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Oneplus Five im Test: Der Oneplus-Nimbus verblasst - ein bisschen

Oneplus hat mit dem Five ein neues Oberklasse-Smartphone vorgestellt. Es überzeugt mit einer sehr guten Ausstattung und hat erstmals eine Dual-Kamera. Käufer erhalten viel Leistung für ihr Geld, der preisliche Abstand zur Konkurrenz hat sich aber verringert.
/ Ingo Pakalski
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Oneplus Five folgt auf 3T und Three. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Oneplus Five folgt auf 3T und Three. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Oneplus hält den kurzen Produktzyklus bei: Zwischen dem Five und dem 3T liegt nur ein halbes Jahr, wiederum sechs Monate lagen zwischen dem 3T und dem Three. Während das 3T nur eine leicht überarbeitete Version des Three ist, bringt das Five allerdings einige Neuerungen. Die hinzugekommene Dual-Kamera greift den Ansatz vom iPhone 7 Plus auf. Wie bei den Oneplus-Topsmartphones üblich, steckt auch im Neuling ein aktueller Oberklasse-Prozessor von Qualcomm, was hervorragende Benchmark-Ergebnisse verspricht.

Oneplus Five – Test
Oneplus Five – Test (01:55)

Der chinesische Hersteller überspringt bei der Nummerierung die Four, um kein Gerät mit einer Unglückszahl auf den Markt zu bringen – im chinesischen steht die Zahl vier für Tod respektive Unglück und wird daher häufig für Produktbezeichnungen gemieden.

Erstes Oneplus-Smartphone mit Dual-Kamera

Der wesentliche Unterschied zum 3T ist die Dual-Kamera im Five. Sie besteht aus Sonys 16-Megapixel-Sensor IMX 398 als Hauptkamera und der IMX 350 mit 20-Megapixel-Sensor, ebenfalls von Sony. Die Hauptkamera hat eine Blende von f/1.7 und soll damit auch bei dunkler Umgebung noch gute Aufnahmen machen. Im 3T wurde ein älterer Sony-Sensor mit ebenfalls 16 Megapixeln und einer Blende von f/2.0 verwendet. Die zweite Kamera im Five hat eine Blende von f/2.6.

Die Pixelgröße der Hauptkamera ist mit 1,12 µm unverändert geblieben. Bei der Fotoqualität schneidet das Five aber im direkten Vergleich zum 3T minimal schlechter ab. Beim Rauschverhalten und bei der Schärfe sind wir mit der Kamera im 3T zufriedener. Wenn wir stark in das Bild hineinzoomen, machen sich bei den Fotos der Five-Kamera leichte Artefakte bemerkbar, die es bei der 3T-Kamera nicht gibt.

Für sich genommen sind die Bilder der Five-Kamera bei Sonnenlicht und Außenaufnahmen sehr gut und können es sogar mit den Bildern des Galaxy S7 aufnehmen. Die Farbwiedergabe ist natürlich, der Weißabgleich stimmt. Die geschilderten Unterschiede fallen also nur bei sehr genauer Begutachtung der Fotos auf. Ähnliches gilt auch für Innenaufnahmen, bei denen die Five-Kamera leider mit einem nochmals stärkeren Rauschen auffällt als die des Vorgängers.

Dual-Kamera bringt Porträt-Funktion und Quasi-Zoom

Die Dual-Kamera im Five ist für zwei Einsatzzwecke gedacht. Einerseits hat die zweite Kamera eine geringere Brennweite und kann Objekte so dichter heranholen. Damit steht eine Art Zoom-Funktion bereit. Bilder, bei denen der zweite Kamerasensor verwendet wird, sind etwas schärfer und zeigen Details besser als die der Hauptkamera, wenn wir in das Foto hineinzoomen. Außerdem erhöht sich die Farbintensität, die Bilder wirken lebendiger. Bei Innenraumaufnahmen steigt das Bildrauschen allerdings merklich, so dass die zweite Kamera eher für den Außeneinsatz geeignet ist.

Der zweite Einsatzzweck ist ähnlich wie beim iPhone 7 Plus: Die Fotos beider Sensoren werden miteinander verknüpft und mit einem Algorithmus wird eine zuverlässig errechnete Tiefenschärfe ins Foto eingefügt. Porträtaufnahmen werden aufgewertet, indem der Hintergrund unscharf gestellt wird. Die Fotos vermitteln den Eindruck, als seien sie mit einer Spiegelreflexkamera aufgenommen worden. Der Algorithmus hat in unseren Tests immer zuverlässig gearbeitet, wir waren mit den Ergebnissen sehr zufrieden.

