Ohne Google, Android oder Amazon: Der Open-Source-Großangriff

Smarte Geräte sollen auch ohne die Cloud von Google oder Amazon funktionieren. Huawei hat mit Oniro dafür ein ausgefeiltes Open-Source-Projekt gestartet.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Das Oniro-Projekt soll einen Alternative für smarte Geräte ohne Cloud von Google oder Amazon werden.
Das Oniro-Projekt soll einen Alternative für smarte Geräte ohne Cloud von Google oder Amazon werden. (Bild: Oniro)

Das US-Embargo gegen Huawei hat den Konzern vor rund zwei Jahren massiv unter Druck gesetzt. Die schnelle Reaktion mit dem eigenen Betriebssystem Harmony OS haben wir mehrfach als große Luftnummer beschrieben. Mit dem Oniro-Projekt, das Davide Ricci von Huaweis Open Source Technology Center auf der SFScon in Bozen vorgestellt hat, versucht der Konzern zumindest aus Open-Source-Perspektive alles richtig zu machen - offenbar mit vielen Freiheiten für Ricci und dessen Team, die langjährige Open-Source-Erfahrung mitbringen. Huawei selbst tritt dafür bewusst in den Hintergrund.

Inhalt:
  1. Ohne Google, Android oder Amazon: Der Open-Source-Großangriff
  2. Oniro-Open-Source für die Industrie
  3. Verteiltes System Oniro
  4. Oniro-Open-Source von Grund auf richtig

Das Grundproblem für Huawei an dem Embargo war und ist, dass der Konzern damit von bestimmten Cloud-Diensten ausgeschlossen ist, die letztlich viele Nutzer mit ihren Apps verwenden. Wie Ricci in seinem Vortrag sagte, gilt das aber inzwischen für zahlreiche smarte Geräte vor allem im IoT-Bereich. Diese seien "amazonifiziert".

Amazonifizierung vieler Geräte

Die Amazonifizierung bezahlten Nutzer mit dem Transfer ihrer Daten in eine Cloud, sagte Ricci weiter. Mit mehreren Cloud-Anbietern und unterschiedlichen Cloud-Integrationen ergebe sich außerdem eine Fragmentierung. Nutzer müssten mehrere Logins und Apps für ihre Geräte verwalten, die womöglich nicht einmal miteinander kommunizieren können.

Hardware-Hersteller haben außerdem das Problem, dass sie sich meist an einen einzigen Software-Dienste-Anbieter binden. Huawei hat durch das Embargo und den Wegfall der Nutzungsrechte für die Google-Dienste die schmerzliche Erfahrung machen müssen, was das konkret bedeuten kann.

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Aber auch kleinere Hersteller sind gefordert, eigene Lösungen umzusetzen, falls sie sich nicht an einen der großen Cloud-Anbieter binden wollen. So wird auch der Schläuche- und Spritzenhersteller Gardena zum IT-Anbieter und Industriegrößen wie Bosch bauen ihre eigene, dann aber wieder in sich geschlossene Cloud.

Open Source als Langfristlösung

Mit all diesen Problemen soll Oniro durch einen fundamentalen Open-Source-Ansatz aufräumen, der Hersteller durch eine geschickte Vorarbeit zur Kooperation bewegen könnte. Nutzer könnten Oniro-Geräte unterschiedlicher Hersteller kaufen, die sich lokal miteinander verbinden und auch ohne Cloud miteinander kommunizieren können - ein einheitliches, aber offenes Ökosystem.

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Diesen durchaus ambitionierten Plan kommentiert Ricci in seinem Vortrag selbst etwas sarkastisch mit der Frage: "Haben Sie schonmal Einhörner fliegen sehen?" Im Gespräch mit Golem.de sagte Ricci dann deutlich sachlicher, dass das Projekt "auf lange Sicht" angelegt sei.

Ricci vergleicht den Plan für Oniro mit dem Yocto-Projekt, an dem er von Beginn an beteiligt war. Nach etwas mehr als zehn Jahren hat das Yocto-Projekt rund 20 Unternehmen als Mitglieder gewinnen können. Sie gehören mehrheitlich zu den IT-Größen der Welt. Der Rest der Open-Source-Community ist dennoch weiter involviert, nutzt Yocto und profitiert von dessen Open-Source-Umsetzung.

So oder so ähnlich stellt sich das Ricci (und wohl auch Huawei) offenbar für Oniro vor. Damit das aber tatsächlich erreicht werden kann, hat Ricci mit weiteren Beteiligten eine nahezu kompromisslose Open-Source-Strategie für Oniro erstellt, von der nicht nur Huawei, sondern die gesamte Industrie und Nutzer profitieren sollen.

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Oniro-Open-Source für die Industrie 
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Vollstrecker 26. Nov 2021 / Themenstart

Wir sprechen hier von Hausautomatisierung (IoT) und teilweise auch von Filehosting und...

OutOfCoffee 23. Nov 2021 / Themenstart

Deutschland? Hintertür? Ja, die ist auf der Rückseite des Hauses. Seltsame Frage.

Fenix.de 23. Nov 2021 / Themenstart

Wenn wir von Dritte Welt Ländern sprechen wie Somalia oder Myanmar, die keinerlei...

Cryptokrat 22. Nov 2021 / Themenstart

Sehr viele Firmen meiden Linux/Android, weil sie Angst haben, sich an einen Anbieter zu...

flauschigerPanda 22. Nov 2021 / Themenstart

Naja.. macht schon Sinn, wenn man es unbedingt will. Aber dass tuya OTAs abgesichert hat...

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