One Tech Company: Siemens will Führungskräften den C-Level-Titel streichen
Die aktuelle Umorganisation des Industriekonzerns Siemens hat auch Auswirkungen auf Führungspositionen. Nach Informationen des Handelsblatts(öffnet im neuen Fenster) sollen Chief-Titel im Rahmen des neuen One-Tech-Company-Programms zu einem großen Teil abgeschafft werden, berichten Branchenkreise.
Es gebe hier einen Wildwuchs, der nicht mehr zur neuen Organisation mit schlankeren Strukturen passe. Im Konzern gebe es zum Beispiel Hunderte CEOs und CFOs von Sparten oder Landesorganisationen. Möglicherweise bis hinauf zur Vorstandsebene könnten viele solcher Titel künftig entfallen oder zum Beispiel durch "Head of" ersetzt werden. Siemens wollte die Informationen nicht kommentieren.
Das One-Tech-Company-Programm von Siemens ist eine der größten Umorganisationen in der Geschichte des Unternehmens. Auf dem Weg zum integrierten Technologiekonzern bekommen zum 1. Oktober viele Tausend Mitarbeiter eine neue Aufgabe oder Postenbezeichnung. "Viele unterschätzen die Auswirkungen noch immer", sagte ein Insider.
IG Metall sorgt sich um Konkurrenzfähigkeit statt um Arbeiterinteressen
Der Dax-Konzern arbeitet schon seit anderthalb Jahren an seiner neuen Strategie. Nach dem Willen des Vorstands soll Siemens sich zu einem integrierten Technologiekonzern weiterentwickeln. Jürgen Kerner, 2. Vorsitzender der IG Metall und stellvertretender Vorsitzender des Siemens-Aufsichtsrates, sagte zuvor zu dem Umbau(öffnet im neuen Fenster): "Wir tragen das Konzept der integrierten ONE Tech Company mit, weil es aus heutiger Sicht langfristig die besten Aussichten für Siemens bietet. Wenn eine Firma bei industrieller KI den amerikanischen Tech-Konzernen die Stirn bieten kann, dann ist das Siemens. Für die nun angekündigten Veränderungen bedeutet das in erster Linie, dass sie nicht mit einem Stellenabbau einhergehen dürfen."
Der Umbau von Siemens zur One Tech Company bleibt dabei verschwommen und voller Buzz Words, da der Vorstand um Roland Busch selbst nach anderthalb Jahren kaum mehr als interne Absichtserklärungen vorweisen kann. Es fehlt an konkreten, messbaren Schritten für die Umsetzung. Es bleibt weitgehend bei der abstrakten Zielsetzung, den Konzern von einem Anbieter zersplitterter Einzelprodukte zu einem "integrierten Lösungsanbieter" zu formen, der massiv auf künstliche Intelligenz und stark standardisierte Prozesse setzt. Busch versucht, durch eine zentralisierte, "direkte Führung" interne Fürstentümer zu entmachten, um die Profitrate im verschärften Konkurrenzkampf mit spezialisierten Tech-Monopolen zu steigern.
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