Der Autofokus der Kamera reagiert zügig und stellt Objekte zuverlässig scharf. Wird der Fokuspunkt selbst bestimmt, kann die Belichtung über einen Drehregler angepasst werden. Die Kamera-App ist übersichtlich gehalten und lässt sich bequem bedienen. Das Five unterstützt wie das 3T Aufnahmen im RAW-Format und bietet dem Nutzer einen manuellen Modus. Hier können die Einstellungen der Kamera selbst gewählt werden.

Videos können in 4K-Qualität bei einer Bildrate 30 fps aufgenommen werden, die Zeitlupenfunktion unterstützt Videos in 720p bei 120 fps. Wie beim 3T ragt die Kameralinse aus dem Gehäuse heraus. Liegt das Smartphone mit der Rückseite auf dem Tisch, wackelt es bei der Bedienung, weil es nicht plan aufliegen kann.

Die Frontkamera liefert ebenfalls 16 Megapixel.

Die Frontkamera bietet eine hohe Auflösung

Bei der Frontkamera ist Oneplus von Samsung zu Sony gewechselt und nutzt jetzt den IMX-371-Sensor mit einer Pixelgröße von 1 µm. Die Auflösung bleibt mit 16 Megapixeln erfreulich hoch. Dadurch eignet sich die Frontkamera für hochqualitative Selbstportraits, aber auch für hochwertige Videotelefonate.

Die Funktionen der Dual-Kamera sind praktisch und gefallen uns. Die Hauptkamera ist zwar geringfügig schlechter als die im 3T, aber dennoch sind damit qualitativ hochwertige Fotos möglich. Schade ist nur, dass die Probleme bei Innenraumaufnahmen eher noch etwas zugenommen haben.

Gutes Full-HD-Display mit Amoled-Technik

Beim Five setzt Oneplus wieder auf einen 5,5 Zoll großes Amoled-Display mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln. Es zeigt Inhalte sehr klar und deutlich, die Farbwiedergabe ist angenehm und die Blickwinkelstabilität ist gut, auch von der Seite sind Inhalte auf dem Display gut erkennbar. Die Farbtemperatur lässt sich in den Einstellungen anpassen. Bei maximaler Helligkeit sind Inhalte auch bei Sonnenlicht noch gut erkennbar und für dunkle Umgebungen kann die Displayhelligkeit angenehm weit heruntergeregelt werden.

Unverändert sind auch die Positionen der Tasten am Gerät. Unterhalb des Displays befindet sich in der Home-Taste wieder der Fingerabdrucksensor, der schnell und zuverlässig funktioniert. Links und rechts daneben liegen nicht markierte Sensorflächen. Standardmäßig steht die linke Fläche für die Zurück-Funktion bereit und die zuletzt aufgerufenen Apps erscheinen beim Druck auf den rechten Sensorbereich. Bei Bedarf kann die Belegung aber auch vertauscht werden.

Praktischer Alarmschalter

Da beide Sensorflächen nicht beschriftet sind, kann es anfangs leicht passieren, dass man versehentlich die Flächen berührt. Wer sich partout nicht daran gewöhnen mag, kann eine virtuelle Navigationsleiste einblenden. Auf der rechten Gehäuseseite ist der Ein-Aus-Schalter untergebracht und links finden sich die Lautstärketasten und der praktische dreistufige Alarmschalter.

Mit diesem kann zwischen drei Modi gewechselt werden. Neben dem normalen Modus können zwei unterschiedliche Stummschaltoptionen gewählt werden. Entweder werden alle Benachrichtigungen komplett stumm geschaltet oder nur bestimmte Benachrichtigungen erscheinen. Beide Modi können vom Nutzer umfangreich angepasst werden. Der Alarmschalter ist sehr praktisch, um schnell die Alarmmodi wechseln zu können.

Das Five läuft mit Oxygen OS von Oneplus und bringt praktische Ergänzungen.

Oxygen OS mit Verbesserungen

Oneplus setzt bei seinen Smartphones auf Oxygen OS. Beim Five kommt die Version 4.5.0 zum Einsatz, die auf Android 7.1.1 alias Nougat basiert. Die aktuelle Android-Version ist also vorhanden; der Patch-Level ist halbwegs aktuell, der letzte zur Verfügung gestellte Android-Patch stammt vom Mai 2017. Oneplus verändert die Android-Oberfläche kaum und verzichtet erfreulicherweise auf unnötig viele Zusatz-Apps, die viele Anwender nicht benötigen, sogenannte Bloatware.

