Abo
  • IT-Karriere:

Ohne Lüfter: Noctuas passiver CPU-Kühler schafft Intels 9900K

Noctua arbeitet an seinem ersten passiven CPU-Kühler, der unter erschwerten Bedingungen über 100 Watt abführen kann. Obendrein entwickeln die Österreicher einen Nachfolger des beliebten Doppelturms NH-D15.

Artikel von veröffentlicht am
Noctuas noch namenloser passiver CPU-Kühler
Noctuas noch namenloser passiver CPU-Kühler (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Noctua hat wie jedes Jahr auch auf der Komponentenmesse Computex 2019 neue Prototypen von CPU-Kühlern gezeigt und einen Einblick in die Entwicklung gegeben: Erstmals präsentierte der österreichische Hersteller ein passives Modell für den Sockel AM4 von AMD und die Sockel LGA 115x von Intel. Der riesige Kühler weckt Erinnerungen an den Orochi von Scythe von 2008, von dem es sogar intern eine Vollkupfer-Variante gab. Außerdem arbeitet Noctua an D-Type-Kühlern als Nachfolger für den NH-D15, diese sollen mit den Sockeln LGA 2066 und TR4 kompatibel sein.

Stellenmarkt
  1. Karl Simon GmbH & Co. KG, Aichhalden
  2. Zech Management GmbH, Bremen

Der noch namenlose Passiv-Kühler besteht aus sechs kupfernen Heatpipes und einer ebenfalls kupfernen Coldplate, wie üblich für die Optik vernickelt. Die Bodenplatte will Noctua noch etwas flacher gestalten, die sehr dicken Aluminium-Lamellen hingegen bleiben so dick wie sie sind. Wären sie so dünn wie bei einem regulären Kühler, wäre laut Noctua die Gesamtmasse des Kühlers zu gering, um die Hitze einer schnellen CPU überhaupt aufnehmen zu können. Der Abstand der Fins ist sehr weit, so wird die Konvektion unterstützt.

Eine Herausforderung ist die Herstellung: Das Stanzen, Falzen und Verzahnen der Lamellen an sich macht keine Probleme - es gilt aber, einen Partner zu finden, der all das in einem Schritt umsetzen kann. Noctua plant, den Kühler für grob 70 Euro anzubieten, auf jeden Fall aber unter 100 Euro. Also muss die Fertigung wirtschaftlich sein, um den angepeilten Preis zu halten.

  • Noctua auf der Computex 2019 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Noctua auf der Computex 2019 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Noctua auf der Computex 2019 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Noctua auf der Computex 2019 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Noctua auf der Computex 2019 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Noctua auf der Computex 2019 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Noctua auf der Computex 2019 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Noctua auf der Computex 2019 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Noctua auf der Computex 2019 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Vor Ort in Taipei hatte Noctua den Kühler auf eine Platine mit Sockel LGA 1151 v2 montiert, als CPU kam ein achtkerniger Core i9-9900K (Test) zum Einsatz. Das verwendete Jonsbo-UM4-Gehäuse mit gläsernem Sichtfenster ist nicht ideal, hier wäre beispielsweise Mesh sinnvoller. Zudem hätten die sich unter dem Case befindlichen Leuchtmittel einen messbaren Einfluss auf das Temperaturverhalten, sagte Noctua. Im gezeigten Szenerio mit einem Power-Limit von 120 Watt und Prime95 blieb der Chip dennoch unter 100 Grad Celsius. Bei temporärer Last auf nicht allen Kernen und bei besseren Bedingungen seien aber auch 180 Watt gangbar. Noctua arbeitet an einer Kompatibilitätsliste, der Kühler ist für 2020 geplant.

Gleich vier Varianten gibt es vom neuen D-Type, einen 15-cm-Doppelturmkühler: Eine für den Sockel AM4, eine für die LGA 115x, eine für die LGA 2011/2066 und eine für Sockel TR4. Das ist notwendig, weil sich Coldplate und Montage für die einzelnen Fassungen unterscheiden. Statt sechs sind es nun sieben Heatpipes und die Oberfläche der beiden Radiatoren soll rund zehn Prozent höher ausfallen. Durch einen asymmetrischen Aufbau will Noctua den typischen Kompatibilitätsproblemen bei PCIe-Slot und RAM-Bänken ausweichen, das Prinzip ist von NH-D15 bekannt.

