Abo
  • Services:

OLG München: Check24 muss Kunden besser informieren

Laut einem Gerichtsurteil zum Verbraucherschutz müssen Vergleichsportale künftig deutlicher machen, wenn sie als Makler tätig sind. Zudem müssen sie die Kunden besser beraten und über Risiken informieren.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Werbevideo von Check24
Werbevideo von Check24 (Bild: Check24/ Screenshoot: Golem.de)

Das Oberlandesgericht (OLG) München hat ein Urteil mit Signalwirkung für den Verbraucherschutz im Internet gesprochen: Das Internetportal Check24 muss künftig seine Kunden vor dem Online-Abschluss einer Versicherung besser informieren und gründlicher beraten als bisher. Das entschied der 29. Zivilsenat am Donnerstag, geklagt hatte der Bundesverband der deutschen Versicherungskaufleute (BVK). Damit bestätigte das OLG ein Urteil des Landgerichts München vom Juli 2016.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Berlin
  2. OKI EUROPE LIMITED, Branch Office Düsseldorf, Düsseldorf

Sofern das Urteil rechtskräftig wird, muss Check24 künftig die Besucher der Webseite beim ersten Geschäftskontakt unübersehbar darauf hinweisen, dass das Portal nicht nur Preise vergleicht, sondern als Online-Versicherungsmakler Provisionen kassiert.

Portal als "Verkaufsmaschine"

Die Richter ließen keine Revision zu. Jedoch kann Check24 dagegen Beschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH) einlegen. Darüber entschieden hat das Management nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa noch nicht. Ein Sprecher des Unternehmens sagte anschließend, am Geschäftsmodell ändere sich nichts. Sofern das Urteil rechtskräftig werde, werde Check24 es umsetzen.

"Es handelt sich nicht um ein Vergleichsportal, das ist eine Verkaufsmaschine", sagte BVK-Präsident Michael Heinz. "Es geht nicht um Geschäftsverhinderung" - doch müssten für Online-Vertrieb die gleichen Spielregeln gelten wie für die Versicherungskaufleute. In dem Prozess ging es ausschließlich um Check24. Allerdings haben viele Preisvergleichsseiten ein ähnliches Geschäftsmodell, ob es sich nun um Versicherungen, Strompreise, Flüge, Hotelbuchungen oder Urlaubsreisen handelt.

Kaufleute hoffen auf Signalwirkung

Die Anwälte der Versicherungskaufleute gehen deswegen davon aus, dass das Münchner Urteil Bedeutung für die gesamte Portalbranche haben wird: "Es war von Anfang an so gedacht, dass das Verfahren eine Pilotwirkung hat", sagte der Bremer Jurist Axel Nordemann.

Der BVK vertritt mehr als 12.000 Versicherungsvertreter, für die Check24 eine Konkurrenz ist. Bisher ist die Information über die Maklertätigkeit von Check24 auf der Webseite nur im Kleingedruckten zu finden - und auch nur, wenn ein Besucher der Seite aktiv danach sucht.

Sind Versicherungen überhaupt notwendig?

Zudem wird Check24 vor dem Abschluss von Hausrat-, Haftpflicht- und Kfz-Versicherungen die Kunden künftig genauer befragen müssen, ob die Versicherung für sie überhaupt vonnöten ist, beziehungsweise über spezielle Risiken informieren müssen.

So sind beispielsweise bei vielen Haftpflichtversicherungen ehrenamtliche Aktivitäten und Risikosportarten nicht abgesichert. Der Vorsitzende Richter Gunnar Cassardt nannte als konkretes Beispiel eines nicht versicherten Unfalls den Jäger, der versehentlich nicht das Reh im Gebüsch erschießt, sondern seinen Mitjäger. Für Check24 bedeutet dies, dass das Unternehmen nun die Kunden vor dem Abschluss einer Haftpflichtversicherung befragen muss, ob sie gefährlichen Freizeitaktivitäten nachgehen, bei denen andere verletzt werden könnten.

