Zum Hauptinhalt Zur Navigation

One Earth Message: Bilder und Töne für Außerirdische

Eine Nachricht an außerirdische Zivilisationen will die Initiative One Earth Message der Raumsonde New Horizons mitgeben. Jeder kann Bilder einsenden. Finanziert werden soll die Aktion per Crowdfunding .
/ Werner Pluta
53 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Raumsonde New Horizons: Jeder kann Bilder einsenden. (Bild: Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)
Raumsonde New Horizons: Jeder kann Bilder einsenden. Bild: Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute

Von der Erde aus sollen Bilder und andere Nachrichten an die Sonde gefunkt werden. Nutzer aus aller Welt sollen Fotos einsenden. Eine Auswahl könnte dann mit New Horizons in die Tiefen des Alls reisen. Die Sonde wird am 14. Juli 2015 den Zwergplaneten Pluto passieren.

100 Fotos und eine Stunde Tonaufnahmen

Die Nachricht soll digital kodiert sein. 150 Megabyte will One Earth Message an New Horizons übertragen. Das entspreche etwa 100 Fotos und einer Stunde Audioaufnahmen, sagte Jon Lomberg dem auf Raumfahrt-Themen spezialisierten US-Nachrichtenangebot Space.com(öffnet im neuen Fenster) . Er ist der Initiator von One Earth Message.

Raumsonde New Horizons erforscht Pluto - Nasa
Raumsonde New Horizons erforscht Pluto - Nasa (01:00)

Lomberg(öffnet im neuen Fenster) hat schon früher Botschaften ins All geschickt. Er war Chefdesigner der Voyager Golden Records(öffnet im neuen Fenster) . Das waren die beiden Datenplatten, die die Raumsonden Voyager 1 und 2(öffnet im neuen Fenster) an Bord haben. Voyager 1 hat inzwischen unser Sonnensystem verlassen . Auf jeder der 30 Zentimeter großen Platten sind 115 analog kodierte Bilder, Töne von Naturereignissen wie Donner sowie Grüße in 55 Sprachen gespeichert.

Anders als bei den Golden Records sollen nicht einige wenige Experten darüber entscheiden, was die Menschheit möglicherweise Außerirdischen mitteilt. Dieses Mal können sich alle Menschen auf der ganzen Welt beteiligen. "Es ist nicht einfach ein Fotowettbewerb" , sagt Lomberg. "Es ist ein Verfahren, um herauszufinden, was die Menschen aussenden wollen."

Die National Aeronautics and Space Administration (Nasa) erwägt, die Nachricht zuzulassen. Allerdings soll die US-Raumfahrtbehörde nicht die Kosten übernehmen. Die wollen die Initiatoren um Lomberg selbst aufbringen: Bis zum 15. Juli, dem Tag nach dem Pluto-Vorbeiflug, wollen sie 500.000 US-Dollar per Crowdfunding auf der Plattform Fiat Physica einsammeln. Fiat Physica wurde eigens gegründet, um wissenschaftliche Projekte zu finanzieren. Zudem sucht Lomberg nach weiteren privaten Spendern.

Soll die Menschheit Nachrichten senden?

Sollen wir oder sollen wir nicht? Die Frage, ob die Menschheit nicht nur nach Signalen Außerirdischer suchen - Search For Extra-Terrestrial Intelligence (Seti) -, sondern ihrerseits auch Nachrichten ins All aussenden soll - Message To Terrestrial Intelligence (Meti) -, ist sehr umstritten.

Beim Jahrestreffen der American Association for the Advancement of Science (AAAS) in San Jose diskutierten Befürworter und Gegner über Meti . Die Gegner hatten kurz zuvor eine Petition gegen eine aktive Kontaktaufnahme(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Zu den Unterzeichnern gehörte unter anderem Elon Musk, Chef des Raumfahrtunternehmens SpaceX und des Elektroautoherstellers Tesla Motors.

Ist E.T. freundlich oder feindlich?

Einer der Streitpunkte ist, wer für die Menschheit sprechen, also die Nachrichten verfassen soll. Gegner befürchten, dass wir Zivilisationen, die uns technisch weit voraus sind, auf uns aufmerksam machen. Das Zusammentreffen könnte für uns Erdlinge dann ähnlich desaströs verlaufen wie vor 500 Jahren die Ankunft der Europäer für die Bewohner Südamerikas. Der bekannte britische Physiker Stephen Hawking hat schon früher gewarnt, dass uns mögliche Besucher von anderen Planeten nicht freundlich gesonnen sein dürften. Er glaubt, sie seien auf der Suche nach Rohstoffen, da sie ihre eigene Welt bereits komplett ausgebeutet hätten.

Die Meti-Befürworter hingegen glauben, dass die Menschheit von einem Kontakt mit weiter fortgeschrittenen Zivilisationen profitieren wird. Sie halten ein Stillhalten ohnehin für sinnlos: Unsere Radio- und Fernsehübertragungen seien Lichtjahre weit zu empfangen - zumal für Außerirdische, deren Technik weiter entwickelt ist als unsere.


Relevante Themen