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Oldtimer-Rakete: Ein Satellit noch - dann ist Schluss

Ursprünglich sollte sie Atombomben auf Moskau schießen, dann kam sie in die Raumfahrt. Die Delta-II-Rakete hat am Samstag ihren letzten Flug.

Artikel von veröffentlicht am
Eine Delta II beim Start
Eine Delta II beim Start (Bild: Nasa)

Icesat-2 wird der letzte Satellit sein, der mit einer Delta-II-Rakete gestartet wird. Am Samstag um 14:46 Uhr unserer Zeit soll sie von der Vandenburg Airforce Base starten. Wie sein Vorgänger soll der Satellit in den nächsten sieben Jahren Meereseis und Vegetation auf der Erde mit seinem Lidar vermessen. Wenn alles gut geht, kommt nicht nur der Satellit erfolgreich in die Umlaufbahn. Die Betreiberfirma, United Launch Alliance, könnte den 100. erfolgreichen Flug der Delta II in Serie feiern.

Den Preis für den Rekord muss die Nasa zahlen. Die Kosten der letzten drei Flüge der betagten Rakete werden mit 412 Millionen US-Dollar beziffert. Der Hauptgrund für die hohen Kosten sind vor allem die zuletzt selten gewordenen Flüge. Ungenutzte Hardware und unterbeschäftigtes Personal müssen dennoch bezahlt werden. Der Flug am Samstag wird erst der achte Flug seit 2010 sein - acht Delta-II-Raketen starteten davor noch allein im Jahr 2009.

Satelliten statt Atombomben

Die Delta II ist die letzte Rakete einer Familie, die ähnlich alt ist wie die Sojus-Raketen und dem gleichen Zweck dienen sollte: Gegnerische Städte über weite Entfernung mit Atombomben zu zerstören. Damals trug sie noch den Namen Thor und war viel kleiner als ihr sowjetisches Gegenüber. Denn US-Raketen konnten in Großbritannien oder der Türkei stationiert werden und mussten bis Moskau nicht so weit fliegen wie Raketen, die von der Sowjetunion aus Washington erreichen sollten.

Die militärische Verwendung der Thor endete bald aus dem gleichen Grund wie bei der Sojus-Vorgängerrakete R-7. Angetrieben von Kerosin und flüssigem Sauerstoff konnte die Rakete nicht dauerhaft vollgetankt zum Start bereitstehen. So hätten beide Raketen zwar innerhalb einer Stunde einen Atomkrieg anfangen können, aber im Fall eines gegnerischen Angriffs keinen Gegenschlag mehr starten können. So verhalf die Logik des kalten Krieges beiden Raketen zu einer neuen Karriere in der Raumfahrt.

Thor geht, Delta bleibt

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Um Satelliten in die Umlaufbahn befördern zu können, erhielt die Thor verschiedene Oberstufen anstelle der Atombomben. So wurde die Rakete zur Thor-Able, benannt nach der Able-Oberstufe. Es folgten Thor-Able-Star und Thor-Agena. 1960 erhielt die Thor Rakete eine nochmals verbesserte Oberstufe, die Delta, nach dem vierten Buchstaben im griechischen Alphabet. Zwei Jahre später wurde bei zivilen Flügen der Name der Interkontinentalrakete weggelassen und so wurde aus der Thor-Delta nur noch die Delta und die meistgenutzte Rakete der Nasa.

Anfangs wog sie beim Start nur rund 50 Tonnen, nicht einmal ein Fünftel des Startgewichts der R-7. Mehr als 250 kg in einen niedrigen Erdorbit (LEO) und 68 kg in den Übergang zum Geostationären Orbit (GTO) konnte sie aber nicht tragen. Ihre Triebwerke wurden verbessert, die Tanks immer wieder vergrößert, Feststoffbooster wurden an der ersten Stufe montiert und manchmal auch eine dritte Stufe hinzugefügt, aber der Name Delta blieb.

Eine stürmische Entwicklung, und dann kommt das Spaceshuttle 
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Kay_Ahnung 19. Sep 2018

+1

Kay_Ahnung 18. Sep 2018

Danke genau das meinte ich. Das Problem war ja die Produktion, ob sich ein Auto ein paar...

plutoniumsulfat 17. Sep 2018

Geht alles unterirdisch, Satellit nä.

Frank... 14. Sep 2018

Für die Familie, die mit der Thor-Delta Rakete begann, ist es auch das Ende. Die Delta IV...


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