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One M9 im Hands on: HTCs Lollipop-Smartphone hat ein Zusatzknöpfchen

MWC 2015
Neue Kameratechnik, schnellerer Prozessor und bewährtes Alugehäuse: HTC hat das One (M9) vorgestellt. Es läuft mit der aktuellen Android-Version samt einigen Besonderheiten. Im Kurztest beweist sich das Smartphone als würdiger Nachfolger des One (M8).
/ Ingo Pakalski
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HTCs One (M9) kommt noch im März auf den Markt. (Bild: Ingo Pakalski/Golem.de)
HTCs One (M9) kommt noch im März auf den Markt. Bild: Ingo Pakalski/Golem.de

HTC hat das One (M9) offiziell vorgestellt: Damit bestätigen sich die kürzlich vorab bekanntgewordenen technischen Daten in allen Punkten . Wir haben uns das neue Modell angesehen, das in vielen Details besser ist als der Vorgänger.

HTC One M9 – Hands on
HTC One M9 – Hands on (01:07)

Das One (M9) hat wieder das typische Unibody-Gehäuse aus Aluminium, das auf der Rückseite gewölbt ist. HTC verspricht, dass das Gehäuse kratzresistent ist, damit das Smartphone auch bei intensivem Gebrauch keine hässlichen Gebrauchsspuren erhält. Dafür hat sich HTC von der Schmuckindustrie beraten lassen und die Fertigungsprozesse entsprechend angepasst.

Das Design orientiert sich im Detail stärker am One (M7) als am One (M8) . Die Kanten des One (M9) sind nicht mehr so stark abgerundet wie beim direkten Vorgänger. Dadurch kann es nicht mehr ganz so leicht aus der Hand gleiten, es ist etwas griffiger, auch durch die leichte Hervorhebung am Gehäuserand.

Im Vergleich zum One (M8) ist der Ein-Aus-Schalter von der Oberseite auf die rechte Gehäuseseite gerutscht. Besonders bei einhändiger Bedienung lässt sich der Knopf nun deutlich einfacher erreichen. Die Lautstärkewippe wurde durch zwei Lautstärketasten ersetzt.

Neues Topmodell mit 20-Megapixel-Kamera

Das neue Modell hat keine Ultrapixel-Kamera, sondern eine 20-Megapixel-Kamera mit einem BSI-Sensor. Auf der Rückseite ragt ein quadratischer Ausschnitt mit der Linse leicht aus dem Gehäuse heraus. Die Linse ist mit Saphirglas vor Beschädigungen geschützt und sollte daher nicht so leicht zerkratzen. Rund wie bei den Vorgängern konnte die Linse laut Hersteller nicht werden, weil sie dann noch größer geworden wäre.

HTC will mit der neuen Kamera vor allem dem Wunsch der Kunden nach Fotos mit vielen Detailinformationen nachkommen. Beim ersten Ausprobieren machte die Kamera einen guten Eindruck. Die Belichtung stimmte und die Fotos hatten auch beim Vergrößern noch viele Details. Im Gegenzug soll die neue Kamera bei schlechtem Licht nicht ganz so gute Ergebnisse liefern wie die Ultra-Pixel-Kamera. Eine abschließende Beurteilung der Kameraleistung ist erst durch einen ausführlichen Test möglich.

Neue Sense-Version mit Themes-Unterstützung

Im One (M9) fehlt die zweite Kameralinse des Vorgängermodells. Diese sammelt Tiefeninformationen, mit denen der Nutzer bei jedem Foto im Nachhinein den Fokuspunkt ändern kann. Eine solche Funktion gibt es im neuen Modell nicht mehr.

Im neuen Modell wird die Kamera-App des Desire Eye verwendet, es stehen also die gleichen Möglichkeiten bereit. Das neue One-Modell hat zudem eine neue Bildbearbeitungs-App erhalten, mit der sich aufgenommene Fotos umfangreich nachträglich bearbeiten lassen. So können zwei Fotos übereinandergelegt werden, so dass der Eindruck entsteht, eine Doppelbelichtung sei passiert, wie es in der Analogfotografie heißt.

