.

In der linken oberen Ecke des Bildschirms befinden sich gleich zwei Öffnungen für die duale Frontkamera. Oneplus verbaut im Nord eine 32-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite, die durch eine 8-Megapixel-Superweitwinkelkamera unterstützt wird. Mit der bekommen wir mehr vom Hintergrund oder auch mehrere Personen aufs Bild. Die Bildqualität ist bei beiden Kameras gut, die Hauptkamera macht schärfere Aufnahmen.

Vierfachkamera auf der Rückseite

Auf der Rückseite ist eine Vierfachkamera verbaut. Das Kameramodul ist wie bei Smartphones von Huawei und Xiaomi in der linken oberen Ecke der Rückseite eingepasst. Beim Oneplus 8 und 8 Pro ist das Modul in der Mitte der Rückseite verbaut – auch hier geht es wieder um einen sichtbaren Unterschied zwischen den Baureihen. Die Hauptkamera verwendet wie die im Oneplus 8 Sonys IMX586-Bildsensor, der 48 Megapixel hat. Zusätzlich gibt es eine Superweitwinkelkamera mit 8 Megapixeln, eine Makrokamera mit 2 Megapixeln und einen Tiefensensor mit 5 Megapixeln.

Damit ähnelt die Kamera der des Oneplus 8, dort kommt allerdings kein extra Tiefensensor zum Einsatz und die Superweitwinkelkamera hat eine doppelt so hohe Auflösung. Ein Teleobjektiv wie das Oneplus 8 Pro hat das Nord nicht. Die Hauptkamera macht bei Tageslicht gut belichtete Aufnahmen, die Farben und die Sättigung sind natürlich.

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Im direkten Vergleich zum Nord macht Oneplus' aktuelles Top-Modell etwas schärfere Bilder, die in den Schatten ein wenig besser belichtet sind und weniger Artefakte aufweisen. Die Bildqualität ist beim Nord aber immer noch hoch, die Schärfe geht absolut in Ordnung. Uns gefällt die Farbwiedergabe beim Nord sogar besser als beim 8 Pro. Die Schärfe lässt sich verbessern, wenn wir Bilder mit den vollen 48 Megapixeln machen – im Standardmodus macht das Nord wie die Oneplus-8-Geräte Bilder mit 12 Megapixeln.

Oneplus Nord – Herstellervideo
Oneplus Nord – Herstellervideo (01:30)

Bei Aufnahmen mit der Superweitwinkelkamera nimmt die Schärfe der Bilder ab, was angesichts der geringeren Auflösung zu erwarten war. Die Verzerrungen halten sich in Grenzen, die Belichtung und die Farbwiedergabe bleiben gut. Da das Nord kein optisches Tele hat, können wir nur einen digitalen Zoom verwenden. Bereits bei zweifacher Vergrößerung ist die Bildqualität schlechter als die der Teleaufnahmen, die wir mit dem Oneplus 8 Pro gemacht haben – auch dies ist nicht verwunderlich. Brauchbar sind die Aufnahmen aber durchaus. Für eine Niete halten wir das Makro-Objektiv: Die Auflösung des Sensors ist mit 2 Megapixeln viel zu gering, mehr als Schnappschüsse sind nicht drin.

Oneplus hat im Gespräch mit Golem.de darauf verwiesen, dass die Kamera eine derjenigen Funktionen beim Nord sei, die die Kundschaft überzeugen muss. Unser Eindruck der Kamera ist gut: Die Bilder sind ausreichend scharf, haben einen guten Weißabgleich und eine natürliche Sättigung. Im direkten Vergleich merkt man Unterschiede etwa zur Kamera des Onelplus 8 Pro, die nicht nur etwas schärfere Bilder macht, sondern dank eines Teleobjektivs auch vielseitiger ist. Angesichts der Preisklasse des Nord halten wir die Ausstattung aber für gut, trotz der weniger guten Makrokamera und vor allem auch in Betrachtung des Gesamtpakets an Hardware.

Snapdragon 765G mit eingebautem 5G-Modem

Dabei spielt auch das verbaute SoC eine gewichtige Rolle. Für das Nord hat Oneplus sich für Qualcomms Snapdragon 765G mit integriertem 5G-Modem entschieden. Im Single-Test des Geekbench-Benchmarks erzielt das Oneplus Nord 620 Punkte, das Oneplus 8 Pro mit seinem Snapdragon 865 799 Zähler. Das sollte nicht über die Leistungsfähigkeit hinwegtäuschen: Der Chipsatz gehört zur Oberklasse und bietet ausreichend Leistung auch für anspruchsvolle Apps. In der täglichen Nutzung konnten wir keine nennenswerten Ruckler feststellen, Apps starten dank mindestens 8 GByte Arbeitsspeicher auch ohne Verzögerungen.

Das Nord unterstützt 5G und Cat20-LTE, WLAN beherrscht das Smartphone nach 802.11ac. Bluetooth läuft in der Version 5.1, ein GPS-Empfänger und ein NFC-Chip sind eingebaut. Nutzer können zwei SIM-Karten in dem Gerät verwenden, einen Steckplatz für Speicherkarten hat das Gerät nicht. Das Smartphone hat einen Lautsprecher am unteren Rand, der laut ist und einen zwar etwas bassarmen, aber immer noch guten Klang hat.

Der fest verbaute Akku hat eine Nennladung von 4.115 mAh, er lässt sich mit dem mitgelieferten 30-Watt-Ladegerät schnellladen. Drahtlos können wir das Smartphone nicht aufladen. Ein Full-HD-Video können wir bei voller Helligkeit über 16 Stunden lang anschauen – das ist ein sehr guter Wert.

