• IT-Karriere:
  • Services:

Omotenashi angesehen: NTT zeigt Objekterkennung mit transparentem Display

Japanreisende sollen bald einfacher haben: Mit einem Omotenashi genannten Gerät sollen sie Sehenswürdigkeiten und Lebensmittel erkennen können. Auf dem durchsichtigen Display sollen auch Simultanübersetzungen angezeigt werden. Bei der Demo setzt der Hersteller NTT allerdings auf Playback.

Ein Hands on von veröffentlicht am
Das Omotenashi im Einsatz: Im Hintergrund ein Modell des Matsumoto-Schlosses in der Präfektur Nagano.
Das Omotenashi im Einsatz: Im Hintergrund ein Modell des Matsumoto-Schlosses in der Präfektur Nagano. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Der japanische Hersteller NTT hat auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress (MWC) 2018 versteckt am Rand seines Standes ein Konzeptgerät namens Omotenashi vorgestellt. Omotenashi - der japanische Begriff für Gastfreundschaft - ist ein mobiles Gerät, das Objekte erkennen und auf einem durchsichtigen Display anzeigen soll.

Stellenmarkt
  1. Damovo Deutschland GmbH & Co. KG, Düsseldorf
  2. Medion AG, Essen

Auf diese Weise sollen sich Besucher in Japan einfacher im Alltag zurechtfinden und die Sprachbarriere als weniger hinderlich empfinden. Golem.de konnte sich eine erste Demonstration des Konzeptes anschauen, die allerdings wenig über die eigentliche Funktion aussagt, da sie komplett gestellt war.

Die Technik des zusammen mit Panasonic entwickelten Omotenashi ist im Handgriff untergebracht, an den sich links der durchsichtige Monitor anschließt. Dieser wirkt auf uns ein wenig wie aus einem Science-Fiction-Film: Die Inhalte werden auf die Scheibe projiziert, wir können weiterhin durchschauen. Die Auflösung beträgt 320 x 300 Pixel, wie uns der japanische Mitarbeiter auf Nachfrage erklärt. Daher sind die Darstellungen merklich pixelig, aber gut lesbar.

In der Praxis halten Nutzer die im Handgriff verbaute Kamera des Omotenashi auf ein Objekt und erhalten anschließend Informationen auf dem Bildschirm. Das soll bei Sehenswürdigkeiten funktionieren, aber auch bei Lebensmitteln. In der Demo erhalten wir so Informationen zum Tokyo Skytree und über verschiedene Sake-Sorten, deren Alkoholgehalt und Geschmack.

Der Bildschirm zeigt Informationen in einer beigefarbenen Schrift oder in mehreren Farben an. Das Flackern in unserem Video tritt in der Realität nicht auf, das Bild ist in echt sehr klar und stabil.

  • Das Omotenashi von NTT hat ein transparentes Display, auf dem Informationen angezeigt werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Nutzer sollen das Gerät auf ein Objekt richten, das anschließend erkannt wird. Hier erhalten wir Infos zum Tokyo Skytree. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Dank des durchsichtigen Bildschirms können wir das Objekt im Hintergrund weiter erkennen. In der Realität hat das Display eine einheitliche bunte Farbe und schimmert nicht so stark. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Auch Produkte wie diese Sake-Flasche soll Omotenashi erkennen - die uns gezeigte Demo war allerdings gestellt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Display ist transparent. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Omotenashi von der Seite (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Gerät besteht aus einem Handgriff, in dem die Technik samt Kamera verbaut ist, sowie dem Display. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Das Omotenashi von NTT hat ein transparentes Display, auf dem Informationen angezeigt werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Die angezeigten Daten sollen komplett aus der NTT-Cloud stammen, auf dem Gerät selbst soll keine Datenbank gespeichert sein. Der Bildschirm lässt sich trotz der Transparenz gut ablesen, die Helligkeit kann man in einem Menü verändern. Das Display ist berührungsempfindlich, Nutzer können also bequem Eingaben darauf vornehmen.

Bei den uns gezeigten Geräten handelt es sich nach Angabe von NTT um frühe Prototypen, entsprechend wurde uns keine Live-Demo gezeigt. Wie wir durch Zufall gemerkt haben, spult Omotenashi nach Druck auf den Auslöseknopf einfach alle Objekterkennungen ab - ohne, dass wir das Gerät auf die jeweiligen Objekte zeigen müssen. Unser Gesprächspartner erwähnte dann, dass es sich um eine Demo ohne eigentliche Erkennung handelt. Das Konzept stellen die Prototypen aber bereits ganz gut dar.

