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Oliver Bendel: "Es gibt gute Argumente für und gegen Kampfroboter"

Terminatoren, die Jagd auf Menschen machen, sind bisher noch Stoff für dystopische Filmszenarien. In den Laboren diverser Länder arbeiten Forscher allerdings längst an Waffensystemen, die autonom über Leben und Tod entscheiden. Doch es gibt Gegner, die solche Roboter verbieten wollen. Wir haben mit einem gesprochen.

Ein Interview von veröffentlicht am
Oliver Bendel: wenig Alternativen zum Verbot von Kampfrobotern
Oliver Bendel: wenig Alternativen zum Verbot von Kampfrobotern (Bild: Kai R. Joachim)

Roboter im Krieg sind ein heikles Thema. Einige Nationen machen keinen Hehl daraus, dass sie auf dem Schlachtfeld der Zukunft Systeme einsetzen wollen, die autonom agieren und ohne eine Kontrolle durch einen Menschen töten. Einige Wissenschaftler argumentieren, dass diese Systeme keine Kriegsverbrechen begehen.

Inhalt:
  1. Oliver Bendel: "Es gibt gute Argumente für und gegen Kampfroboter"
  2. Die Hemmschwelle sinkt
  3. Roboter sollen retten

Es gibt aber auch viele Gegner, die seit Jahren ein Verbot von autonomen Waffensystemen fordern. Dazu gehören unter anderem Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk oder der kürzlich verstorbene britische Wissenschaftler Stephen Hawking.

Seit einigen Jahren beraten die Vereinten Nationen über ein solches Verbot. Anfang April fand in Genf eine Gesprächsrunde dazu statt. Wir haben Oliver Bendel dazu befragt. Bendel hat Philosophie und Germanistik sowie Informationswissenschaft studiert und in der Wirtschaftsinformatik promoviert. Er ist Professor für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Zu seinen Spezialgebieten gehört die Maschinenethik. Er hat einige moralische und unmoralische Maschinen entworfen, darunter den tierlieben Saugroboter Ladybird, der Marienkäfer verschont, und den Liebot, einen Chatbot, der gern mal die Unwahrheit sagt.

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Golem.de: Worum ging es bei den Gesprächen in Genf konkret?

Oliver Bendel: Es geht dort um autonome Kampfroboter. Man unterscheidet ja zwischen ferngesteuerten, teilautonomen und autonomen Kampfsystemen. Bei den Vereinten Nationen in Genf werden sowohl rechtliche und ethische als auch sicherheitspolitische Fragen diskutiert. Und zwar schon seit einer Weile. Das war also eines von mehreren Treffen.

Golem.de: Welche Positionen gibt es zu bewaffneten autonomen Systemen?

Bendel: Da stehen sich zwei große Lager gegenüber. Da sind diejenigen, die an autonomen Kampfsystemen forschen. Die haben kein großes Interesse, dass solche Systeme verboten werden. Dazu gehören unter anderem die USA und China. In die Arbeit der USA habe ich etwas Einblick. Ein bekannter Wissenschaftler in dem Bereich, den ich mehrfach getroffen habe, ist Ron Arkin, der für das Pentagon arbeitet.

Auf der anderen Seite gibt es viele Staaten, die gern ein Verbot von autonomen Waffensystemen sehen würden. Bestimmte Staaten versuchen zu vermitteln. Dazu gehört natürlich die Schweiz, aber auch Deutschland oder Frankreich sind dabei.

Interessant an der ganzen Diskussion ist, dass es aus ethischer, rechtlicher und gesellschaftlicher Perspektive gute Argumente auf beiden Seiten gibt.

Die Hemmschwelle sinkt 
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gfa-g 12. Mai 2018

Fühle mich ähnlich wenn ich bewaffnete Polizisten oder Soldaten sehe. Kampfroboter wäre...

gfa-g 12. Mai 2018

Man merkt dass du allgemein zu den Privilegierten in Deutschland zählst und daher nur...

gfa-g 12. Mai 2018

Wie die Verteidigung in der Praxis aussieht kann man ja sehen. Viel tut der Staat da...

ahoihoi 07. Mai 2018

https://www.youtube.com/watch?v=BUf_8jyxbiM Ich glaube MGS4 behält Recht und Fallout...

Bouncy 07. Mai 2018

Wir heißt wir, du und ich. Ja, du. Wir beuten aus und deswegen geht es uns super, und...


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