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Mit dem Film wird Politik gemacht - von allen Seiten

Mit dem Film selbst soll also Politik gemacht werden - und alle Seiten machen mit. Der US-Geheimdienstausschuss veröffentlichte wenige Tage vor dem US-Kinostart einen internen Bericht, der Snowden als unverhältnismäßig agierenden Verräter darstellt. Snowden soll demnach beim Test für die NSA-Spezialeinheit TAO (Tailored Access Operations) betrogen haben, indem er sich die Testergebnisse per Hacking besorgte. Man kann die Geschichte natürlich auch anders bewerten: als eleganten Einfall eines Hackers, um seine Fähigkeiten zu beweisen.

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In den vergangenen Wochen entschieden sich mehrere Protagonisten der dramatischen Flucht Snowdens vor den Schergen der USA, die Öffentlichkeit über bislang unbekannte Details zu informieren - auch das sicher nicht zufällig. Es ist jedenfalls nur schwer vorstellbar, das zwei Zeitungen zufällig zur gleichen Zeit mit Enthüllungen über Snowdens Aufenthalt bei Flüchtlingen in Hongkong an die Öffentlichkeit gehen, die später auch im Film vorkommen. Auch die Wikileaks-Mitarbeiterin Sarah Harrisson beschrieb bei The Register noch einmal ausführlich ihre 40-tägige unfreiwillige Wohngemeinschaft mit Snowden auf dem Moskauer Flughafen.

Der Film soll Snowden befreien

Der Film soll die öffentliche Meinung nach dem Willen einiger Organisationen aber nicht nur beeinflussen - sondern Snowden zu einem Leben in Freiheit, außerhalb seines russischen Exils verhelfen. US-Bürgerrechtsorganisationen rufen die Öffentlichkeit daher pünktlich zum Filmstart in den USA auf, Präsident Obama um eine Begnadigung Snowdens zu bitten, bevor dessen Amtszeit im kommenden Frühling abläuft.

Würde Snowden in den USA der Prozess gemacht, drohten nach Angaben seines europäischen Anwalts Wolfgang Kaleck 10 bis 15 Jahre Haft - für jedes geleakte Dokument. Nach Angaben der Geheimdienste nahm Snowden 1,5 Millionen Dokumente mit - wobei diese Darstellung umstritten ist.

"In solche Situationen kannst du kotzen oder kämpfen"

Die Diskussion um die Begnadigung läuft mit der gleichen Härte ab wie die Diskussion um die Enthüllungen selbst. Die Washington Post forderte keine Begnadigung, sondern einen angemessenen Deal zwischen Snowden und der US-Justiz. Trotz intensiver Verhandlungen zwischen seinen Anwälten und den Behörden ist ein solches Abkommen bislang nicht zustande gekommen. Der Präsidentschaftskandidat Donald Trump ließ im Wahlkampf die Bemerkung fallen, dass abtrünnige Spione früher ja hingerichtet worden wären.

Der Film Snowden ist am Ende vor allem eins: die Auseinandersetzung um den Platz im Geschichtsbuch. So passt dann auch der Kommentar des Regisseurs Oliver Stone, es handele sich heute "sehr um eine 1984-Welt". Denn anders als oft dargestellt ist das eigentliche Thema von 1984 nicht die Überwachung der Bevölkerung durch den Televisor - sondern der ständige Kampf um die Bewertung der Vergangenheit. Im Lager von Snowden hat man sich offensichtlich entschieden, diese Auseinandersetzung offensiv anzugehen. Oder, wie Snowdens Anwalt Wolfgang Kaleck auf der Bühne nach der Premiere sagte: "In so einer Situation kann man entweder kotzen oder kämpfen." Kotzen ist für Team Snowden offenbar keine Option.

Snowden hat sich in bester Fidel-Castro-Manier geäußert und sich selbst freigesprochen. "Ja, es gibt Gesetzbücher, die bestimmte Dinge festschreiben, aber deswegen gibt es ja auch das Instrument der Begnadigung - für die Ausnahmen, für die Dinge, die ungesetzlich erscheinen, wenn man sie nach dem Gesetz beurteilt, aber wenn wir sie moralisch, ethisch betrachten, dann sehen diese wie notwendige Dinge aus."

 Geheimdienste sind böse, skrupellos und allmächtig
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Anonymer Nutzer 23. Sep 2016

Werde ich nicht tun. Wie gesagt bin ich ja schon froh, dass sie es nicht wie "CSI" oder...

Kleine Schildkröte 22. Sep 2016

User: Program, how was the movie? Program: Fish!

User_x 22. Sep 2016

na das eine ist auch wie das andere unerwünscht. man möchte aber dass die nsa sich...

Schattenwerk 22. Sep 2016

http://m.memegen.com/ie2327.jpg


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