OLED-Bildschirme: Wie stark zeigt sich Burn-in nach zwei Jahren Dauernutzung?

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Als jemand, der jährlich mehrere Monitore auf dem Tisch stehen hat und testet, stelle ich mir stets die Frage: Welche Displaytechnik ist überhaupt relevant und welche Monitore sind für uns interessant? Ab und zu stoße ich dabei auf Hardware, die ich mir auch gern privat oder für die Arbeit anschaffen würde. Der Corsair Xeneon Flex, getestet Mitte 2023 , hat bei mir diesen Will-haben-Faktor ausgelöst.
Ende 2023 habe ich ihn mir dann zugelegt, den 45 Zoll großen Bildschirm im 21:9-Format. Seitdem arbeite und spiele ich daran fast täglich. Dabei nutze ich das System für Büroarbeiten, also größtenteils statische Inhalte, und für schnelle Bewegtbilder in Games. Das Panel kann da auch schon mal zwölf Stunden am Stück eingeschaltet sein. Da wird es natürlich interessant zu wissen, ob diese doch recht exzessive Nutzung sich negativ auf das OLED-Panel auswirkt – Stichwort: Burn-in.
K.O.-Argument Burn-in?
Burn-in gehört zu den Punkten, die als Schwäche von OLED-Panels mit am häufigsten genannt werden. Der Effekt tritt auf, wenn Subpixel sich mit der Zeit abnutzen. Sie leuchten dann weniger hell, was zu Artefakten und uneinheitlicher Farbgebung führt – einem gewissen Einbrenneffekt eben.
Beim Xeneon Flex kommt ein biegbares W-OLED-Panel von LG Display zum Einsatz. Dabei werden weiße OLEDs verbaut, deren Licht durch Filterebenen in die bekannten grünen, blauen und roten Subpixel gebrochen werden. Ein viertes, ungefiltertes Pixel lässt weißes Licht für hohe Helligkeit hindurch.
























Das unterscheidet sich von QD-OLED als weitere verbreitete Technik. Hier werden blaue OLEDs als Basisebene genutzt und durch rote und grüne Filter in die jeweiligen Subpixel gebrochen. Weißes Licht entsteht durch eine Kombination aus gleich hellen roten, grünen und roten Subpixeln.
LG-Panel sollte besonders anfällig sein
LGs W-OLED ist gerade bei der Darstellung von Weißtönen besser als Samsungs QD-OLED. Allerdings benötigen die Panels auch mehr Energie. Wichtig für mich: Auch Burn-in ist bei vielen W-OLED-Panels schneller und deutlicher zu merken, da sich weiße OLEDs vergleichsweise rasch ausbrennen und sich die dadurch entstehenden Artefakte entsprechend schnell zeigen.
Corsair, die Panels für den Xeneon Flex von LG einkaufen, weiß das. Deshalb wurden Präventionsmechanismen eingebaut, um die Lebenszeit der OLEDs zu verlängern. In regelmäßigen Abständen führt das Panel Pixel-Shifts durch. Hierbei wird das gesamte angezeigte Bild um einige Pixel verschoben, damit diese mit unterschiedlicher Stärke belastet werden.
Ich habe einen anderen Modus direkt benutzt, da ich vor Burn-in eine doch recht große, vielleicht sogar unvernünftige Angst beim Kauf meines ersten OLED-Monitors für Büro und Freizeit hatte. Der Helligkeitsstabilisator setzt die maximale Ausleuchtung des Displays auf 150 cd/m² fest. Auch, wenn das auf dem Papier dunkel erscheint, reicht das in der Praxis aus.
Eine weitere Schutzmaßnahme ist der dunkle Modus in Windows 11. Den schalte ich gern ein, weil mir ein dunkles Interface besser gefällt. Ein netter Nebeneffekt ist, dass der OLED-Monitor weniger helle statische Elemente anzeigt.
Ob dadurch Burn-in vermindert werden kann? Nach zwei Jahren Dauernutzung lautet die Antwort: größtenteils ja.