Oliver Zipse: BMW drängt weiter auf gemeinsames Betriebssystem für Autos

BMW will die zentrale Autosoftware mit anderen Herstellern entwickeln. Beim Antrieb setzt Firmenchef Zipse weiter auf Wasserstoff und E-Fuels.

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BMW-Chef Oliver Zipse gibt die Hoffnung auf eine gemeinsame Autosoftware noch nicht auf.
BMW-Chef Oliver Zipse gibt die Hoffnung auf eine gemeinsame Autosoftware noch nicht auf. (Bild: Wolfgang Rattay/Reuters)

Der Autohersteller BMW will weiterhin mit anderen deutschen Autokonzernen bei der Entwicklung von Autosoftware kooperieren. "Bei Infotainment oder Assistenzsystemen können sich Hersteller stark voneinander abgrenzen. Beim zentralen Betriebssystem hingegen, der Softwarearchitektur, geht es nicht um Differenzierung. Da wären Kooperationen sinnvoll, wir würden das ausdrücklich befürworten", sagte Firmenchef Oliver Zipse in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel (Paywall). Einen entsprechenden Vorschlag hatte Technikvorstand Frank Weber bereits anlässlich der IAA 2021 in München unterbreitet.

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Nach Ansicht von Zipse sollte es bei einer möglichen Kooperation "nicht darum gehen, dass ein Hersteller dem anderen einfach nur seine Lösung verkaufen will. So eine Software müsste gemeinsam entwickelt werden". Zipse spielte damit auf Aussagen von Volkswagen an. So hatte Dirk Hilgenberg, Chef der VW-Software-Tochter Cariad, einer Kooperation kürzlich eine Absage erteilt. Die Zeitfenster für die Entwicklung eines einheitlichen Betriebssystems für Autos von BMW, Daimler und VW seien schon vorbei, "weil alle Autobauer bereits mit dem Aufbau eigener Betriebssysteme begonnen haben", hatte Hilgenberg der Wirtschaftswoche gesagt.

Daimler hat Partnerschaften ergebnislos geprüft

Entsprechende Gespräche seien ergebnislos beendet worden. Hilgenberg schloss jedoch nicht aus, das VW-Betriebssystem an BMW zu verkaufen: "In zwei Jahren können wir wieder darüber reden, ob BMW unser Betriebssystem übernehmen kann", sagte der Cariad-Chef.

Daimler-Vorstand Markus Schäfer lehnte eine solche Kooperation anlässlich der IAA ebenfalls ab: "Das ist unser Weg, den wir gewählt haben. Wir haben Partnerschaften geprüft, und am Ende haben wir die Partnerschaften gewählt, die uns die höchste Geschwindigkeit und auch den größten technologischen Fortschritt versprechen."

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BMW-Vorstand Weber hatte seinen Vorschlag in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung mit der Komplexität der Lieferketten begründet. Es sei "ein Fehler, wenn jeder ein eigenes Betriebssystem entwickelt, das ist eine Sackgasse!", sagte Weber und fügte hinzu: "Damit gefährden wir die bewährten Lieferantennetzwerke in Deutschland, Europa und darüber hinaus".

Vorgelegt mit dieser neuen Art der IT-Architektur hat Tesla. Doch auch VW will mit seinem eigenen VW.OS diesen Weg einschlagen . Auch Daimler arbeitet mit MB.OS an einem neuartigen Betriebssystem für seine Autos. Die Systeme sollen in wenigen Jahren in den Neufahrzeugen der beiden Hersteller verwendet werden können

BMW hält E-Fuels für unverzichtbar

Mit Blick auf die Einhaltung der Klimaschutzziele lehnt Zipse ein Verbrennerverbot ab. "Die Hoffnung, dass dann alle nur noch elektrisch fahren, wird sich nicht erfüllen. In erster Linie, weil die dazu nötigen Rahmenbedingungen fehlen. Die Ladeinfrastruktur wird nicht mit der gleichen Geschwindigkeit ausgebaut wie die Produktpalette für E-Autos. Außerdem fehlt es an erneuerbaren Energien", sagte er dem Spiegel.

BMW werde daher den Verbrennerantrieb weiterentwickeln. "Die Autoindustrie in Europa ist auf diesem Gebiet weltweit führend. Mit einem Verbot in Deutschland und der EU würden wir diese Stellung aufgeben. Warum sollten wir das tun? Gerade als Land der Ingenieure sollten wir alle technologischen Potenziale zur CO2-Reduzierung ausschöpfen", sagte Zipse zur Begründung.

Nach Ansicht des BMW-Chefs gebe es derzeit "überhaupt keine Alternative zu E-Fuels". Sein Argument: "Wir reden von 200 Millionen Fahrzeugen in der EU. Wenn die nicht zur CO2-Reduzierung beitragen, dann sind die Klimaschutzziele in Deutschland und der EU nicht erreichbar - egal wie viele neue E-Modelle wir bringen. Sie können die Menschen ja schlecht zum Neuwagenkauf zwingen." Anbieter wie Volkswagen setzen hingegen nicht auf E-Fuels oder Wasserstoff im Pkw-Segment, weil der Aufwand für die klimaneutrale Erzeugung solcher synthetischen Kraftstoffe zu groß ist.

Zipse kritisierte in diesem Zusammenhang die Mineralölkonzerne, die seiner Meinung nach zu wenig zum Aufbau der Ladeinfrastruktur beitragen: "So, wie man von den Autoherstellern verlangt, E-Motoren zu bauen, könnte man von der Kraftstoffindustrie fordern, dass sie an ihren Tankstellen auch CO2-freien Strom, Wasserstoff und E-Fuels anbietet." Nach Ansicht des BMW-Chefs sollten die Subventionen von Elektroautos und Plugin-Hybriden schrittweise auf die Infrastruktur umgeleitet werden. Deren Aufbau könnten nicht die Autohersteller allein leisten.

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pete.kl 02. Nov 2021

Aha, das sind nur 15% Einsparungen an CO2. Dann lass uns den Kopf in den Sand stecken und...

pete.kl 02. Nov 2021

Ich kann euch schon einfach prognostizieren, wo die Reise hingeht: Anstatt dass die...

cubie2 02. Nov 2021

Alleine schon wegen der immensen Kosten je Liter werden E-Fuels eine sehr kleine Nische...

Philno 01. Nov 2021

sorry, ich meinte in der tat Zulassungen :) siehe auch "adac neuzulassungen kba"



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