Auf der Vorderseite setzt HTC weiterhin auf eine Ultrapixel-Kamera und begründet das mit dem Haupteinsatzzweck der Frontlinse: Selbstporträts. Diese würden oft unter schlechten Lichtbedingungen entstehen, so dass diese Kameratechnik hier ihre Vorzüge ausspielen soll.

Android 5.0.2 mit Sense 7.0

Auf dem One (M9) läuft Android 5.0.2 alias Lollipop. Darauf setzt HTC seine eigene Bedienoberfläche Sense in der Version 7.0. Damit erhält die Oberfläche eine umfangreiche Themes-Unterstützung, es lassen sich auch Themes nachinstallieren. Das Aussehen der Oberfläche kann sich dabei an einem Foto orientieren. Dann werden die vier Basisfarbtöne des Bildes übernommen und für die Oberflächenelemente verwendet. Dadurch soll eine an das Hintergrundbild angepasste Oberfläche erreicht werden. Beim ersten Ausprobieren hat das gut funktioniert.

Als weitere größere Neuerung berücksichtigt der Sense-Launcher den Standort des Nutzers. Abhängig vom Standort erscheinen etwa daheim andere Apps auf dem Startbildschirm als am Arbeitsort. Damit soll sich das Smartphone besser an den Nutzer anpassen und ihm die Informationen liefern, die er gerade braucht.

5-Zoll-Smartphone mit schnellem Prozessor

Neu ist auch ein vierter Soft-Button, der in die Navigationsleiste eingefügt werden kann. Der Nutzer kann aus fünf Belegungen auswählen. Mit der Taste kann der Bildschirm ausgeschaltet werden oder die Navigationsleiste lässt sich ausblenden. Um sie wieder zu aktivieren, genügt ein Wisch von unten in das Display.

Zudem können darüber der Benachrichtigungsbereich oder direkt die Schnellwahleinstellungen geöffnet werden. Das einmalige oder doppelte Wischen von oben in das Display ist dann nicht mehr nötig. Vor allem bei der Bedienung mit einer Hand ist das eine deutliche Erleichterung. Zudem lassen sich die Schnelleinstellungen zügiger erreichen, als es mit Lollipop der Fall ist, weil dafür jetzt immer zwei Wischbewegungen benötigt werden. Als fünfte Möglichkeit kann das Drehen des Displays darüber umgeschaltet werden.

Das alles erinnert an eine Funktion in Huaweis Bedienoberfläche Emui in der Version 3.0: Dort lässt sich auch ein vierter Button einblenden, mit dem sich aber nur entweder der Benachrichtigungsbereich oder die Schnelleinstellungen öffnen lassen. Der Nutzer hat darauf keinen Einfluss. Sobald eine Benachrichtigung vorliegt, sind die Schnellzugriffe darüber nicht mehr erreichbar. Mit anderen Funktionen kann der Button nicht belegt werden. Ein weiterer Knopf kann die Navigationsleiste ausblenden, mit einem Wisch von unten in das Display erscheint sie wieder.

5-Zoll-Touchscreen erhält Handschuhmodus

Auch das neue Modell hat einen 5 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln, Inhalte werden scharf und klar dargestellt, die Farben wirken angenehm. Das Display ist vor Kratzern und Beschädigungen geschützt. Für den Touchscreen kann in den Einstellungen ein Handschuhmodus aktiviert werden, damit er mit entsprechendem Fingerschutz bedient werden kann.

Die Displaydaten entsprechen also dem Vorgängermodell. Auch die beiden charakteristischen Boom-Sound-Lautsprecher auf der Vorderseite sind wieder vorhanden. Bezüglich Klang unterstützt das One (M9) Dolby-Technik und mit einem als Zubehör angebotenen Headset soll virtueller 5.1-Raumklang möglich sein.

