Abo
  • Services:

OMEMO: Endlich auf vielen Geräten verschlüsselt chatten

Die bisher bei XMPP-Instant-Messengern zum Einsatz kommenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen OTR und OpenPGP haben zahlreiche nervige Limitierungen, mit OMEMO steht nun ein zeitgemäßer Nachfolger zur Verfügung. Wir erklären die technischen Hintergründe - und sagen, wie man es benutzt.

Artikel von Daniel Gultsch veröffentlicht am
Mit OMEMO können Nutzern auf vielen Geräten verschlüsselt chatten - das bieten nur wenige Messenger.
Mit OMEMO können Nutzern auf vielen Geräten verschlüsselt chatten - das bieten nur wenige Messenger. (Bild: Martin Wolf/Golem.de/OMEMO)

Wer verschlüsselte Chat-Nachrichten auf mehreren Geräten gleichzeitig darstellen will, hat derzeit nur eine sehr begrenzte Auswahl an geeigneten Apps. Mit dem OTR-Workaround für verschlüsselte Chats über Jabber (XMPP) können zudem nur Nachrichten verschlüsselt werden, wenn beide Nutzer zur gleichen Zeit online sind. Die XMPP-Erweiterung OMEMO soll dieses Problem lösen.

Im Rahmen des Google Summer of Codes hat es OMEMO in den Android-XMPP-Client Conversations geschafft, und seit Anfang des Jahres steht ein Plugin für den Desktopclient Gajim bereit. Einer der Macher von OMEMO erklärt im Folgenden, wie man es benutzt, was man beachten muss und welche Technik im Hintergrund arbeitet - und räumt mit ein paar Missverständnissen bezüglich XMPP auf.

Jabber - der etablierte Standard

XMPP, umgangssprachlich auch Jabber genannt, ist ein Protokoll für providerunabhängiges Instant Messaging. Ähnlich wie bei E-Mail werden Benutzer über benutzername@server identifiziert. Das erweiterbare Basisprotokoll ist von der Internet Engineering Task Force (IETF) standardisiert und definiert, wie Clients und Server sowie Server untereinander Pakete austauschen können. Welche Informationen in diesen Paketen konkret übertragen werden, ist über Erweiterungen definiert.

Diese Erweiterungen, XEPs (XMPP Extension Protocol) genannt, werden über die XMPP Standards Foundation standardisiert. Es existieren Erweiterungen für alle möglichen Einsatzzwecke. Lange Zeit vermisst wurde jedoch eine standardisierte Erweiterung für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung - diese ist mit OMEMO in der Vorbereitung und kann auch bereits genutzt werden. Doch auch ohne Standardisierung fanden zwei Verschlüsselungsmethoden mit der Zeit ihre Anwendung in XMPP: OpenPGP und OTR.

OTR ist nur eine halbe Lösung

Stellenmarkt
  1. ETAS, Stuttgart
  2. BerlinOnline Stadtportal GmbH & Co. KG, Berlin

OpenPGP hat in Form einer inoffiziellen, nicht standardisierten Erweiterung, XEP-0027, Einzug in diverse XMPP-Clients erhalten. Die zurzeit am weitesten verbreitete Verschlüsselungsmethode OTR (Off-the-Record-Messaging) hingegen ist keine Erweiterung für XMPP - das wird oft missverstanden. Sie funktioniert unabhängig vom verwendeten Instant Messenger und verpackt sich selber in herkömmliche Textnachrichten. Ein Problem im Zusammenspiel von OTR und XMPP ergibt sich jedoch aus der Tatsache, dass OTR am Anfang einer Sitzung einen Schlüsselaustausch durchführen muss. In Ermangelung eines Standards, der definiert, von wann bis wann eine Sitzung gültig ist, handhabt jede Implementierung dies ein bisschen anders, was im schlimmsten Fall zum Verlust von Nachrichten führen kann, wenn ein Client Nachrichten in einer Sitzung verschickt, die am anderen Ende schon nicht mehr existiert.