Auf dem Startbildschirm gibt es wieder den Shelf-Bereich, den es im Basis-Android so nicht gibt. Er wird durch einen Fingerwisch nach rechts vom Startbildschirm aufgerufen. Hier werden der Wetterbericht sowie die zuletzt genutzten Apps und Kontakte angezeigt. Neben diesen voreingestellten Möglichkeiten können etliche Funktionen nachgerüstet werden, denn Shelf nutzt die Widgets der jeweiligen Apps, die sonst auf dem Startbildschirm abgelegt werden.

Wer einige Widgets nicht zwingend auf dem Startbildschirm verwenden möchte, kann sie also in Shelf auslagern und kann diese dennoch bequem und direkt erreichen. Wer die Shelf-Funktion nicht braucht, kann sie auch abschalten. Eine weitere Option ermöglicht das Öffnen der Schnelleinstellungen bzw. der Benachrichtigungen, indem auf einem leeren Bereich im Startbildschirm nach unten gewischt wird. Auch das ist abschaltbar.

Der Nutzer kann vieles konfigurieren

Oxygen OS zeichnet sich dadurch aus, dass es vom Anwender sehr umfassend konfiguriert werden kann, und es gibt die ein oder andere praktische Zusatzfunktion. Dazu gehört eine erweiterte Screenshot-Funktion, mit der etwa lange Webseiten in einer Datei gespeichert werden können. Wie gewohnt, wird der Screenshot durch Halten der Ein-Taste zusammen mit der Leiser-Taste aufgerufen. Darin kann über einen Zusatzknopf die Möglichkeit ausgewählt werden, dass automatisch gescrollt wird, bis der Nutzer auf den Bildschirm tippt, dann wird der Screenshot in der gewünschten Länge abgespeichert. Das ist eine bequeme Möglichkeit, um längere Webseiten am Stück zu speichern oder zu verschicken.

Umfangreiche Anpassungen finden sich in den Display-Einstellungen. So kann der Hintergrund aller Apps schwarz geschaltet werden, das gilt auch für die Android-Einstellungen. Zudem gibt es einen Lese- und einen Nachtmodus. Im Lesemodus wird das Display leicht rötlich eingefärbt, um das Lesen angenehmer zu machen. Mittlerweile gibt es für den Nachtmodus auch eine Zeitsteuerung. Außerdem kann die Farbe der Benachrichtigungs-LED umfangreich angepasst werden.

Inaktivitätsdisplay leicht verändert

Bei Bedarf kann der Prozentwert für den Akkuladestand in der Statusleiste angezeigt werden. Als Neuerung kann auch die jeweilige Netzwerkgeschwindigkeit in der Statuszeile erscheinen. Verschlechtert hat sich leider das Inaktivitätsdisplay. Die Funktion ist weiterhin da und zeigt neu ankommende Nachrichten und die Uhrzeit auf dem Bildschirm. Allerdings ist die Helligkeit der Schrift dafür verringert worden, so dass sich die Inhalte weniger gut als bei den Vorgängermodellen erkennen lassen.

Außerdem reagiert die Funktion nicht mehr, wenn sich eine Hand dem Display nähert. Bei den Vorgängermodellen ist es noch so, dass sich dann das Display mit den Benachrichtigungen und der Uhrzeit einschaltet. Jetzt geht das Display nur noch an, wenn das Smartphone angehoben oder etwa aus der Tasche genommen wird. Wir konnten nicht klären, ob es sich hierbei nur um einen Fehler in der Firmware handelt.

Mehrere Funktionen mit einer Taste

Weiterhin können der Home-Knopf und die Sensorbereiche mit zusätzlichen Funktionen belegt werden. Mit langem Drücken oder doppelter Betätigung können entsprechende Befehle darüber ausgeführt werden. Langes Drücken des Home-Knopfes kann etwa das Display ausschalten, so dass sich darüber bei eingerichtetem Fingerabdrucksensor das Display ein- und auch wieder ausschalten lässt – parallel zum Einschaltknopf am Gehäuserand.

Zu den möglichen Funktionen gehören: Suchassistent oder Sprachsuche starten, Kamera öffnen, Shelf öffnen, Benachrichtigungsbereich öffnen oder geteilte Ansicht starten. Auch die Gesten sind wieder dabei, können neuerdings aber vom Nutzer angepasst werden. Die Gestenanpassungen wird es nicht für ältere Geräte geben; das bleibe dem Five vorbehalten, erklärte Oneplus auf Nachfrage.

