Oliver Samwer: Rocket Internet verabschiedet sich aus Start-up-Finanzierung
In den vergangenen Jahren hat Oliver Samwers Firma Rocket Internet sich aus der Finanzierung von Start-ups zurückgezogen. Das berichtet die britische Financial Times(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Insider und Unternehmensdokumente. Personal der Rocket-Risikofonds wurde abgebaut, eine Investmenteinheit geschlossen, Pläne zur Gründung eines neuen Start-up-Fonds aufgegeben und Technologie-Beteiligungen dazu gedrängt, konservativer vorzugehen.
Personen, die Samwer nahestehen, sagten, Samwer sei im August 2022 "50 geworden. Er hat jede Menge Geld. Er möchte Zeit mit seiner Familie verbringen, in Alaska Ski fahren und Kitesurfen" , erklärte ein ehemaliger Manager der Financial Times. Laut einer anderen Quelle verlor Rocket Internet mittlerweile seine Bedeutung für Start-ups.
Der britischen Onlinebank Revolut, die mit N26 konkurriert, stellte Rocket im Jahr 2019 eine Finanzierung von 100 Millionen Pfund zur Verfügung. Rocket baute außerdem bedeutende Anteile an börsennotierten Technologieunternehmen wie Amazon (326 Millionen Euro) und Alibaba (107 Millionen Euro) auf. Dazu kommen konservative Anlagen und Investments.
Aktionäre wurden abgezogen
Vor drei Jahren begann Rocket Internet mit einer Marktkapitalisierung von rund 2,5 Milliarden Euro sein Delisting von der Frankfurter Börse. Der Prozess war umstritten , weil Rocket die Aktien weit unter ihrem Handelspreis kaufte und der aktivistische Investor Elliott Management eine Sperrbeteiligung aufbaute.
In seinem jüngsten Jahresbericht für 2021(öffnet im neuen Fenster) gab Rocket Internet bekannt, dass das Unternehmen die Verlustzone verließ und einen Jahresüberschuss von 134 Millionen Euro erwirtschaftete, wobei das Volumen an Unternehmensbeteiligungen rund 2,1 Milliarden Euro beträgt. Insgesamt wurden Vermögenswerte in Höhe von 4,4 Milliarden Euro aufgeführt.
Rocket wurde vor rund 16 Jahren von Samwer zusammen mit seinen beiden Brüdern Alexander und Marc gegründet. Inzwischen festigte Samwer die Kontrolle weiter, indem er seinen Bruder Alexander aus dem Unternehmen herauskaufte, sagen mit der Angelegenheit vertraute Personen der Financial Times.
Durch die steigenden Zinsen sind Start-ups in der Krise. Wie der Branchenverband Bitkom am 5. Juni 2023 berichtet(öffnet im neuen Fenster) , fiel die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten von 20 im Vorjahr auf 14 im Jahr 2023. Zwei Drittel (65 Prozent) der Start-ups haben derzeit neun Beschäftigte oder weniger. "Viele Start-ups waren in den zuletzt gezwungen, Kosten zu reduzieren. Dazu kommt, dass um die begehrten Tech-Expertinnen und -Experten bei Start-ups angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels auch viele große und mittelständische Unternehmen werben – das macht es für Start-ups schwieriger" , sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Für 2023 seien die Aussichten laut einer aktuellen Befragung aber wieder besser.
- Anzeige Hier geht es zu den konfigurierbaren Golem-PCs bei Systemtreff Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