Noctua verwendet weiterhin einen oder zwei der bisherigen NF-A15-Lüftern, als Wärmeleitpaste wird die aktuelle NT-H2 mitgeliefert. Der neue D-Type soll im Falle eines AMD Threadrippers über 400 Watt abführen können, für die Demo beschränkte sich der Hersteller allerdings auf 280 Watt: Dort betrug die Differenz zwischen D-Type-Prototyp und NH-D15 vor Ort rund 1,8 Kelvin. Als Termin nennt Noctua das erste Quartal 2020.

Zu den weiteren Prototypen seitens Noctua auf der Computex (PDF) gehören ein 140-mm-Lüfter mit Sterrox-Flüssigkristallpolymer wie beim NF-A12x25 (Test), Low-Profile-140/80/70/60/50-mm-Modelle, diverse bisherige Propeller in schwarz statt in den typischen Noctua-Farben, ein überarbeiteter USB-Tischventilator samt speziellem Lufttunnel, schwarze Chromax-Varianten von unter anderem dem NH-U12S plus ein günstigeres Redux-Pendant und ein Lüfter-Controller für acht PWM-Propeller.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 16,95€
  2. 41,95€
  3. (u. a. Xbox Live Gold 12 Monate 45,99€)
  4. ab 59,98€ (mit Vorbesteller-Preisgarantie)

derdiedas 31. Mai 2019 / Themenstart

1. Passiv kühlen = Lüfterlos 2. Wasserkühlung mag ich nicht und mein EPYC 7551 wie auch...

ichbinsmalwieder 31. Mai 2019 / Themenstart

Mit 9900K wäre es aber eine prima Energiequelle!

lieblingsbesuch 31. Mai 2019 / Themenstart

Jep, ich hab den DH-15s im Passivbetrieb per PWM. Bei allem außer Spielen funktioniert...

ms (Golem.de) 30. Mai 2019 / Themenstart

Ja, das hätte noch dazu gehört, ich füge es hinzu - du hast Recht. EDIT: Ist drin samt...

ms (Golem.de) 30. Mai 2019 / Themenstart

Alle paar Monate neue Montage ^^ aber ja, der Orochi wurde mit Lüfter ausgeliefert als...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Oneplus 7 Pro - Hands On

Das Oneplus 7 Pro ist das neue Oberklasse-Smartphone des chinesischen Startups. Es verfügt über drei Kameras auf der Rückseite und eine ausfahrbare Frontkamera. Das Smartphone erscheint im Mai zu Preisen ab 710 Euro.

Oneplus 7 Pro - Hands On Video aufrufen
Bandlaufwerke als Backupmedium: Wie ein bisschen Tetris spielen
Bandlaufwerke als Backupmedium
"Wie ein bisschen Tetris spielen"

Hinter all den modernen Computern rasseln im Keller heutzutage noch immer Bandlaufwerke vor sich hin - eine der ältesten digitalen Speichertechniken. Golem.de wollte wissen, wie das im modernen Rechenzentrum aussieht und hat das GFZ Potsdam besucht, das Tape für Backups nutzt.
Von Oliver Nickel


    Vernetztes Fahren: Wer hat uns verraten? Autodaten
    Vernetztes Fahren
    Wer hat uns verraten? Autodaten

    An den Daten vernetzter Autos sind viele Branchen und Firmen interessiert. Die Vorschläge zu Speicherung und Zugriff auf die Daten sind jedoch noch nebulös. Und könnten den Fahrzeughaltern große Probleme bereiten.
    Eine Analyse von Friedhelm Greis

    1. Neues Geschäftsfeld Huawei soll an autonomen Autos arbeiten
    2. Taxifahrzeug Volvo baut für Uber Basis eines autonomen Autos
    3. Autonomes Fahren Halter sollen bei Hackerangriffen auf Autos haften

    Elektromobilität: Wohin mit den vielen Akkus?
    Elektromobilität
    Wohin mit den vielen Akkus?

    Akkus sind die wichtigste Komponente von Elektroautos. Doch auch, wenn sie für die Autos nicht mehr geeignet sind, sind sie kein Fall für den Schredder. Hersteller wie Audi testen Möglichkeiten, sie weiterzuverwenden.
    Ein Bericht von Dirk Kunde

    1. Proterra Elektrobushersteller vermietet Akkus zur Absatzförderung
    2. Batterieherstellung Kampf um die Zelle
    3. US CPSC HP muss in den USA nochmals fast 80.000 Akkus zurückrufen

      •  /