Die Anfänge der objektorientierten Programmierung

"Wir sollten die Durchmesser der Uranstäbe berechnen. Wenn sie zu klein gewesen wären, wäre das ganze Projekt ein Fiasko geworden. Und wenn sie zu groß gewesen wären, hätte das zu einer Katastrophe führen können", beschrieb Dahl die damalige Aufgabe. Damals standen als Hilfsmittel nur "lange mathematische Gleichungen zur Verfügung, die wir benutzen sollten".

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Damit zu arbeiten sei "langtekkelig" gewesen, auf Deutsch mühsam, langwierig und langweilig. Also arbeitete man eine Methode aus, "die simulierte, wie sich Neutronen verhielten. Dabei kam mir der Gedanke, ein System zu entwickeln, das simulierte, was in der Wirklichkeit geschah." Es habe aber ein großes Problem gegeben, nämlich "in Kontakt mit den Computern zu kommen und zu verstehen, was in ihnen vorging".

Nach ihrer Zeit beim FFI landeten Dahl und Nygaard beim NR, denn dort gab es eben jene Computer. Zunächst wechselte 1960 Nygaard als Forschungschef zum damals neugegründeten NR, kurz darauf überredete er Dahl, ihm dorthin als Programmierer zu folgen. 1961 begannen sie an Simula zu arbeiten, 1962 führten sie das heute Simula 0 genannte Konzept als Skizze auf einer Konferenz in München vor.

1963 konnte das NR einen Univac 1107 kaufen, einen amerikanischen Großrechner. Damit besaß das Forschungszentrum den modernsten Computer in Europa. Außerdem wurden die finanziellen Mittel bereitgestellt, darauf Simula I zu implementieren. Im Januar 1965 war der Compiler dafür fertig und Univac übernahm diverse Simulationsaufgaben auch für ausländische Auftraggeber.

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"Diese Erfahrungen plus wichtige Impulse von außerhalb machten früh klar, dass Simula I generalisiert werden könnte und (...) die Grundlage für eine Sprache sein könnte, die sich an die Programmierungsaufgaben generell richtet", erinnert sich Stein Krogdahl, mittlerweile emeritierter Informatikprofessor der Universität Oslo, wie es zur weiteren Entwicklung kam.

Kristen Nygaard erzählte später: "Ich erinnere mich noch sehr, sehr gut und ganz klar an den Augenblick, als gegen 2 Uhr nachts im Januar 1967 am Schreibtisch meines Schlafzimmers in Nesodden der Begriff nedarving (deutsch: Vererbung) einer Klasse oder Subklasse geschaffen wurde." Er habe sofort gewusst, dass dies die Lösung für ein wichtiges Problem sei, mit dem Dahl und er Wochen und Monate gekämpft hatten.

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Vererbung als Schlüsselbegriff

"Diese Lösung war gleichzeitig auch zum ersten Mal eine starke und flexible Version der Vorstellungen von Generalisierung und Spezialisierung; mit aller Kraft, die in diesen Begriffen steckt", sagte Nygaard weiter. Und tatsächlich: Die nedarving ist zu einem Schlüsselbegriff der objektorientierten Programmierung und damit zur Programmierung generell geworden.

Im Mai 1967 sollte eine Konferenz zum Thema Simulationssprachen stattfinden, bei der Dahl und Nygaard Simula 67 vorstellen wollten. Fieberhaft arbeiteten sie und schafften es tatsächlich innerhalb von vier Monaten, eine konsistente Sprache mit allen neuen Aspekten zu erschaffen, inklusive Klassen, Subklassen und dynamisch generierten Objekten.

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 Ole-Johan Dahl und Kristen Nygaard: Die Erfinder der objektorientierten Programmierung''Die Physiker an der Uni fanden unsere Sprache albern'' 
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PrinzessinArabella 31. Mai 2021

Harald Schmidt und Feuerstein denken :)

lestard 28. Mai 2021

Und was passiert dann mit dem Objekt, wenn darauf eine Methode aufgerufen wird, die den...

Astorek 26. Mai 2021

So pauschal würde ich das nicht beschreiben, letztlich kommt es immer auf das...

M.P. 25. Mai 2021

Jedenfalls für die Navigatoren früherer Zeiten, als man noch Sextanten bedienen...



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