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Okja: Buhrufe bei Netflix-Premiere in Cannes

Bei der Premiere auf dem Filmfestival Cannes ist die Netflix-Produktion Okja ausgebuht worden - auch von Pressevertretern. Der Film startete außerdem zunächst in einem falschen Seitenverhältnis. Die Filmcrew lobt Netflix für seine Produktionsweise.

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Die Crew von Okja in Cannes: Bong Joon-Ho, Tilda Swinton, Ahn Seo-Hyun und Jake Gyllenhaal (v.l.nr.r)
Die Crew von Okja in Cannes: Bong Joon-Ho, Tilda Swinton, Ahn Seo-Hyun und Jake Gyllenhaal (v.l.nr.r) (Bild: Pascal Le Segretain/Getty Images)

Bereits im Vorfeld der Filmfestspiele in Cannes, die derzeit stattfinden, gab es heftige Diskussionen um die Wettbewerbsteilnahme von zwei Netflix-Produktionen. Dies führte gar zu einer Regeländerung, die Anbieter wie Netflix wohl effektiv von dem Wettbewerb ausschließt. Einen vorläufigen Tiefpunkt erreichte die Kontroverse bei der Premiere des Films Okja am Freitagvormittag, dem 19. Mai, als der Film - offenbar auch von Pressevertretern - ausgebuht wurde.

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Die Buhrufe richteten sich wohl explizit gegen das im Vorspann gezeigte Logo von Netflix, wie unter anderem die Filmkritiker David Ehrlich und Tatiana Siegel auf Twitter berichten. Darüber hinaus sind die ersten Minuten von Okja wohl in einem falschen Seitenverhältnis vorgeführt worden, ohne dass dies dem dafür zuständigen technischen Personal aufgefallen sei.

Dieser Fehler sei außerdem erst durch einen Neustart des Films behoben worden, nachdem die Anwesenden durch permanentes lautes Klatschen auf den Missstand aufmerksam gemacht hätten. Verantwortlich für diesen "technischen Vorfall" sei laut Festivalleitung der "technische Dienst" der Filmfestspiele, der hierfür um Entschuldigung bitte. Auch bei dem zweiten Start des Films sei das Netflix-Logo wieder mit Buhrufen bedacht worden, schreibt die Kritikerin Siegel.

Netflix im Konflikt mit der etablierten Filmindustrie

Okja sorgte nicht etwa wegen seines Inhalts für die Kontroversen bei dem Festival. Diskutiert worden ist vielmehr das Geschäftsmodell von Netflix, denn die Festivalleitung wollte das Unternehmen zwingen, den Film in französischen Kinos zu zeigen, um am Wettbewerb teilnehmen zu dürfen. Dies gilt zwar in diesem Jahr noch nicht, soll allerdings auf dem Festival im kommenden Jahr umgesetzt werden.

Wegen besonders restriktiver Kulturgesetze in Frankreich, die die klassische Verwertungskette der Filmindustrie repräsentieren, wird Netflix mit der Entscheidung des Festivals in Cannes aber vor eine quasi unlösbare Aufgabe gestellt. Denn der Videostreamingdienst dürfte seine eigenen Produktionen erst drei Jahre nach der Kinoveröffentlichung in Frankreich zeigen. Das steht im klaren Widerspruch zu einer weltweit gleichzeitigen Verfügbarkeit, die Netflix für seine Kunden anstrebt.

Auf einer Pressekonferenz nach der Premiere sind der Regisseur von Okja, Bong Joon-ho, und die Darsteller zu den Vorfällen und ihrem Verhältnis zu Netflix befragt worden. Der Regisseur bedankte sich daraufhin explizit bei Netflix, die während der Produktion nie interveniert hätten, berichtet das Magazin Indiewire.

Auch Hauptdarstellerin Tilda Swinton, die bereits in dem Film Snowpiercer von Bong mitspielte, sagte wohl mit Blick auf den kommenden Kinozwang für das Filmfestival: "In Cannes werden Tausende von Filmen gezeigt, die Menschen nie in den Kinos sehen." Außerdem sei auch sie "dankbar" dafür, dass Netflix Bong Joon-ho die Gelegenheit gegeben habe, seine Vision umzusetzen.

Nach der Premiere bei den Filmfestspielen soll Okja ab dem 28. Juni weltweit für Netflix-Kunden bereitstehen und in einigen Kinos unter anderem in den USA und Korea gezeigt werden. Netflix wird noch einen weiteren Film in Cannes zeigen. The Meyerowitz Stories von Noah Baumbach hat Premiere am Sonntag, dem 21. Mai. Ein Starttermin für diesen Film auf Netflix oder in Kinos gibt es noch nicht.



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phre4k 07. Jul 2017

Man hätte wenigstens mal das Thema des Films in einem Halbsatz bedenken können. Um was...

ptepic 24. Mai 2017

Für "Raubkopien" braucht man vor allem erst mal Waffen und/oder eine gewaltbereite...

Dwalinn 22. Mai 2017

Ein günstiger spaß sind Kinos sicherlich nicht aber man muss nun nicht gerade Haus und...

IchbinGroot 22. Mai 2017

"Guardians of the Galaxy II" ist doch aber eine Komödie. ;-) scor

_2xs 22. Mai 2017

Das hat uns doch früher auch gereicht, als die Filme erst 3 Jahre später kamen. Nur weil...


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