Das Five läuft mit Qualcomms aktuellem Topprozessor.

Bei den Benchmarks ist das Five top

Oneplus setzt wie Sony beim Xperia XZ Premium auf Qualcomms aktuellen Topprozessor, den Snapdragon 835. Er hat acht Kryo-Kerne, die mit einer Taktrate von bis zu 2,45 GHz laufen. Im Zusammenspiel mit dem üppigen Arbeitsspeicher von 8 GByte reagiert unser Testmuster immer sehr schnell und es treten keine Hänger auf, auch bei anspruchsvollen Spielen.

Bei den Benchmarks erreicht das Five besonders gute Werte. Im Geräte-Benchmark Geekbench 4.1 kommt es auf 1.928 Punkte im Single-Lauf und liegt damit auf dem Niveau des Xperia XZ Premium und nur leicht unter den 2.002 Punkten des Galaxy S8. Im Multi-Core-Lauf erreicht es 6.667 Punkte und übertrifft auch hier das Xperia XZ Premium leicht. Der Abstand zum Galaxy S8, das es auf 6.711 Zähler bringt, schrumpft entsprechend.

Auch in den Grafik-Benchmarks unterscheiden sich die Ergebnisse von Five und Xperia-Smartphone kaum, die Unterschiede liegen im Bereich der Messtoleranz. Im Car-Chase-Test des GFX Bench liegt der Offscreen-Wert mit 24 fps genau auf dem Sony-Niveau, das Galaxy S8 ist hier mit 25 fps minimal besser. Dafür schneidet es im Icestorm-Unlimited-Test des 3DMark deutlich schlechter ab. Es schafft hier 28.389 Punkte, das Five bringt es auf 40.497 Punkte und das Xperia 40.477 Punkte.

Ausstattung auf Oberklasse-Niveau

Die weitere Ausstattung ist teilweise sogar oberhalb des üblichen Oberklasse-Niveaus. Das Smartphone hat in der 128-GByte-Ausführung 8 GByte Arbeitsspeicher, das Modell mit 64 GByte Flash-Speicher hat immerhin noch 6 GByte Arbeitsspeicher. Beides ist mehr als ausreichend, um keine Ruckler oder Hänger zu verursachen.

Wie bei Oneplus üblich gibt es keinen Steckplatz für Speicherkarten. Das Fehlen begründete der Hersteller im Gespräch mit Golem.de damit, dass jede Veränderung am Gerät mit Geschwindigkeitseinbußen einhergehen könnte.

Dual-SIM und Kopfhörerbuchse

Das Smartphone ist mit einem Dual-SIM-Steckplatz versehen, unterstützt LTE Cat 12, Dual-Band-WLAN samt ac-Standard und Bluetooth 5.0. Es hat einen GPS-Empfänger, einen NFC-Chip sowie einen USB-Typ-C-Anschluss und eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für klassische Kopfhörer.

Das Five steckt in einem 154,2 x 74,1 x 7,25 mm großen Metallgehäuse und wiegt 153 Gramm. Es liegt gut in der Hand und ist angenehm schmal, so dass es recht gut mit einer Hand bedient werden kann. Die Rückseite ist nicht so rutschig, dass wir Sorge haben müssen, dass uns das Smartphone versehentlich aus der Hand gleitet. Als Zubehör bietet Oneplus wieder sogenannte Styleswap-Cover an, mit denen das äußere Erscheinungsbild des Smartphones angepasst werden kann.

Solide Akkulaufzeit

Im Five steckt ein 3.300-mAh-Akku – wie auch im Xperia XZ Premium. Im Vergleich zum Sony-Smartphone erreicht das Gerät einen deutlich besseren Akkuwert. Einen 1080p-Film konnten wir bei voller Helligkeit 8 Stunden lang anschauen. Bei mittlerer Helligkeit erhöhte sich dieser Wert auf knapp 10 Stunden. Im Alltagsbetrieb kann das Smartphone bei moderater Nutzung durchaus zwei Tage verwendet werden, ohne dass der Akku zwischendurch aufgeladen werden muss.

Auch beim Five liegt wieder ein sogenanntes Dash-Ladegerät bei. Damit kann ein leerer Akku innerhalb einer halben Stunde auf 60 Prozent Ladung gebracht werden, nach einer Stunde liegt die Ladung bei etwa 90 Prozent und das vollständige Aufladen dauert etwa 1,5 Stunden. Gegenüber anderen Schnellladesystemen hat das Dash-Verfahren zwei Vorteile: Die Ladekurve ist steiler, so dass das Aufladen beschleunigt wird. Außerdem wird das Smartphone selbst nicht besonders heiß, weil ein Großteil der Ladewärme im Netzteil auftritt und nicht im Smartphone.

