Abo
  • Services:

Onavo Protect: Facebook muss fragwürdige App aus Apples Store entfernen

Die vermeintliche VPN-App Onavo Protect ist nicht länger in Apples App Store zu bekommen. Auf Wunsch von Apple hat Facebook die App entfernt. Die Onavo-App wird als fragwürdig eingestuft, weil sie alle Daten auswertet, die über die VPN-App geleitet werden.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Facebooks VPN-App Onavo Protect ist nicht mehr im App Store zu bekommen.
Facebooks VPN-App Onavo Protect ist nicht mehr im App Store zu bekommen. (Bild: Alexander Koerner/Getty Images)

Facebooks Sicherheitsapp Onavo Protect ist nicht länger in Apples App Store enthalten. Die App sammelt nebenbei Informationen über die Nutzung anderer Apps. Dem Wall Street Journal zufolge zog Facebook die Anwendung auf Druck von Apple zurück. Der iPhone-Hersteller schreibt vor, dass App-Entwickler keine Informationen über die Nutzung anderer Apps auf den Geräten sammeln und erhobene Daten nur für den Funktionszweck der App verwendet werden.

Stellenmarkt
  1. PROTAKT Projekte & Business Software AG, Bad Nauheim
  2. Deloitte, verschiedene Standorte

Onavo Protect ist eine sogenannte VPN-App, die eine sicherere Onlineverbindung herstellt. Facebook erklärte, die Daten über die Nutzung anderer Apps würden nicht für die Entwicklung von Facebook-Produkten verwendet. Aber man bekomme damit einen Eindruck davon, welche Apps insgesamt populär seien und wie die Leute sie nutzten. Außerdem habe Facebook die App dazu genutzt, Konkurrenz-Apps zu beobachten und bei Bedarf Aufkäufe anderer Firmen aufgrund dieser Daten vorzunehmen. So soll es zur Whatsapp-Übernahme gekommen sein. Zudem soll Facebook diese Daten genutzt haben, um Kernfunktionen aus anderen Apps in Facebook nachzubauen.

Apple verwies in einer Stellungnahme auf die neuen Regeln für Entwickler: "Mit der letzten Aktualisierung unserer Richtlinien haben wir ausdrücklich klargestellt, dass Apps keine Informationen zu Analyse- oder Werbezwecken darüber sammeln dürfen, welche anderen Apps auf dem Gerät eines Nutzers installiert sind und dass sie deutlich machen müssen, welche Nutzerdaten gesammelt und wie diese verwendet werden." Die überarbeiteten Richtlinien gelten seit Ende Juli 2018.

Apple hat den Verstoß gegen App-Store-Regeln vor einigen Wochen bemerkt

Apple habe Facebook bereits Anfang August 2018 darüber informiert, dass die App gegen die Nutzungsbedingungen für den App Store verstoßen. Dennoch blieb die App im App Store und wurde von Apple nicht entfernt. In anderen Fällen löscht Apple durchaus mal solche Apps und informiert die entsprechenden Entwickler erst nach der Löschung des App-Store-Eintrags. Aus welchen Gründen Facebook hier von Apple eine Vorzugsbehandlung erhalten hat, ist nicht bekannt.

Auf Geräten mit Android solle Onavo Protect weiterhin verfügbar bleiben, schrieb das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Personen. Onava Protect ist für die Android-Plattform weiterhin im Play Store verfügbar, der Nutzer erkennt allerdings nicht auf Anhieb, dass Facebook dahintersteckt. Facebook hatte die israelische Entwicklerfirma hinter Onavo Protect bereits 2013 gekauft und die App unter anderem zur Konkurrenzbeobachtung eingesetzt.

Apple und Facebook waren im Nachgang des Datenskandals um Cambridge Analytica in den vergangenen Monaten bereits mehrfach aneinandergeraten. Der iPhone-Hersteller erschwert Facebook künftig das Datensammeln über die Like- und Teilen-Buttons im Safari-Browser. Apple-Chef Tim Cook kritisierte auch generell den Datenhunger von Facebook - während Apple nicht auf das Ausschlachten von Nutzerdaten angewiesen sei. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bezeichnete die Äußerungen als "extrem aalglatt".



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. mit Gutschein: HARDWARE50 (nur für Neukunden, Warenwert 104 - 1.000 Euro)
  2. 149€ (Bestpreis!)
  3. ab 119,98€ (Release 04.10.)

ZuWortMelder 23. Aug 2018 / Themenstart

Apple-Chef Tim Cook kritisierte auch generell den Datenhunger von Facebook - während...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


So stellt sich Transdev den Einsatz autonomer Busse vor

Das französische Nahverkehrsbetrieb Transdev will künftig Fahrgäste mit autonomen Bussen befördern. Das Video stellt das Konzept vor.

So stellt sich Transdev den Einsatz autonomer Busse vor Video aufrufen
Oldtimer-Rakete: Ein Satellit noch - dann ist Schluss
Oldtimer-Rakete
Ein Satellit noch - dann ist Schluss

Ursprünglich sollte sie Atombomben auf Moskau schießen, dann kam sie in die Raumfahrt. Die Delta-II-Rakete hat am Samstag ihren letzten Flug.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Stratolaunch Riesenflugzeug bekommt eigene Raketen
  2. Chang'e 4 China stellt neuen Mondrover vor
  3. Raumfahrt Cubesats sollen unhackbar werden

Yara Birkeland: Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem
Yara Birkeland
Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem

Die Yara Birkeland wird das erste elektrisch angetriebene Schiff, das autonom fahren soll. Das ist aber nicht das einzige Ungewöhnliche daran. Diese Schiffe seien ein ganz neues Transportmittel, das nicht nur von den üblichen Akteuren eingesetzt werde, sagt ein Experte.
Ein Interview von Werner Pluta

  1. Power Pac Strom aus dem Container für Ozeanriesen
  2. Yara Birkeland Norwegische Werft baut den ersten autonomen E-Frachter
  3. SAVe Energy Rolls-Royce bringt Akku zur Elektrifizierung von Schiffen

Leistungsschutzrecht: So viel Geld würden die Verlage von Google bekommen
Leistungsschutzrecht
So viel Geld würden die Verlage von Google bekommen

Das europäische Leistungsschutzrecht soll die Zukunft der Presse sichern. Doch in Deutschland würde derzeit ein einziger Verlag fast zwei Drittel der Einnahmen erhalten.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Netzpolitik Willkommen im europäischen Filternet
  2. Urheberrecht Europaparlament für Leistungsschutzrecht und Uploadfilter
  3. Leistungsschutzrecht/Uploadfilter Wikipedia protestiert gegen Urheberrechtsreform

    •  /