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Oneplus 10 Pro im Test: Oneplus peppt das 9 Pro auf

Beim Oneplus 10 Pro liegt der Fokus stark auf der Kamera und dem neuen Design - es gibt aber auch Gemeinsamkeiten mit dem Vorgängermodell.
/ Tobias Költzsch
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Das Oneplus 10 Pro (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Das Oneplus 10 Pro Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Oneplus hat gut ein Vierteljahr nach der Vorstellung in China den globalen Marktstart des Oneplus 10 Pro bekannt gegeben. Anders als in den Vorjahren gibt es bislang noch kein Modell ohne Pro-Zusatz - das 10 Pro ist bislang das einzige Gerät der 10er-Reihe.

Golem.de hat sich das Oneplus 10 Pro vor dem heutigen Marktstart in Deutschland genauer angeschaut. Dabei haben wir unter anderem die Kamera mit der des Pixel 6 Pro verglichen - eine der aktuell besten Smartphone-Kameras. Insgesamt macht das Oneplus 10 Pro einen guten Eindruck, es gibt aber auch viele Gemeinsamkeiten mit dem Vorgänger Oneplus 9 Pro.

Wie bereits bei den Modellen der vergangenen Jahre liegt der Fokus beim Oneplus 10 Pro stark auf der Kamera. Unter anderem kann diese 10-Bit-Aufnahmen machen und soll dank Hasselblad-Kalibrierung Farben besonders natürlich und sauber darstellen. Die restliche Hardware ist in der Oberklasse angesiedelt - wie auch wieder der Preis von je nach Speicherausstattung 900 oder 1.000 Euro.

Gleiches Display wie beim Oneplus 9 Pro

Das AMOLED-Display des Oneplus 10 Pro ist 6,7 Zoll groß, hat eine Auflösung von 3.216 x 1.440 Pixeln und unterstützt dank LTPO-Technologie automatische Bildraten zwischen 1 und 120 Hz. Wem das bekannt vorkommt: Das Oneplus 9 Pro verwendet exakt das gleiche Display, Oneplus hat kein neues Panel verbaut. Entsprechend ist auch der Bildeindruck wie beim Vorjahresmodell wenig überraschend identisch und damit sehr gut.

Im Inneren des Oneplus 10 Pro steckt mit dem Snapdragon 8 Gen1 Qualcomms aktuelles SoC. Im 3DMark und im GFX-Benchmark kommt das Oneplus 10 Pro auf die gleichen Werte wie Konkurrenten mit dem Chipsatz, im Geräte-Benchmark Geekbench kommen wir mit unseren Messungen allerdings zunächst nur auf einen Single-Wert von um die 990 Punkte und einen Multi-Wert von unter 3.300 Zählern. Das sind Werte, wie wir sie mit dem Xiaomi 12X und seinem Snapdragon 870 gemessen haben, der normalerweise in einer Liga unter dem Snapdragon 8 Gen1 spielt.

Eigentlich sollte das Oneplus 10 Pro einen Single-Wert von deutlich über 1.200 Punkten erreichen. Das schafft das Smartphone auch, aber erst, nachdem wir den sogenannten Hochleistungsmodus dauerhaft eingeschaltet haben. Dieser deaktiviert offenbar eine automatisiert zugeschaltete Leistungsreduzierung, die im Auslieferungszustand beim Geekbench für zu geringe Werte sorgt. Zu finden ist der Hochleistungsmodus in den Akkuoptionen.

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Oneplus ermöglicht es damit zwar seinen Nutzern, die App-Drosselung abzuschalten, hat die Leistungsreduzierung standardmäßig aber aktiviert, was wir nicht gut finden. Zudem kaschiert der Begriff Hochleistungsmodus den Umstand, dass Oneplus die Leistung des Smartphones im Normalzustand für manche Apps drosselt; ist der Modus aktiviert, wird einfach die Standardleistung des Snapdragon 8 Gen1 abgerufen, wie es bei anderen Smartphones mit dem gleichen Prozessor der Fall ist.

Flinkes System mit reichlich Arbeitsspeicher

Zusammen mit 12 GByte Arbeitsspeicher läuft unser Testgerät sehr flüssig und reagiert flink auf unsere Eingaben. Auch anspruchsvolle Anwendungen sind kein Problem für das Oneplus 10 Pro. Alternativ gibt es das Smartphone auch noch mit 8 GByte Arbeitsspeicher, was erfahrungsgemäß am flinken System nicht viel ändert.