Diese Vorteile gibt es nur mit dem Dash-Netzteil. Prinzipiell kann das Five aber auch mit anderen Schnellladenetzteilen aufgeladen werden. Dann tritt die normale Hitzeentwicklung im Gerät auf und die Ladezeit verlängert sich etwas.

Verfügbarkeit und Fazit

Oneplus bringt das Five offiziell am 27. Juni 2017 auf den Markt. Am 21. Juni 2017 kann es für vier Stunden auch in einem Laden in Berlin gekauft werden: Von 18 Uhr bis 22 Uhr ist es in einem Popup-Store bei LFNA im Bikini Berlin in der Budapester Str. 44 in 10787 Berlin erhältlich, allerdings nur in begrenzter Stückzahl. Oneplus verspricht, dass zu Beginn Wartemarken ausgeteilt werden; wer eine Wartemarke hat, soll auf jeden Fall auch ein Gerät mitnehmen können.

Ansonsten kann das Smartphone wie üblich online bestellt werden. Das Oneplus Five(öffnet im neuen Fenster) in grauem Gehäuse mit 6 GByte Arbeitsspeicher und 64 GByte Flash-Speicher kostet 500 Euro und ist damit 60 Euro teurer als der Vorgänger 3T. Für 560 Euro gibt es das Oneplus Five(öffnet im neuen Fenster) in Schwarz mit 8 GByte Arbeitsspeicher und mit 128 GByte Flash-Speicher, das entsprechende 3T kostet 80 Euro weniger. Versandkosten fallen generell nicht an. Oneplus verspricht, dass alle Bestellungen ohne lange Wartezeiten bearbeitet werden.

Fazit

Der Nimbus von Oneplus verblasst langsam. Der Hersteller galt vor allem als Anbieter von Smartphones mit Oberklasse-Ausstattung zu einem besonders günstigen Preis. Auch das Five-Smartphone unterbietet die Preise der Oberklasse-Konkurrenz, der preisliche Abstand schrumpft aber zunehmend. Das vor knapp zwei Jahren erschienene Two-Smartphone gab es noch für 340 Euro. Bis zum Five hat sich der Preis seitdem schrittweise um 160 Euro erhöht.

Käufer des Five erhalten weiterhin ein top ausgestattetes Smartphone zu einem sehr günstigen Preis. Vergleichsgeräte von Samsung, LG, HTC, Sony und Co haben deutlich höhere Listenpreise. Mit der Zeit verringern sich die Straßenpreise für diese Smartphones aber deutlich – und der preisliche Abstand verringert sich dann weiter. Denn durch den Direktvertrieb über Oneplus werden die Geräte nur günstiger, wenn eine reguläre Preissenkung vorgenommen wird.

Die allgemeine Kameraleistung im Five hat sich im Vergleich zum 3T minimal bei der Schärfe und beim Rauschverhalten verschlechtert. Die Unterschiede fallen allerdings nur im direkten Vergleich und bei starker Vergrößerung auf. Die Five-Kamera liefert gute Ergebnisse und mit der zweiten Kamera gelingen sehr gute Porträtaufnahmen mit einer durch einen Algorithmus zuverlässig errechneten Tiefenunschärfe.

Der Snapdragon 835 setzt das Oneplus-Smartphone an die Benchmark-Spitze. Dank dem Prozessor und dem üppigen Arbeitsspeicher kommt es auch mit grafikintensiven Anwendungen zurecht. Die Optimierungen von Oxygen OS sind praktisch und erweitern den Funktionsumfang von Android auf angenehme Weise. Es ist erfreulich, dass Nutzer so viel konfigurieren und das Gerät so anpassen können.

Unzweifelhaft ist das Oneplus Five ein vorzüglich ausgestattetes Oberklasse-Smartphone zu einem vergleichsweise niedrigen Preis. Die größte Konkurrenz kommt hier aus dem eigenen Haus: Dem 3T fehlt zwar die zweite Kameralinse, aber wer darauf keinen Wert legt, ist mit dem Gerät weiterhin gut bedient und erhält sogar eine etwas bessere Hauptkamera. Wer also bereits ein Three oder 3T besitzt, muss nicht zum neuen Modell greifen.


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