Burn-in stellenweise sichtbar, Farbwiedergabe nimmt ab
Um herauszufinden, ob sich mein Panel wirklich durch Burn-in selbst beschädigt hat, untersuche ich es bei der Darstellung unterschiedlicher Farben. Außerdem schalte ich dafür den Helligkeitsbegrenzer ab, um die maximale Ausleuchtung und die Farbabdeckung zu messen. Ein unbeschädigtes Panel müsste annähernd gleiche Werte wie unser vor mehr als zwei Jahren getestetes Sample aufweisen.
Typisch ist: Ungleichmäßige Flecken, die eine Folge von Burn-in sein können, sind auf dem Panel bei OLED-Displays bei etwa 35 Prozent Grau zu sehen. Tatsächlich sehe ich auf meinem Panel in Graustufen die meisten Artefakte. Auf der rechten Seite ist eine klare dunkle Fläche erkennbar. Auf der Seite werden meine Word-Dokumente angezeigt – statische Elemente, die oft acht Stunden am Tag nicht verschoben werden.
Taskleiste hat bisher kaum Auswirkung
Im Bereich der Taskleiste erkenne ich, ebenfalls vor allem auf grauem Grund, eine minimal erhöhte Abnutzung der OLEDs. Interessant: Die untersten Pixel des Panels direkt am Bildschirmrand leuchten teilweise merklich heller als der Rest. Das könnte damit zu tun haben, dass die Taskleiste als starres Element im Dark Mode häufig weniger stark leuchtet als andere angezeigte Inhalte.
An der Unterseite ist auch eine dunkle Fläche zu finden. OLEDs haben sich hier stärker abgenutzt, da starre Menüleisten von einigen meiner Lieblingsspiele – Diablo 4 und Mount and Blade 2 Bannerlord – angezeigt werden. Auch andere Games wählen den unteren Bildschirmrand gern als Position für Menüs und Interface.










Farbliche Subpixel sind unterschiedlich stark von Burn-in betroffen. Gerade grüne und rote Flächen werden auch nach zwei Jahren gleichmäßig ausgeleuchtet. Nur bei blauem Licht erkenne ich eine größere Abnutzung in der Mitte des Displays. Blaue OLEDs leuchten mit der größten Energie und nutzen sich bei OLED-Panels am meisten ab. Deshalb haben ältere OLED-Panels oft einen Grün- oder Rotstich bei der Farbwiedergabe.
Blaue Pixel am meisten degradiert
Auch bei der generellen Displayperformance gibt es nur wenige Unterschiede verglichen mit einem neuen Modell. Angefangen bei der Ausleuchtung, messen wir im Schnitt 409 cd/m², gemessen über neun Felder. Der Maximalwert liegt bei etwa 425 cd/m², was exakt den Messwerten unseres vor zweieinhalb Jahren getesteten Musters entspricht. Die Farbabdeckung ist mit 100 Prozent SRGB, 87,3 Prozent Adobe RGB und 96,4 Prozent DCI-P3 ebenfalls gleich geblieben.










Allerdings hat sich der Delta-E-Wert verschlechtert, statt 0,18 messen wir 0,43. Delta E gibt an, wie stark eine dargestellte Farbe von der menschlich wahrgenommenen gleichen Farbe abweicht. Ein Delta E von unter 1 gilt als gut, das ist hier weiterhin der Fall. Im XY-Diagramm, das die drei Grundfarben und Abstufungen im Dreieck anzeigt, sehen wir aber Ungleichmäßigkeiten an allen Ecken des Dreiecks, also den sattesten Farbwerten von Rot, Grün und Blau. Ein neues Panel zeigt keine Schwächen.
Fazit: Burn-in spielt bisher kaum eine Rolle
Zur besseren Veranschaulichung habe ich alle gezeigten Burn-In-Artefakte mit einer Kamera in einem abgedunkelten Raum aufgenommen. Anschließend habe ich die Klarheit der Bilder in Adobe Lightroom um 100 Prozent erhöht, so dass Unterschiede durch die Körnung besonders stark sichtbar werden. Es handelt sich hier also um spezielle Bedingungen, um überhaupt Effekte zu sehen.
Unter realen Bedingungen in der Praxis sehe ich bisher noch keinen Unterschied zwischen verschiedenen Zonen des Displays. Nur, wenn ich genau hinschaue, sind ein paar Farbunterschiede und dunkle Flecken sichtbar.
Insgesamt bin ich positiv überrascht, wie wenig Abnutzung selbst bei einem für Burn-in anfälligen W-OLED-Panel zu sehen ist. Dabei nutze ich meinen Monitor so, wie man ihn nicht nutzen sollte: Acht Stunden am Tag werden statische Inhalte, Webseiten und Dokumente angezeigt; viele weitere Stunden kommen Spiele, Filme und Videos hinzu.
Hoffentlich wird das in zwei weiteren Jahren noch immer der Fall sein.