Der durchsichtige Bildschirm soll sich besonders gut für eine Funktion eignen, die uns noch nicht auf der Messe gezeigt werden konnte: Simultanübersetzungen. Die Idee ist, dass Omotenashi auf Augenhöhe gehalten wird und beide Gesprächspartner auf das Display schauen. Während die Personen sich in ihrer jeweiligen Muttersprache unterhalten, wird auf beiden Seiten des Bildschirms die jeweilige Übersetzung angezeigt - quasi ein Livebild mit Untertiteln.

Möglicher Einsatz 2020 in Tokyo

Die Übersetzungsfunktion ist ein Hinweis auf den möglichen Einsatzzweck des Omotenashi: Laut NTT kann sich der Hersteller gut vorstellen, das Gerät zu den olympischen Sommerspielen 2020 in Tokyo einzusetzen. Dann könnte Omotenashi Besuchern tatsächlich im Alltag helfen - so es denn so funktioniert, wie NTT es sich vorstellt.

Abschließend beurteilen können wir noch nicht, ob das Gerät tatsächlich das Potenzial hat, das sich auf den ersten Blick andeutet. Das hängt natürlich von der Qualität der Objekterkennung und dem Abgleich mit der Datenbank ab, was wir während der Demonstration in keiner Weise beurteilen können.

Das Grundkonzept ist allerdings interessant, insbesondere der transparente Bildschirm, durch den wir die betrachteten Objekte oder mögliche Gesprächspartner sehen können. Spätestens im Sommer 2020 werden wir wissen, ob NTT sein Omotenashi so weit entwickeln konnte, dass es Olympia-Besuchern helfen kann.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. 899,00€ (Bestpreis!)
  2. 99,99€
  3. 91,99€ (Bestpreis!)
  4. (zu jedem Artikel aus der Aktion gibt es einen weiteren geschenkt)

lx200 02. Mär 2018

Also wenn mich nicht alles täuscht macht doch Wikitude genau das, oder? https://play...

styler2go 01. Mär 2018

Wieso möchtest du denn hinter einen Monitor sehen? Meistens stehen die Monitore doch an...

spitfire_ch 28. Feb 2018

Genau, aber selbst in der Zukunft sind die Dinger noch nicht bruchsicher - zumindest...

giro85 28. Feb 2018

Das Gerät als solches ist doch gar nicht so wichtig und wird nie mehr als ein Prototyp...


Folgen Sie uns
       


Parksensor von Bosch ausprobiert

Wenn es darum geht, Autofahrer auf freie Parkplätze zu lotsen, lassen sich die Bosch-Sensoren sinnvoll einsetzen.

Parksensor von Bosch ausprobiert Video aufrufen
Razer Blade Stealth 13 im Test: Sieg auf ganzer Linie
Razer Blade Stealth 13 im Test
Sieg auf ganzer Linie

Gute Spieleleistung, gute Akkulaufzeit, helles Display und eine exzellente Tastatur: Mit dem Razer Blade Stealth 13 machen Käufer eigentlich kaum einen Fehler - es sei denn, sie kaufen die 4K-Version.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Naga Left-Handed Edition Razer will seine Linkshändermaus wieder anbieten
  2. Junglecat Razer-Controller macht das Smartphone zur Switch
  3. Tartarus Pro Razers Tastenpad hat zwei einstellbare Schaltpunkte

Echo Dot mit Uhr und Nest Mini im Test: Amazon hängt Google ab
Echo Dot mit Uhr und Nest Mini im Test
Amazon hängt Google ab

Amazon und Google haben ihre kompakten smarten Lautsprecher überarbeitet. Wir haben den Nest Mini mit dem neuen Echo Dot mit Uhr verglichen. Google hat es sichtlich schwer, konkurrenzfähig zu Amazon zu bleiben.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Digitale Assistenten Amazon verkauft dreimal mehr smarte Lautsprecher als Google
  2. Googles Hardware-Chef Osterloh weist Besuch auf smarte Lautsprecher hin
  3. Telekom Smart Speaker im Test Der smarte Lautsprecher, der mit zwei Zungen spricht

Minikonsolen im Video-Vergleichstest: Die sieben sinnlosen Zwerge
Minikonsolen im Video-Vergleichstest
Die sieben sinnlosen Zwerge

Golem retro_ Eigentlich sollten wir die kleinen Retrokonsolen mögen. Aber bei mittelmäßiger Emulation, schlechter Steuerung und Verarbeitung wollten wir beim Testen mitunter über die sieben Berge flüchten.
Ein Test von Martin Wolf


      •  /