Abo
  • IT-Karriere:

OKR statt Mitarbeitergespräch: Wir müssen reden

Das jährliche Mitarbeitergespräch ist eines der wichtigsten Instrumente für Führungskräfte, doch es ist gerade in der IT-Branche nicht mehr unbedingt zeitgemäß. Aus dem Silicon Valley kommt eine andere Methode: OKR. Sie erfüllt die veränderten Anforderungen an Agilität und Veränderungsbereitschaft.

Artikel von Markus Kammermeier veröffentlicht am
Öfter mal miteinander reden - bei der Methode OKR gehört das zur Mitarbeiterführung.
Öfter mal miteinander reden - bei der Methode OKR gehört das zur Mitarbeiterführung. (Bild: Francesco Ungaro/Pexels.com)

Das Jahresmitarbeitergespräch galt in der Mitarbeiterführung lange als das Instrument der Wahl. Besprochen wird dabei unter anderem, welche Ziele sich Mitarbeiter gesetzt und welche davon sie erreicht haben - und was sie sich für das kommende Jahr vornehmen. Außerdem werden Stärken und Schwächen thematisiert und auch, wie die Karriere weitergehen könnte. Nicht zuletzt wird bei der Gelegenheit meist noch über das Gehalt verhandelt.

Laut Umfragen wie in der Mai-Ausgabe des Personal Magazin setzen immer noch mehr als 90 Prozent der Unternehmen auf ein jährliches Gespräch als Basis für den Dialog zwischen Mitarbeiter und Führungskraft. Allerdings haben sich die Umstände verändert: Produkte werden schneller entwickelt und fertiggestellt als früher, Entscheidungen müssen zügiger getroffen werden.

Dazu kommt, dass die neue Generation von Arbeitnehmern (Stichwort: Generation Y) im Job andere Prioritäten hat als die Generationen vor ihr. Sie fordert mehr Mitspracherechte, legt mehr Wert auf persönliche Entwicklung im Job und auf die Verbindung von Arbeit und Freizeit. Das ist nicht nur die Erfahrung des Autors, der Personalleiter und Lösungsarchitekt war und heute IT-Unternehmen dabei berät, wie sie ihre Abläufe modernisieren können. Es gibt auch Studien dazu (eine schöne Übersicht bietet diese Seite).

Ein weiterer Punkt ist, dass viele Firmen heutzutage agil werden möchten oder schon agil arbeiten: Die einzelnen Teams innerhalb eines Unternehmens sind also eigenverantwortlicher und können ihre eigene Arbeit somit oft besser einschätzen als der Chef.

Vom Top-down-Gespräch zum echten Austausch

Stellenmarkt
  1. S. Siedle & Söhne Telefon- und Telegrafenwerke OHG, Furtwangen im Schwarzwald
  2. INSYS MICROELECTRONICS GmbH, Regensburg

Unternehmen im Silicon Valley haben schon vor einigen Jahren ein Modell aus den 1950er Jahren, das all dem gerecht werden soll, wieder aufgegriffen und modernisiert. Die Methode nennt sich Objective and Key Results - kurz OKR - und wurde als erstes von Google verwendet. Der Erfolg von Google wird immer wieder mit dieser Methode in Verbindung gebracht. Google-Mitarbeiter sagen darüber: "It's a way to run your life, your team or your company" - "Es ist eine Art und Weise, sein Leben, sein Team oder sein Unternehmen zu führen."

Grundsätzlich ist zu sagen: OKR ist ein Führungsinstrument, um Unternehmensziele und persönliche Ziele regelmäßig in Einklang zu bringen. Ihren Ursprung hat die Methode in der Managementmethode Management by Objectives (MBO), die auf den US-amerikanischen Ökonomen Peter Drucker aus dem Jahr 1954 zurückgeht. Über Andy Grove, einen der Mitgründer von Intel, fand OKR den Weg zum Suchmaschinenkonzern Google. Heute verbreiten es Mitarbeiter von Google bei vielen Unternehmen im Silicon Valley.

OKR unterscheidet sich sehr von herkömmlichen Mitarbeitergesprächen. Zwar werden auch hier Ziele vereinbart; viele Angestellte dürften das als "Performance Review" kennen, in OKR sind es die Objectives.

Vereinbart werden relativ wenige Objectives, drei bis fünf reichen aus. Die Ziele sind absichtlich so ambitioniert formuliert, dass eine hundertprozentige Erfüllung kaum möglich ist. Der deutschen Mentalität läuft das erst einmal zuwider: "Ziele müssen doch vollständig erfüllt werden!". Aber: Wirklich ambitionierte Ziele bringen uns an den Rand der Komfortzone und darüber hinaus. Auf diese Weise wird Weiterentwicklung ermöglicht.