Allerdings setzten sich die Versicherungskaufleute nicht auf ganzer Linie durch. Sie wollten Check24 auch noch dazu verpflichten, die Kundschaft vor Abschluss eines Versicherungsvertrags zu überprüfen. Das hätte das Online-Geschäftsmodell von Check24 wesentlich erschwert. Das lehnte der Senat jedoch ab. Der Grund: Gesetzlich ist zwar beim Verkauf von Versicherungspolicen eine Beratungs- und Befragungspflicht vorgeschrieben - "aber keine vorgelagerte Prüfpflicht", wie Cassardt sagte.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. (-76%) 3,60€
  3. 34,99€ (erscheint am 14.02.)
  4. 4,99€

sneaker 10. Apr 2017

Auf dem Portierungsformular kann man auch den Haken bei der Nummernportierung weglassen...

ayngush 10. Apr 2017

Naja, genau solche trivial falschen Ansichten führen dazu, dass die Branche in Verruf...

chefin 10. Apr 2017

naja...deinen 90% sind aus den Fingern gesaugt. Es sind vieleicht 10%. Leider sind diese...

sneaker 09. Apr 2017

/edit: Ach, sehe gerade, daß dies nur eine Kopie ist.


Folgen Sie uns
       


Amazons Echo Sub im Test

Mit dem Echo Sub lassen sich Echo-Lautsprecher mit Tiefbass nachrüsten. Die Echo-Lautsprecher sind allerdings im Mittenbereich vergleichsweise schwach, so dass das Klangbild entsprechend leidet. Sobald zwei Echo-Lautsprecher miteinander verbunden sind, gibt es enorm viele Probleme: Die Echo-Geräte reagieren langsamer, es gibt Zeitverzögerungen der einzelnen Lautsprecher und das Spulen in Musik ist nicht mehr möglich. Wie dokumentieren die Probleme im Video.

Amazons Echo Sub im Test Video aufrufen
Datenschutz: Nie da gewesene Kontrollmacht für staatliche Stellen
Datenschutz
"Nie da gewesene Kontrollmacht für staatliche Stellen"

Zur G20-Fahndung nutzt Hamburgs Polizei eine Software, die Gesichter von Hunderttausenden speichert. Schluss damit, sagt der Datenschutzbeauftragte - und wird ignoriert.
Ein Interview von Oliver Hollenstein

  1. Brexit-Abstimmung IT-Wirtschaft warnt vor Datenchaos in Europa
  2. Österreich Post handelt mit politischen Einstellungen
  3. Digitalisierung Bär stößt Debatte um Datenschutz im Gesundheitswesen an

Datenleak: Die Fehler, die 0rbit überführten
Datenleak
Die Fehler, die 0rbit überführten

Er ließ sich bei einem Hack erwischen, vermischte seine Pseudonyme und redete zu viel - Johannes S. hinterließ viele Spuren. Trotzdem brauchte die Polizei offenbar einen Hinweisgeber, um ihn als mutmaßlichen Täter im Politiker-Hack zu überführen.

  1. Datenleak Bundestagsabgeordnete sind Zwei-Faktor-Muffel
  2. Datenleak Telekom und Politiker wollen härtere Strafen für Hacker
  3. Datenleak BSI soll Frühwarnsystem für Hackerangriffe aufbauen

WLAN-Tracking und Datenschutz: Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?
WLAN-Tracking und Datenschutz
Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?

Unternehmen tracken das Verhalten von Nutzern nicht nur beim Surfen im Internet, sondern per WLAN auch im echten Leben: im Supermarkt, im Hotel - und selbst auf der Straße. Ob sie das dürfen, ist juristisch mehr als fraglich.
Eine Analyse von Harald Büring

  1. Gefahr für Werbenetzwerke Wie legal ist das Tracking von Online-Nutzern?
  2. Landtagswahlen in Bayern und Hessen Tracker im Wahl-O-Mat der bpb-Medienpartner
  3. Tracking Facebook wechselt zu First-Party-Cookie

    •  /