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Die unhaltbare Naivität eines Spions

Der Protagonist des Films wird zu Beginn als relativ naiver junger Mann dargestellt, der seinem Land dienen möchte. Vater und Großvater waren ihr ganzes Leben im Militärdienst oder bei der Küstenwache - was soll der Junge da schon anderes machen, als beim Militär anzuheuern?

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Doch Snowden verletzt sich beim Training für den Irakeinsatz. Mit einem gebrochenen Bein wird nichts aus der Militärkarriere, nun muss also der Kopf eingesetzt werden, um die Sicherheit Amerikas schützen. Snowden geht zur CIA, wird im berüchtigten Ausbildungslager The Hill ausgebildet. Dort lernt er auch seinen Mentor kennen, der ihn durch seine Karriere im nationalen Sicherheitsapparat begleitet.

"Du schmeckst liberal!"

Früh, so stellt es der Film dar, kommen Snowden erste Zweifel, etwa als er im Unterricht vom FISA-Court hört. Doch sein Glaube an den Sicherheitsapparat ist zu diesem Zeitpunkt noch unverrückbar. Während seines ersten Dates mit Lindsay Mills laufen die beiden durch eine Demonstration gegen den Irakkrieg. Sie unterschreibt die Petition, er nicht. Nach dem ersten Kuss sagt er: "Du schmeckst liberal."

Der spätere Whistleblower zeichnet sich hier noch lange nicht ab. Vielmehr stolpert Snowden zunächst naiv durch die Geheimdienstwelt. Sein Kollege Gabriel Sol nennt ihn im Film daher stets "Snow White" - Schneewittchen. Snowden wird dargestellt als ein treuer Angestellter, der tut, was man ihm sagt.

Doch Snowdens Beziehung zum Geheimdienst wird mit der Zeit komplexer - und komplizierter. Mit Drohnenpiloten in Hawaii diskutiert er darüber, was es bedeutet, wenn ein Job zum Verbrechen wird. Seine Einstellung zur NSA wird ambivalent. Einerseits fühlt er sich mit dem Job verbunden, glaubt sogar, dass nur er ihn richtig machen kann. Er sagt: "Ich bin gut in dem, was ich tue". Andererseits machen ihm die Erkenntnisse über die immer übermächtigeren Programme zu schaffen.

An die Sache glaubt er weiterhin: dass er als Patriot sein Land schützen muss. Doch ob die Mittel der NSA dazu die richtigen sind, beginnt er anzuzweifeln. Kann man die Öffentlichkeit schützen, indem man sie belügt? Indem man sie für unmündig erklärt und die Gefahren vor ihr geheim hält? Und damit rechtfertigt, immer umfangreichere Überwachungsprogramme aufzulegen und im Namen der nationalen Sicherheit Widersacher zu töten? Als Snowden mitbekommt, dass ein von ihm entwickeltes Backup-Programm mit Namen Epic-Shelter zum effizienten Abwickeln von Drohnenmorden genutzt wird, scheint seine Überzeugung gereift und sein Entschluss festzustehen: Er wird sich mit geheimen Informationen an die Öffentlichkeit wenden.

Insgesamt zeichnet der Snowden-Film ein durchaus ausgewogenes Portrait, das den Protagonisten nicht zum Helden stilisiert. Erst als Snowden mit der in einem Zauberwürfel versteckten SD-Karte mit Dokumenten aus dem dunklen Tunnel der NSA-Hacker auf Hawaii herausläuft, wird er in einer religiös anmutenden Szene in gleißendes Licht getaucht.

 Oliver Stones Film Snowden: Schneewittchen und die nationale SicherheitGeheimdienste sind böse, skrupellos und allmächtig 
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Anonymer Nutzer 23. Sep 2016

Werde ich nicht tun. Wie gesagt bin ich ja schon froh, dass sie es nicht wie "CSI" oder...

Kleine Schildkröte 22. Sep 2016

User: Program, how was the movie? Program: Fish!

User_x 22. Sep 2016

na das eine ist auch wie das andere unerwünscht. man möchte aber dass die nsa sich...

Schattenwerk 22. Sep 2016

http://m.memegen.com/ie2327.jpg


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