Dreifachkamera mit neuem Superweitwinkelsensor

Auf der Rückseite hat das Oneplus 10 Pro eine Dreifachkamera - auf die Monochrom-Kamera des Oneplus 9 Pro hat der Hersteller verzichtet. Die Hauptkamera verwendet den gleichen IMX789-Sensor von Sony wie die des Vorgängers, auch die Optik scheint die gleiche zu sein. Bei der Superweitwinkelkamera wurde von einem Sony IMX766 auf Samsungs Isocell JN1 gewechselt. Die Telekamera scheint wiederum identisch mit der des Oneplus 9 Pro zu sein.

Die Hauptkamera liefert wenig überraschend bei Tageslicht ähnliche Ergebnisse wie die des Oneplus 9 Pro, allerdings ist die Kantenschärfe minimal höher. Das führt beim Oneplus 10 Pro zu stärkeren Artefakten als beim Vorgänger. Die Schärfe ist gut und vergleichbar mit der des Pixel 6 Pro - allerdings weist Googles Smartphone wesentlich weniger Artefakte auf. Der Weißabgleich ist in Mischlichtsituationen beim Oneplus 10 Pro nicht so gut wie beim Pixel 6 Pro.

Der Sensorwechsel bei der Superweitwinkelkamera vom Oneplus 9 zu 10 ändert am allgemeinen Bildeindruck kaum etwas. Allerdings ist die Schärfe des im 10 Pro verbauten Samsung-Sensors wesentlich schlechter, was sich nicht nur im direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell zeigt, sondern auch mit dem Pixel 6 Pro. Interessant ist der 150-Grad-Modus, in dem wir Fotos mit einem Blickwinkel von 150 anstelle von 110 Grad aufnehmen können.

Telekamera verliert bei stärkeren Vergrößerungen Details

Die Telekamera hat eine 3,3-fache optische Vergrößerung, der Bildeindruck bei Tageslichtaufnahmen ist identisch mit dem des Oneplus 9 Pro - und damit sehr gut. Bei höheren, digital erzeugten Vergrößerungen kann das Oneplus 10 Pro aber nicht mit den Algorithmen des Pixel 6 Pro mithalten, bei denen wir wesentlich mehr Details erkennen können.

Die Unterschiede zum Oneplus 9 Pro werden deutlicher, wenn wir das 10 Pro im Nachtmodus verwenden. Bei der Hauptkamera erzielen wir mit dem neuen Modell bessere Ergebnisse als mit dem Vorgänger. Die Bilder sind von der Ausleuchtung in etwa so gut wie beim Pixel 6 Pro, beim Google-Smartphone ist allerdings die Schärfe etwas besser. In schwierigen Lichtsituationen, etwa bei hell erleuchteten Schildern, macht das Oneplus 10 Pro sogar besser ausgeleuchtete Aufnahmen als das Pixel 6 Pro.

Der Nachtmodus funktioniert auch beim Superweitwinkelobjektiv, das Ergebnis ist aber wesentlich schlechter als beim Oneplus 9 Pro. Der Wechsel zum Samsung-Sensor hat sich für Oneplus definitiv nicht gelohnt: Beim Vorgängermodell sind Nachtaufnahmen mit der Superweitwinkelkamera nicht nur besser belichtet, sondern auch wesentlich schärfer. Bei der Telekamera merken wir bei den Nachtaufnahmen keinen Unterschied zwischen den beiden Oneplus-Modellen. Verglichen mit dem Pixel 6 Pro macht das Google-Smartphone die wesentlich schärferen und besser ausgeleuchteten Tele-Nachtaufnahmen.

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Bei Fotoaufnahmen können wir auch einen manuellen Modus verwenden, der die Steuerung verschiedener Optionen wie der Auslösegeschwindigkeit, des ISO-Wertes oder des Weißabgleichs erlaubt. Auch für Videoaufnahmen gibt es einen manuellen Modus, bei dem wir unter anderem den ISO-Wert und die Auslösegeschwindigkeit einstellen können.

Videos manuell und ohne Farbkorrektur aufnehmen

Zudem können wir im Log-Format aufnehmen, also ohne eine Bearbeitung der Farben. Das ist für die Nachbearbeitung hilfreich. Videos können wir mit dem Oneplus 10 Pro mit einer Auflösung von bis zu 8K und 24 fps aufnehmen. 4K-Aufnahmen sind mit 30, 60 und sogar 120 fps möglich. Die Bildstabilisierung ist sehr gut, der Zoom läuft angenehm ruhig und flüssig.

