OHB: Bundesregierung kauft wohl 3 neue Satelliten für das Militär

Die Bundesregierung will von OHB drei Satelliten im Wert von 2,1 Milliarden Euro für die Bundeswehr erwerben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf mit Kauf vertraute Kreise. Die Abgeordneten der Regierungskoalition werden dem Kauf voraussichtlich am 12. Juni 2024 in einer nicht öffentlichen Sitzung des Haushaltsausschusses des Bundestags zustimmen, sagten die Personen.
Das in Bremen ansässige Unternehmen OHB hat rund 3.000 Beschäftigte und ist auf Satellitensysteme für Erdbeobachtung, Navigation, Telekommunikation, Wissenschaft und Aufklärung/Spionage spezialisiert. Der deutsche Auftrag umfasst zwei Kommunikations- und einen Frequenzsicherungssatelliten, teilten die Kreise mit.
Höchstauflösende Radartechnologie
Im Sommer 2022 hatte die Bundeswehr ihren ersten neuen Spionagesatelliten der SARah-Baureihe ins All geschossen. Zuständig für die Entwicklung der SARah-Satelliten war ebenfalls OHB, das hierzu im Jahr 2013(öffnet im neuen Fenster) vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr beauftragt wurde. Die Fertigung des SARah-1 erfolgte im Unterauftrag durch Airbus in Friedrichshafen.
SARah-1 beruht auf höchstauflösender Radartechnologie, die unabhängig von der Tageszeit und der Wetterlage Bilder liefert. Die groß geschriebene Abkürzung steht für Synthetic Aperture Radar (Radar mit synthetischer Apertur). Damit wird die Erdoberfläche mit elektromagnetischen Wellen abgetastet und zweidimensional dargestellt. Diese Bilder sind für das menschliche Auge schwer zu interpretieren und werden deshalb mithilfe von Computern dargestellt.
Auch der Bundesnachrichtendienst (BND) kann die Bilder von SARah nutzen. Mit Georg (Geheimes Elektro-Optisches Reconnaissance System Germany) betreibt der Auslandsgeheimdienst aber ein eigenes Satellitensystem(öffnet im neuen Fenster) , das auf der elektrooptischen Aufklärung basiert.