Traditionell ermöglicht es XMPP dem Benutzer, mit mehreren Clients gleichzeitig angemeldet zu sein. Der Schlüsselaustausch von OTR findet jedoch immer nur zwischen zwei Geräten statt. Ein zweiter Client bekommt folglich nur unlesbaren Datenmüll zugeschickt. Nach über zehn Jahren OTR-Nutzung wurde 2015 zumindest der Versuch unternommen, ein paar Regeln für den Versand von OTR-verschlüsselten Nachrichten über XMPP aufzustellen (XEP-0364). Die Limitierungen von OTR sollen künftig durch Verwendung von OMEMO nicht mehr auftauchen.

Eine Lösung der Probleme: OMEMO 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (Neuware für kurze Zeit zum Sonderpreis bei Mindfactory)
  2. bei Caseking kaufen
  3. beim Kauf ausgewählter Z370-Boards mit Intel Optane Speicher + Intel SSD

MathiasRenner 29. Nov 2016

"Setup Whatsapp-like chat messaging that respects your privacy " https://medium.com...

kill4the 15. Nov 2016

In Ubuntu 16.10 klappts noch nicht. Aber trotzdem nutze ich schon seit 16.04 Gajim...

Syntafin 05. Nov 2016

Frage ich mich auch gerade.

EQuatschBob 17. Okt 2016

Es gibt Menschen, die wenn sie eine Frage beantworten, die Frage immer nochmal...

EQuatschBob 17. Okt 2016

Mit prosody klappt es in der Tat out-of-the-box, aber der Server muß PEP (Personal...


Folgen Sie uns
       


Xbox E3 2018 Pressekonferenz - Golem.de Live

Große Gefühle beim E3-2018-Livestream von Microsoft: Erlebt mit uns die Ankündigungen von Halo Infinite, Gears 5, Sekiro, Cyberpunk 2077 und vielem mehr.

Xbox E3 2018 Pressekonferenz - Golem.de Live Video aufrufen
Volocopter 2X: Das Flugtaxi, das noch nicht abheben darf
Volocopter 2X
Das Flugtaxi, das noch nicht abheben darf

Cebit 2018 Der Volocopter ist fertig - bleibt in Hannover aber noch am Boden. Im zweisitzigen Fluggerät stecken jede Menge Ideen, die autonomes Fliegen als Ergänzung zu anderen Nahverkehrsmitteln möglich machen soll. Golem.de hat Platz genommen und mit den Entwicklern gesprochen.
Von Nico Ernst

  1. Ingolstadt Flugtaxis sollen in Deutschland erprobt werden
  2. Urban Air Mobility Airbus gründet neuen Geschäftsbereich für Lufttaxis
  3. Cityairbus Mit Siemens soll das Lufttaxi abheben

Kreuzschifffahrt: Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen
Kreuzschifffahrt
Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

Die Schifffahrtsbranche ist nicht gerade umweltfreundlich: Auf hoher See werden die Maschinen der großen Schiffe mit Schweröl befeuert, im Hafen verschmutzen Dieselabgase die Luft. Das sollen Brennstoffzellen ändern - wenigstens in der Kreuzschifffahrt.
Von Werner Pluta

  1. Hyseas III Schottische Werft baut Hochseefähre mit Brennstoffzelle
  2. Roboat MIT-Forscher drucken autonom fahrende Boote
  3. Elektromobilität Norwegen baut mehr Elektrofähren

Elektroautos: Ladesäulen und die Tücken des Eichrechts
Elektroautos
Ladesäulen und die Tücken des Eichrechts

Wenn Betreiber von Ladestationen das Wort "eichrechtskonform" hören, stöhnen sie genervt auf. Doch demnächst soll es mehr Lösungen geben, die die Elektromobilität mit dem strengen deutschen Eichrecht in Einklang bringen. Davon profitieren Anbieter und Fahrer gleichermaßen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. WE Solutions Günstige Elektroautos aus dem 3D-Drucker
  2. Ladesäulen Chademo drängt auf 400-kW-Ladeprotokoll für E-Autos
  3. Elektromobiltät UPS kauft 1.000 Elektrolieferwagen von Workhorse

    •  /