Die Frontkamera des Oneplus 10 Pro macht gute Bilder, vor allem der Porträtmodus überzeugt durch eine saubere Trennung von Vorder- und Hintergrund und angenehme Hintergrundunschärfe. Insgesamt macht die Kamera des Oneplus 10 Pro einen guten Eindruck, wenngleich es vor allem bei den Fotoaufnahmen mitunter nur wenige Unterschiede zum Oneplus 9 Pro gibt. Bei der Superweitwinkelkamera sehen wir sogar eine Qualitätsverschlechterung zum Vorgänger.

Verglichen mit der Kamera des Pixel 6 Pro erreicht das Oneplus 10 Pro nicht ganz die gleiche Bildqualität, weist dafür aber dank der manuellen Modi für Fotos und Videos mehr Einstellungsmöglichkeiten auf. Vor allem für Videofans bietet das neue Oneplus-Smartphone eine Menge.

Neues Design mit angenehmer Rückseite

Die Kamera des Oneplus 10 Pro ist in einem neu gestalteten Modul verbaut, das komplett aus Keramikglas gefertigt ist. Wir finden das Design markanter als beim Vorgängermodell und auch verglichen mit der Konkurrenz ansehnlich. Der Übergang zum Rahmen weist eine gewisse Ähnlichkeit zu den Galaxy-S21-Modellen von Samsung auf, das Design halten wir insgesamt aber für eigenständig und gelungen.

Die Rückseite des Oneplus 10 Pro ist aus mattem Glas, dessen Struktur im Licht angenehm schimmert. Die Oberfläche ist zwar weniger griffig als die glänzende des Oneplus 9 Pro, dafür bleiben aber auch keinerlei Fingerabdrücke zurück. Als zu rutschig empfinden wir das Oneplus 10 Pro nicht. Die Verarbeitung wirkt sehr hochwertig, aufpassen sollten aber vielleicht Nutzer, die das Smartphone in der Gesäßtasche tragen: Am unteren Übergang des Kameramoduls kann das Gerät mit entsprechender Krafteinwirkung brechen . Im normalen Alltag sehen wir allerdings keine Gefahr, dass das Smartphone kaputtgeht.

Der Akku des Oneplus 10 Pro hat eine Nennladung von 5.000 mAh, er lässt sich mit dem mitgelieferten Netzteil mit bis zu 80 Watt laden. Drahtlos kann das Smartphone mit 50 Watt geladen werden. Einen Full-HD-Film können wir 15 Stunden lang auf dem Gerät streamen, ein sehr guter Wert.

Alert Slider ist immer noch eine gute Idee

Auch beim Oneplus 10 Pro hat der Hersteller wieder den sogenannten Alert Slider verbaut - einen kleinen Schiebeschalter, mit dem wir direkt zwischen Benachrichtigungen mit Ton, Benachrichtigungen nur mit Vibrationsalarm und einem Nicht-Stören-Modus umschalten können. Das finden wir auch Jahre nach der Einführung immer noch sehr praktisch.

Der Fingerabdrucksensor befindet sich wie beim Vorgänger wieder unter dem Display, ist aber von der Position her etwas nach oben gerutscht. Dadurch ist er besser erreichbar. Bei sehr trockenen Händen funktioniert der Sensor nicht so gut wie etwa der des Galaxy S22, alles in allem erkennt er unseren Fingerabdruck aber zuverlässig genug.

Ausgeliefert wird das Oneplus 10 Pro mit Android 12 und dem Fork Oxygen OS. Oneplus hat sich in den vergangenen Monaten von einigen Fans vorwerfen lassen müssen, dass man nach der Fusion mit Oppo dessen Android-Oberfläche übernehme. Insgesamt finden wir Oxygen OS 12.1 aber sehr übersichtlich und gut nutzbar. Die Google-Assistant-Alternative Shelf ist jetzt direkt über die Statusleiste verfügbar - wir erreichen sie, wenn wir ganz rechts nach unten wischen.

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Oneplus verspricht für seine Top-Smartphones drei Jahre lang Android-Upgrades und vier Jahre lang Sicherheitsupdates. Damit steht der Hersteller in puncto Software-Nachhaltigkeit hinter Samsung oder Google, die fünf Jahre Sicherheitsupdates versprechen.