HTC hat sich nach eigener Aussage bewusst dagegen entschieden, ein Display mit noch höherer Auflösung einzubauen. Die höhere Auflösung sei bei dieser Displaygröße mit dem Auge kaum mehr zu bemerken. Zudem würde sie den Akku stärker belasten, so dass sich die Laufzeit deutlich verringern würde.

Auch ein größeres Display kam für HTC nicht infrage. Der Hersteller befürchtet, dass sich das Smartphone sonst nicht mehr gut mit einer Hand bedienen lässt. Das sei für die Zielgruppe des Geräts aber sehr wichtig.

HTC verwendet Qualcomms neuen Octa-Core-Prozessor Snapdragon 810 . Er besteht aus zwei Quad-Core-Einheiten, die eine läuft mit einer Taktrate von 2 GHz, die andere mit 1,5 GHz. Im Prozessor ist gleich die Modemeinheit integriert, dadurch soll sich die Akkulaufzeit im Vergleich zu getrennten Lösungen verlängern.

Verfügbarkeit und Fazit

Im Vergleich zum One (M8) wurde der Speicher aufgestockt: Statt 2 GByte gibt es künftig 3 GByte Arbeitsspeicher und der Flash-Speicher wurde auf 32 GByte verdoppelt. Zudem gibt es wieder einen Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis zu 128 GByte. Damit ist die Speicherbestückung auf einem guten Niveau.

Das LTE-Smartphone wird neben UMTS und GSM auch Dual-Band-WLAN nach 802.11 a/b/g/n/ac sowie Bluetooth 4.1 unterstützen. Ein GPS-Empfänger und ein NFC-Chip sind ebenfalls vorhanden. Zudem gibt es wieder eine Infrarotschnittstelle in der oberen Gehäusekante. Wie auch beim Vorgängermodell befindet sich daher die Kopfhörerbuchse neben dem USB-Anschluss an der unteren Gehäusekante.

Mit Maßen von 144,6 x 69,7 x 9,61 mm ist das neue HTC-Topmodell minimal dicker als das Vorgängermodell. Das One (M8) ist 9,35 mm dick. Dafür ist das Gewicht minimal geringer, es beträgt 157 statt 160 Gramm. Aus dem 2.600-mAh-Akku wurde ein Lithium-Polymer-Akku mit 2.840 mAh. Im UMTS-Betrieb gibt HTC eine maximale Sprechzeit von knapp 22 Stunden an, im GSM-Netz verlängert sich dieser Wert auf über 25 Stunden. Die Bereitschaftszeit beziffert HTC mit rund 16 Tagen. Diese Werte lassen vermuten, dass das Smartphone im Alltagsbetrieb einen Tag durchhält.

HTC bringt das One (M9) am 31. März 2015 für 750 Euro auf den Markt. Das Vorgängermodell kam vor einem Jahr für 680 Euro auf den Markt. Es ist damit zu rechnen, dass viele Onlinehändler bereits in den kommenden Tagen eine Vorbestellung des Smartphones anbieten werden.

Fazit

Im Kurztest erweist sich das One (M9) als würdiger Nachfolger des One (M8). Vor allem die auf hohe Auflösungen optimierte Kamera dürfte für die meisten Nutzer im Alltag besser sein als die Ultra-Pixel-Kamera des Vorgängers. Die Qualität der Kamera lässt sich erst in einem ausführlichen Test klären. Bezüglich Prozessor- und Speicherbestückung gibt es nichts zu meckern. Das Gerät reagiert schnell auf Eingaben und lässt sich flüssig bedienen.

HTC hat die Sense-Obefläche sinnvoll für Android 5.0 optimiert. Wer die Bedienoberfläche an seine eigenen Wünsche anpassen will, kann dies dank Themes-Unterstützung nun wesentlich bequemer erledigen. Der vierte Button in der Navigationsleiste vereinfacht die Bedienung. Damit lassen sich die Schnelleinstellungen von Lollipop tatsächlich wieder schnell erreichen.


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