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(Bild: Telekom)

Ohne Spleißen: Telekom hängt Glasfaser mit Multiport Box an die Masten

Eine Entwicklung von Corning macht das oberirdische Verlegen von Glasfaser einfacher. Immer öfter fragen Gemeinden die Telekom, ob nicht ihre Masten genutzt werden können.

Die Deutsche Telekom hängt die Glasfaser in ländlichen Gemeinden immer öfter an Masten und nutzt dabei eine Multiport-Box vom Hersteller Corning, die das Spleißen überflüssig macht. Mario Zerson, der bei der Telekom für die internationale Standardisierung verantwortlich ist, sagte in einem Video des Unternehmens: "An uns sind viele Kommunen herangetreten, die oberirdische Linien haben, ob wir den Glasfaserausbau auch bei ihnen durchführen können."

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Video: Netzausbau oberirdisch - Herstellervideo [4:54]

Mit der Entwicklung des US-Konzerns Corning kann das Glasfaserkabel oben am Mast angeschlossen werden, ohne die gesamte Muffe herunterzuholen.

Die Glasfaserleitungen werden über die Holzmasten geführt, von denen die Telekom bundesweit rund drei Millionen Stück mit einer Leitungslänge von über 100.000 Kilometern im Einsatz hat. Das funktioniert schnell und günstig. Für die Telekom ist das oberirdische Verlegen nicht neu, die Multiport-Box kommt seit 2018 zum Einsatz.

Und wenn irgendwann der benachbarte Hof auch ans Glasfasernetz will? "Dann", erklärt Zerson, "fährt man nur noch mit einer Leiter raus und steckt den Kunden an. So ist man relativ schnell mit der Verdichtung fertig." Aber auch in anderen Regionen, in denen Tiefbauarbeiten schwierig oder zu teuer seien, zum Beispiel im Gebirge, könne diese Lösung zum Einsatz kommen.

"So ein Mast ist fünf bis sieben Meter hoch", erklärte Zerson, "da kommt man nicht ohne Weiteres ran. Und die eingesetzte Steckverbindung könnte man sogar unter Wasser tauchen, und auch dann wäre das noch sicher." Blitzeinschläge spielen bei dem nicht-metallischen Medium praktisch keine Rolle mehr. Oberirdische Linien reduzieren die Kosten beim Netzausbau deutlich. In ländlichen und unterversorgten Regionen betrügen die Tiefbaukosten bis zu 80 Prozent des gesamten Breitbandausbaus, erklärte der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) im September 2015. Dafür ist die Verlegeweise anfälliger für Sturmschäden.