Lautsprecher klingen gut

Das Oneplus 10 Pro unterstützt neben 5G Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2. Die eingebauten Stereolautsprecher sorgen für einen guten Klang und sind ausreichend laut. Einen Klinkenanschluss für Kopfhörer hat das Oneplus 10 Pro wie seine Vorgänger nicht, ebenso wenig wie einen Steckplatz für Micro-SD-Karten.

Oneplus 10 Pro: Verfügbarkeit und Fazit

Das Oneplus 10 Pro kostet bei Oneplus mit 8 GByte Arbeitsspeicher und 128 GByte Flash-Speicher 900 Euro. Das Modell mit 12 GByte RAM und 256 GByte Flash-Speicher kostet 1.000 Euro.

Fazit

Das Oneplus 10 Pro ist ein hochwertiges, top ausgestattetes Smartphone mit einem hochwertigen Display, einer Kamera mit vielen Einstellungsmöglichkeiten und einem leistungsfähigen Prozessor. Auch die Verarbeitung gefällt uns - die neue matte Rückseite sieht gut aus und fühlt sich sehr angenehm an.

Oneplus' Fokus auf die Kamera äußerst sich vor allem in guten manuellen Modi und der Möglichkeit, Videos ohne Farbkorrekturen aufnehmen zu können. Ansonsten ähneln die Fotos sehr denen des Oneplus 9 Pro - beim Superweitwinkelobjektiv beobachten wir sogar eine Verschlechterung aufgrund eines Sensorwechsels. Auch das Display hat Oneplus direkt vom 9 Pro übernommen; insgesamt werden wir den Eindruck nicht los, dass die beiden Modelle sich doch sehr nah sind.

Das Oneplus 10 Pro macht gute Fotos, auch der Nachtmodus überzeugt. Aus der Masse der anderen Android-Smartphones ragen die Ergebnisse aber nicht heraus - trotz Hasselblad-Kooperation, die sich für uns nur in voreingestellten Filtern äußert, die wir nicht brauchen.

Unschön finden wir, dass das Oneplus 10 Pro von Haus aus eine App-Drosselung aktiviert hat, die sich bei unserem Test beispielsweise in einem niedrigen Geekbench-Testwert niederschlägt. Wir können den Modus zwar ausschalten, indem wir einen sogenannten Hochleistungsmodus einschalten - darauf müssen Nutzer aber erst einmal kommen.

Technische Daten des Oneplus 10 Pro
Oneplus 10 Pro
Display 6,7 Zoll OLED LTPO, 3.216 x 1.440 Pixel. 1 - 120 Hz Bildrate
Prozessor Qualcomm Snapdragon 8 Gen1
Speicher 8 GByte LPDDR5-RAM und 128 GByte Flash (UFS 3.1), 12 GByte LPDDR5-RAM und 256 GByte Flash (UFS 3.1)
Kamera 48 Megapixel Hauptkamera mit f/1.8 und OIS (Sony IMX789), 12 Megapixel Superweitwinkelkamera mit bis zu 150 Grad Bildwinkel (Samsung Isocell JN1), 8 Megapixel Telekamera mit f/2.4 und OIS
Frontkamera 32 Megapixel (Sony IMX615)
Akku 5.000 mAh, Laden mit 80 Watt, drahtlos Laden mit 50 Watt
Netzwerk 5G, Wifi 6, Bluetooth 5.2
Größe 163 × 73.9 × 8.55 mm
Gewicht 201 Gramm
Betriebssystem Android 12 Oxygen OS

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Verglichen mit der Konkurrenz könnte das Oneplus 10 Pro für manchen aber vor allem in der 128-GByte-Version attraktiv sein. Das Galaxy S22+ von Samsung mit vergleichbaren Maßen kostet 1.050 Euro. Großer Konkurrent dürfte das Pixel 6 Pro sein, das mit 128 GByte Speicher ebenfalls 900 Euro kostet. Dort bekommen Nutzer eine stellenweise etwas bessere Kamera, einen längeren Software-Support und keine voreingestellte App-Drosselung.

Die Möglichkeit, ein technisch etwas reduziertes Oneplus 10 zu kaufen, gibt es in diesem Jahr übrigens nicht: Oneplus hat bislang noch keine Anstalten gemacht, ein derartiges Gerät vorzustellen.


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