Olympische Spiele: Organisatoren von Paris 2024 sind offen für E-Sport

Der formale Beschluss fehlt zwar noch - aber es ist so gut wie sicher, dass die Olympischen Spiele 2024 in Paris stattfinden. Jetzt hat sich der ehemalige französische Kanute Tony Estanguet - heute Mitglied des Olympischen Komitees - im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP(öffnet im neuen Fenster) offen gegenüber der Zulassung von E-Sport gezeigt. Bei Jugendlichen sei das ein sehr großes Thema. "Lasst es uns anschauen, lasst uns mit ihnen sprechen und ausprobieren, ob wir einige Brücken finden können" , so Estanguet.
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Die Aussagen kommen nicht ganz überraschend. Die Spielebranche gibt Millionensummen für Lobbying aus. Insbesondere die asiatische Firmen Alisports, eine auf E-Sport spezialisierte Tochter des chinesischen Konzerns Alibaba, ist auf diesem Gebiet äußerst aktiv.
Einen ersten Erfolg kann die Firma auch schon feiern: Das Asiatische Olympische Komitee (OCA) hat gemeinsam mit Alisports bekannt gegeben, dass E-Sports bei den Asienspielen 2022 in der chinesischen Stadt Hangzhou offiziell ins Programm aufgenommen wird. Die Asienspiele sind eine Art lokaler Ableger der Olympischen Spiele, bei denen es neben Fußball und Leichtathletik auch Brettspiele und Billard gibt.
Mittlerweile ist auch relativ absehbar, in welchen E-Sport-Titeln dort um Gold gekämpft wird. Für eine offizielle Ankündigung ist es zwar noch zu früh, einen Fingerzeig liefert aber eine von denselben Firmen organisierte kleinere Veranstaltung, die im September 2017 in Turkmenistan stattfindet.
Dort sollen E-Sportler in Dota 2, Starcraft 2, Hearthstone und in einem Sportspiel antreten. Das soll nach aktuellem Stand entweder auf Fifa oder auf der NBA basieren - eigentlich wäre alles andere als Fifa aber eine große Überraschung.

Wer sich angesichts dieser neuen Entwicklungen mal wieder mit der alten Frage beschäftigen möchte, ob E-Sports überhaupt Sport ist: Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat erst im Sommer 2017 eine Studie veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) , die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema beschäftigt.
Ein eindeutiges Fazit gibt es nicht. Allerdings liest sich das Papier eher so, als ob E-Sport für die Autoren kein Sport ist. Einer der Gründe: Beim "E-Sport werden neben der optischen Reaktionsfähigkeit allein die Hände beansprucht" - und das sei bei allen anderen zum Vergleich herangezogenen Sportarten wie Dart und Sportschießen anders.