Neu bei OKR ist, dass die Ziele in Key Results (Schlüsselergebnisse) unterteilt werden. Sie zeigen, wie der Weg bis zum Ziel aussehen soll. Jedes Ziel wird mit maximal vier messbaren Schlüsselergebnissen verknüpft.

Die Vereinbarung erfolgt quartalsweise - und zwar Top-down und Bottom-up. Also im echten Dialog zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Dabei spiegeln die Ziele und die Prioritäten des Unternehmens - und damit aller Mitarbeiter - wider. Eine Verbindung mit Bonuszahlungen ist nicht üblich. Besonders gewöhnungsbedürftig ist wahrscheinlich der folgende Punkt: Alle Ziele und alle Schlüsselergebnisse sind für jeden in der Firma transparent, vom Geschäftsführer bis zum Praktikanten.

Wird das Ziel übertroffen, war es wahrscheinlich nicht hoch genug 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Overwatch GOTY XBO für 15€ und Blu-ray-Angebote)
  2. 99,90€ + Versand (Vergleichspreis 129,85€ + Versand)
  3. (u. a. Hell Let Loose für 15,99€, Hitman 2 für 15,49€ und PSN Card 25 Euro [DE] für 21,99€)
  4. (u. a. SanDisk SSD Plus 1 TB für 88€ + Versand oder kostenlose Marktabholung)

asaph 22. Aug 2019 / Themenstart

Vollkommen unrealistisch, vor allem bei Mittelständlern. Da wird oft noch nicht einmal...

MickeyKay 20. Aug 2019 / Themenstart

Hier liegt ja schon der Fehler. OKRs werden natürlich von den jeweiligen Mitarbeitern...

MickeyKay 20. Aug 2019 / Themenstart

Falsch, falsch und nochmals falsch. Beschäftige dich bitte mit dem Thema, bevor du hier...

MickeyKay 20. Aug 2019 / Themenstart

...und da wo ich arbeite funktioniert das alles wunderbar - so wie es soll. Und wir...

cpt.dirk 19. Aug 2019 / Themenstart

So ist es. Egal, wie viel man leistet, und unter welchen Bedingungen, man wird nie...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Snapdragon 850 - ARM64 vs Win32

Wir vergleichen native ARM64-Anwendungen mit ihren emulierten x86-Win32-Pendants unter Windows 10 on ARM.

Snapdragon 850 - ARM64 vs Win32 Video aufrufen
IT-Arbeit: Was fürs Auge
IT-Arbeit
Was fürs Auge

Notebook, Display und Smartphone sind für alle, die in der IT arbeiten, wichtige Werkzeuge. Damit man etwas mit ihnen anfangen kann, ist ein anderes Werkzeug mindestens genauso wichtig: die Augen. Wir geben Tipps, wie man auch als Freiberufler augenschonend arbeiten kann.
Von Björn König

  1. Sysadmin "Man kommt erst ins Spiel, wenn es brennt"
  2. Verdeckte Leiharbeit Wenn die Firma IT-Spezialisten als Fremdpersonal einsetzt
  3. IT-Standorte Wie kann Leipzig Hypezig bleiben?

Harmony OS: Die große Luftnummer von Huawei
Harmony OS
Die große Luftnummer von Huawei

Mit viel Medienaufmerksamkeit und großen Versprechungen hat Huawei sein eigenes Betriebssystem Harmony OS vorgestellt. Bei einer näheren Betrachtung bleibt von dem großen Wurf allerdings kaum etwas übrig.
Ein IMHO von Sebastian Grüner


    Hyundai Kona Elektro: Der Ausdauerläufer
    Hyundai Kona Elektro
    Der Ausdauerläufer

    Der Hyundai Kona Elektro begeistert mit Energieeffizienz, Genauigkeit bei der Reichweitenberechnung und umfangreicher technischer Ausstattung. Nur in Sachen Emotionalität und Temperament könnte er etwas nachlegen.
    Ein Praxistest von Dirk Kunde

    1. Carver Elektro-Kabinenroller als Dreirad mit Neigetechnik
    2. Elektroauto Neuer Chevrolet Bolt fährt 34 km weiter
    3. Elektroauto Porsches Elektroauto Taycan im 24-Stunden-Dauertest

      •  /