One Fiber: EWE will Bahn mit bundesweitem Glasfasernetz ausstatten

Ein bundesweites Glasfasernetz entlang der Schienen ließe sich relativ einfach verlegen und würde nicht nur die Wi-Fi-Versorgung im Zug verbesssern. Jetzt liegt der Bahn eine erste Planung vor, einer der Partner ist relativ unbekannt.

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Castioni-Kabelführungssysteme
Castioni-Kabelführungssysteme (Bild: GFK-Kabelkanal)

Der Deutschen Bahn liegt ein Angebot vor, das gesamte deutsche Schienennetz innerhalb von fünf Jahren mit einem Glasfasernetz zu versorgen. Nach Informationen des Handelsblatts aus Unternehmenskreisen hat die One Fiber Interconnect Germany aus dem saarländischen St. Wendel ein Angebot unterbreitet. Strategischer Partner der One Fiber ist nach den Informationen das Energie- und Telekommunikationsunternehmen EWE aus Oldenburg.

Über One Fiber ist bisher wenig bekannt. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben "ein homogenes Glasfaser-Zugangsnetzwerk in der Fläche betreiben" und befürwortet das Open-Access-Modell. Man will in ländlichen Bereichen ebenso wie in den großen Ballungszentren Deutschlands präsent sein. Angaben zu bereits bestehender Infrastruktur macht das Unternehmen nicht. "Onefiber hat noch keine Glasfasern verlegt. Technische und vertriebliche Detailplanungen liegen allerdings für die bundesweite Verlegung vor, so dass in Kooperation mit der DB unverzüglich mit der Umsetzung begonnen werden könnte", sagte One-Fiber-Geschäftsführer Klaus Kremper Golem.de auf Anfrage.

EWE Tel ist eine Tochter des Versorgungsunternehmens EWE mit Sitz in Oldenburg. Der Festnetzbetreiber ist in Niedersachsen, Bremen, Bremerhaven, Brandenburg sowie Ostwestfalen-Lippe im Nordosten von Nordrhein-Westfalen tätig.

Vermietung an Dritte bringt viel Geld

Das Kernnetz will das Unternehmen gemeinsam mit der Bahn nutzen, etwa für den digitalen Bahnbetrieb, vor allem aber auch an Dritte vermieten. So könnte über das dann bundesweit existierende Netz ein Großteil der ländlichen Räume versorgt werden.

"Der DB liegt ein Angebot der Firma One Fiber vor", bestätigte eine Bahn-Sprecherin. "Detaillierte Planungen, auf deren Basis die technische Umsetzung oder auch die wirtschaftliche Realisierbarkeit des Projekts geprüft werden können, sind dort allerdings nicht enthalten", schränkte sie ein.

"Es liegt ein detailliertes Konzept für die Verlegung von Hochleistungsglasfasern entlang der Schienenwege der Deutschen Bahn vor", versicherte Kremper dem Handelsblatt. Kremper war früher Chef der Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn. One Fiber sieht für das Projekt eigene Investitionen von 1,8 Milliarden Euro vor, die über ein Bankenkonsortium finanziert werden sollen.

Die Bahn will laut früheren Planungen entlang ihrer 33.400 Kilometer Schienentrassen Glasfaserkabel verlegen. Das sei vergleichsweise schnell und einfach, da bereits Kabelschächte vorhanden seien, erklärte das Unternehmen. Zudem sei bereits an rund 18.000 Kilometern Glasfaser verlegt. Die Bahn benötige nur wenige Fasern selbst für ihren Betrieb und könne Kapazität an Mobilfunkbetreiber wie Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica vermieten, um Funklöcher auf dem Land zu schließen und 5G auszubauen. Das Telekommunikationsnetz der Bahn befindet sich im Besitz der Bahn-Tochterfirmen DB Systel und DB Netz. Dienstleister ist DB Kommunikationstechnik.

"Dieses Angebot ist mehr als eine Überlegung wert", sagte der für den Verkehrsetat zuständige Haushaltspolitiker der Unionsfraktion, Rüdiger Kruse, dem Handelsblatt zu dem Vorhaben von One Fiber. "Wir bekämen schneller die Netzabdeckung in die Fläche und die DB würde mit ihrer Infrastruktur Geld verdienen, anstatt Kosten zu produzieren." Beides spreche für diese Variante.

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