Oxygen OS macht auch auf dem Nord Spaß

Ausgeliefert wird das Oneplus Nord mit Oxygen OS 10.5, das auf Android 10 basiert. Im Gespräch mit Oneplus hat uns Manager Tuomas Lampén gesagt, dass Oxygen OS mit den Unterschied zur Konkurrenz ausmachen werde. Wie bei der Oneplus-8-Serie und den Vorgängergeräten ist das Design von Oxygen OS nah am puren Android, der Fork bietet aber sinnvolle Ergänzungen.

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So können wir unter anderem die Konfiguration der Navigationsleiste einstellen oder über den Menüpunkt Anpassung die Akzentfarben und die Tönungen beeinflussen, andere Icons wählen oder einen systemweiten Dark Mode einstellen. Oxygen OS wirkt auch auf dem Oneplus Nord flott und benutzerfreundlich.

Oneplus Nord: Verfügbarkeit und Fazit

Das Oneplus Nord(öffnet im neuen Fenster) kann auf der Webseite des Herstellers vorbestellt werden. Die Auslieferung soll ab dem 4. August 2020 erfolgen.

Das Nord mit 8 GByte RAM und 128 GByte Speicher kostet 400 Euro. Die Version mit 12 GByte RAM und 256 GByte Speicher ist für 500 Euro zu haben. Beide Varianten kommen in Dunkelgrau und Hellblau in den Handel.

Fazit

Das Oneplus Nord ist ein leistungsfähiges Smartphone mit wenig variabler, aber guter Kamera. Für Oneplus stellt das Gerät eine sinnvolle Erweiterung des Portfolios dar: Der Hersteller hat in den vergangenen Jahren auf den lukrativen Markt im mittleren Preissegment verzichtet und nur verhältnismäßig teure Oberklassegeräte angeboten.

Nach unserem Test des Nord ist klar: Auch das neue Oneplus-Modell ist kein Mittelklassegerät, zumindest nicht von der Hardware her. Das SoC unterstützt 5G und bietet eine hohe Leistung, die für die meisten Alltagsanwendungen mehr als ausreicht. Das Display zeigt Inhalte dank einer Bildrate von 90 Hz flüssig an, hat gute Farben und eine sehr gute Blickwinkelstabilität.

Der Arbeitsspeicher ist auch bei der günstigen Version mit 8 GByte mehr als ausreichend, dazu kommen schnelles Laden, eine aktuelle Bluetooth-Version, NFC und – wie gesagt – eine gute Kamera. Selbst beim Lautsprecher finden wir bis auf etwas schwache Bässe keine negativen Punkte. Auch bei der Verarbeitung hat Oneplus wie angekündigt nicht gespart.

Durch die gute Leistung, die hohe Verarbeitungsqualität und Oxygen OS als gut durchdachtes Betriebssystem empfinden wir besonders die 400-Euro-Version momentan als nahezu konkurrenzlos. Xiaomi kommt mit dem Poco F2 Pro nah heran, allerdings bietet dieses Gerät unserer Meinung nach eine weniger gelungene Mischung aus Software und Hardware – die Entscheidung ist aber sicherlich auch Geschmackssache.

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Das Poco F2 Pro hat mit dem Snapdragon 865 zwar Qualcomms aktuelles Top-SoC an Bord, dafür jedoch weniger Arbeitsspeicher, kein 90-Hz-Display, keine duale Frontkamera, nicht so gute Lautsprecher und kein Oxygen OS. Besonders wenn man Wert auf schnelle Updates legt und den mitunter engen Kontakt zwischen Hersteller und Kundschaft schätzt, dürfte man bei Oneplus besser aufgehoben sein. Enger wird die Konkurrenzsituation bei der 12-GByte-Version des Nord.

Technische Daten des Oneplus Nord
Display 6,44 Zoll AMOLED, 2.400 x 1.080 Pixel, HDR, 90 Hz
Hauptkamera Vierfachkamera mit 48-Megapixel-Hauptkamera (Sony IMX 586, f/1.7, OIS), 8-Megapixel-Tiefenkamera mit 5 Megapixeln und f/2.4, Makrokamera mit 2 Megapixeln und f/2.4
Frontkamera Weitwinkelkamera mit 32 Megapixeln (Sony IMX616, f/2.0), Superweitwinkelkamera mit 8 Megapixeln und f/2.45
Chipsatz Snapdragon 765G
Speicher 8 oder 12 GByte Arbeitsspeicher, 128 oder 256 GByte Flash-Speicher, kein Speicherkartensteckplatz
Netzwerk 5G, Cat20-LTE, WLAN nach 802.11ac, Bluetooth 5.1, NFC, GPS
Maße 158,3 x 73,3 x 8,2 mm
Gewicht 184 Gramm
Akku 4.115 mAh, schnellladbar mit 30 Watt-Netzteil, kein drahtloses Laden möglich
Betriebssystem Android 10 mit Oxygen OS 10.5
Besonderheiten Duale Frontkamera, Fingerabdrucksensor unter dem Display

Oneplus' Wiedereinstieg in preislich etwas niedrigere Gefilde halten wir insgesamt für gelungen. Spannend wird sein, wie weit der Hersteller seine neue Geräteserie noch ausbauen wird. Platz nach unten ist von der Hardware her angesichts der guten Ausstattung des Nord allemal.


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