Oliver Blume: VW schließt große Investition in den USA aktuell aus

Der Chef des VW-Konzerns Oliver Blume hat dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) ein Interview gegeben, in dem er sich ausgiebig über die wirtschaftlichen Beziehungen mit den USA geäußert hat. Dabei schloss Blume eine große Investition wie das geplante Audi-Werk vorerst aus.
"Bei einer unveränderten Belastung durch die Zölle ist eine große zusätzliche Investition nicht finanzierbar" , erklärt Blume. "Was wir brauchen, sind kurzfristige Kostenentlastungen und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen."
Über wirtschaftliche Gespräche mit den US-Partnern und US-Politikern äußert Blume sich durchweg positiv, gibt aber auch zu, dass bestimmte Ergebnisse nicht erzielt werden konnten. Zum geplanten Audi-Werk sagt Blume: "Unsere bisherigen Gespräche mit dem Handelsminister und dem Präsidenten haben noch nicht die Ergebnisse gebracht, die wir für eine weitere Entscheidung benötigen."
Zölle belasten den Gewinn
Die von den USA verhängten Zölle gegen deutsche Automobilhersteller belasten den VW-Konzern Blume zufolge merklich. "In den ersten neun Monaten 2025 sind Zolleffekte mit rund 2,1 Milliarden Euro auf das Konzernergebnis durchgeschlagen. Und das, obwohl die erhöhten Zölle erst seit April gelten" , so Blume.
Porsche hatte dem VW-Chef zufolge 2025 ein Rekordjahr in den USA, was den Absatz betrifft – machte aber aufgrund der Zölle kaum Gewinne. Gleichzeitig hat VW für die USA eine "Vorwärtsstrategie" , die unter anderem ein Werk in South Carolina für die neue Marke Scout beinhaltet.
Blume äußerte sich auch zum Geschäft in China, das seit einiger Zeit nicht gut für VW läuft. Die Konkurrenz durch eine Vielzahl von chinesischen Herstellern vor allem im Bereich von vollelektrischen und hybriden Fahrzeugen (New Energy Vehicles, NEV) machen VW zu schaffen, der Konzern befindet sich laut dem Handelsblatt auf einem 14-Jahres-Tief.
Blume hofft auf Aufschwung in China
Blume zufolge hat sich VW in China mittlerweile neu aufgestellt, die ersten vollständig im Land entwickelten Produkte sollen jetzt auf den Markt kommen. "2026 ist entscheidend, wie schnell wir im stark wachsenden NEV-Segment Fuß fassen können. Technologisch und preislich sind wir wettbewerbsfähig."