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Drei Sekunden für die Gold-Entscheidung

Bei Olympia gibt es für diesen Prozess eine Vorgabe von drei Sekunden. Den Rest macht die Software automatisch: Sie ermittelt auf Basis der Daten den Sieger und blendet die Platzierungen mit den Zeiten auf den Bildschirmen von Wertungsrichtern und Fernsehzuschauern ein - so ist jedenfalls das ganz grundsätzliche Verfahren, das in der Praxis aber noch über ein paar zusätzliche Optionen für Kontrollen verfügt. Die Sportler können die Daten und die Bilder vom Zieleinlauf anfordern, um sie bei Unstimmigkeiten oder Zweifeln selbst zu überprüfen.

  • Kamera von Omega Timing für die Zeiterfassung bei Olympischen Spielen (Foto: Peter Steinlechner/Golem.de)
  • Sieht fast aus wie ein normales Foto, besteht aber aus einer Reihe von nacheinander aufgenommenen 1-Pixel-Streifen - Bild des Finish beim Eisschnelllauf. (Bild: Omega Timing)
  • Mit solchen Pistolen wurden Wettbewerbe früher gestartet. (Foto: Peter Steinlechner/Golem.de)
  • Mit dem Omegascope konnte erstmals bei Liveübertragungen die Siegerzeit eingeblendet werden. (Foto: Peter Steinlechner/Golem.de)
  • Auch an Ausrüstung wie dem Biathlon-Gewehr für Blinde (mit Signalton) arbeitet Omega Timing. (Foto: Peter Steinlechner/Golem.de)
  • Solche Sensoren tragen etwa Skifahrer bei den Wettbewerben am Schuh. (Foto: Peter Steinlechner/Golem.de)
Auch an Ausrüstung wie dem Biathlon-Gewehr für Blinde (mit Signalton) arbeitet Omega Timing. (Foto: Peter Steinlechner/Golem.de)
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Neben dieser sehr präzisen Zeiterfassung gibt es noch eine Reihe weiterer Systeme, die für möglichst faire Wettkämpfe sorgen sollen, beispielsweise bei der Startpistole: Bei Sportarten, bei denen viele Läufer nebeneinander gleichzeitig losrennen, sind am Startblock kleine Lautsprecher angebracht, aus denen der Schuss der elektronischen Startpistole zu hören ist - der Schall einer echten Pistole käme schließlich nicht gleichzeitig bei allen an. Nicht ganz so groß ist der Aufwand laut Alain Zobrist bei vielen Disziplinen im Eischnelllauf, bei denen nur zwei Athleten antreten. Dort befinden sich links und rechts neben der Bahn zwei Lautsprecher, was offenbar ausreicht.

Diese vielen kleinen, aber für faire Wettkämpfe wichtigen Details sind es, die den Aufwand für Omega Timing so in die Höhe treiben. Die Mitarbeiter der Firma bauen Technik für so unterschiedliche Disziplinen wie Biathlon und Shorttrack, Skicross und Rodeln auf. Mal ist vor allem die Geschwindigkeit gefragt, mal die Trefferquote. Selbst für eine fast künstlerische Sportart wie Eiskunstlauf ist eine aufwendige Technik nötig - schließlich müssen die Wertungen der Richter zuverlässig und schnell gesammelt und aufbereitet werden.

Wer sich nicht nur für die Zeit bis zum Ziel interessiert, sondern während der Wettkämpfe noch mehr Daten sehen möchte, kann von Pyeongchang viel erwarten. Es wird im großen Umfang zusätzliche Informationen und Daten geben, für deren Gewinnung neuartige Sensoren zuständig sind, zu deren genauer Funktionsweise Omega Timing allerdings nichts sagen will. Mit den GPS-Modulen aus Sportuhren für Amateure hat das nichts zu tun - "viel zu ungenau", sagt Zobrist.

Auswirkungen auf Sport und Training

Stattdessen sind etwa am Ski von Skispringern, im Schutzanzug von Hockeyspielern, am Dress von Eiskunstläufern oder am Schuh von Abfahrtsläufern besonders präzise Bewegungssensoren angebracht, deren Daten von Erfassungsgeräten in der Nähe aufgezeichnet und dann entsprechend verarbeitet werden.

Damit sollen wir am TV in bislang nicht gekannter Detailfülle sehen können, wie zum Beispiel die Pirouetten eines Eiskunstlaufs in Teilsequenzen aufgebrochen werden, womit wir sie dann genauer als je zuvor betrachten können, um Bewegungen oder die Technik der Sportler vergleichen zu können.

Mit den Sensoren konnte auch ein Rätsel im Skiabfahrtslauf gelöst werden, das Sportler und Trainer seit Jahrzehnten beschäftigt hat, erklärt Alain Zobrist: Sorgen Sprünge für eine Verkürzung oder für eine Verlängerung der Gesamtzeit? Dank der Sensoren wissen die Athleten nun: "Je kürzer ein Athlet in der Luft ist, desto schneller ist er im Ziel."

Offenlegung: Golem.de hat Omega Timing auf Einladung von Omega besucht. Die Reisekosten wurden zur Gänze von Omega übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.

 Komplettlösung für die Olympischen Spiele
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