Olden Era im Early-Access-Test: 1999 hat angerufen und will dieses Spiel haben
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1995 brachte das Studio New World Computing die Fantasy-Spielereihe Might and Magic als Heroes of Might and Magic in die Welt der Rundenstrategie. Das klappte gut und die Serie hatte viele Fortsetzungen. Der 1999 erschienene Teil Heroes of Might and Magic 3 war sogar so beliebt, dass er auch heute noch eine leidenschaftliche Fanszene hat.
Viele Studios haben versucht, das Spielfeeling und den Look von Heroes 3 zu kopieren. Bisher konnte aber keine der Fortsetzungen und Ableger einen ebenso bleibenden Eindruck hinterlassen. Der neue Titel Heroes of Might and Magic: Olden Era ist der achte Teil der Serie und könnte nach vielen eher halbgaren Fortsetzungen endlich ein würdiges Erbe antreten. Das Game startete vor kurzem erst in den Early Access. Denn der neue Entwickler Unfrozen will weiterhin auf Community-Feedback hören und das Spiel permanent verbessern.
Schon jetzt wird aber klar: Hier wurden nicht nur die ikonische Optik und der grandiose Soundtrack lediglich mit einem Hauch Modernität versehen. Auch beim Gameplay bleibt Olden Era den Klassikern der Neunziger treu. Das Spiel hat sogar das Zeug dazu, besser als der beliebte dritte Teil der Serie zu werden.
Dabei können wir im Early Access viele Stunden in Olden Era verbringen. Wir können etwa bereits das erste Kapitel der Story-Kampagne erleben oder uns in Gefechten gegen die teils enorm schwere und skrupellose KI beweisen. Dabei bauen wir Armeen aus Monstern, Kreaturen und Rittern auf, statten unsere Helden mit Gegenständen und Zaubern aus und entscheiden über die nächsten Bauprojekte in unseren Städten.
Die KI ist ziemlich fies
Mit dabei ist zudem ein Mehrspielermodus, bei dem wir zusammen oder gegeneinander über Netzwerk oder klassisch an einem PC im Hot-Seat-Modus mit anderen Menschen spielen können. Gerade zusammen macht es noch einmal mehr Spaß, sich der enorm herausfordernden KI zu stellen.
Die kann nicht nur relativ gut mit Armeen und Städtebau umgehen. Sie bekommt auf höheren Schwierigkeitsgraden auch reichlich Hilfe durch das Spiel. Die KI ist sicher eine der größten Baustellen im Spiel. Dass sie offensichtlich mittels Cheats enorm stark wirkt, kann auf Dauer frustrierend sein.
Das wird vor allem deutlich, wenn wir eine einzige Schlacht gegen die KI verlieren. Dann gibt es in Olden Era kaum eine Möglichkeit, überhaupt wieder zurückzukommen. Der Schneeballeffekt ist zu groß, da wir auch nur eine begrenzte Anzahl an Ressourcen und Einheiten pro Runde verwenden können. Eine Schlacht entscheidet deshalb oft über den Ausgang des gesamten Spiels, da die Gewinner dann meist stärkere Helden und größere Armeen befehligen.
Diese Erbarmungslosigkeit, die kleinste Fehler in den ersten Spielrunden nicht verzeiht, könnte vor allem Einsteiger abschrecken. Wir würden uns deshalb ein System wünschen, das Fehlschläge nicht ganz so hart bestraft. Wie wäre es etwa mit einer Mechanik, die wöchentlich die maximale Bevölkerung von immer wieder rekrutierbaren Kreaturen erhöht, statt einen einmaligen Pool von Einheiten zu vergeben? So könnten wir nach verlustreichen Schlachten zumindest neue Armeen ausheben, wenn wir noch genug Gold auf dem Konto haben.
Eine langfristige Strategie ist pro Match also bereits ab dem ersten Zug wichtig, um am Ende als siegreiche Fraktion aus dem Spiel zu gehen. Und hier ist die Auswahl erfreulich groß.



