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Oh Schreck: Halloween-Horror zum Spielen

Grusel und Gänsehaut: Pünktlich zu Halloween liefern Horrorgames von düster bis charmant den perfekten Anlass, die Nerven zu testen.
/ Rainer Sigl
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Artwork von Cronos - The New Dawn (Bild: Bloober Team)
Artwork von Cronos - The New Dawn Bild: Bloober Team

Horror ist längst Mainstream bei Computerspielen, das beweisen Millionenerfolge wie der von Silent Hill F oder die anhaltende Beliebtheit von Multiplayer-Spielen wie Dead by Daylight oder Phasmophobia.

Allein auf der Downloadplattform Steam gibt es 18.000 Titel in der Horrorkategorie, in den Wochen vor Halloween sind auch dieses Jahr hunderte neue dazugekommen. Wir haben für Golem eine Auswahl der gruseligsten neuen Titel zusammengestellt.

Cronos – The New Dawn: Horror in postsowjetischer Kulisse

Die polnischen Horrorspezialisten Bloober Team haben erst im vergangenen Jahr mit dem Remake von Silent Hill 2 ihr Talent bewiesen. Mit Cronos – The New Dawn(öffnet im neuen Fenster) bleiben sie dem Survival-Horror treu, aber mit einem Science-Fiction-Twist.

Als geheimnisvolle gepanzerte Agentin eines mysteriösen Kollektivs sind wir in postapokalyptischen Ruinen voller ekelerregender mutierter Monster unterwegs und reisen in die Vergangenheit. Das erinnert ein bisschen an Dead Space, nur in postsowjetischer Kulisse.

Cronos – The New Dawn ist atmosphärisch dicht. Knappe Ressourcen und tödliche Gegner garantieren Spannung und manchen Schreckmoment. Die hintergründige Handlung und surreale Ästhetik versöhnen damit, dass es spielerisch hier nur solide zugeht.

Erhältlich für Windows-PC, Playstation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch 2; rund 60 Euro.

Little Nightmares 3: Koop-Horror

Der dritte Teil der erfolgreichen Reihe kommt nicht mehr von den schwedischen Tarsier Studios, ansonsten hat sich wenig geändert. Auch in Little Nightmares 3(öffnet im neuen Fenster) sind wir in den Albträumen wehrloser Kindergestalten unterwegs, lösen Umgebungsrätsel und verstecken uns vor furchterregenden Horrorgestalten.

Diesmal allerdings nicht allein: Per Onlinekoop dürfen wir zu zweit ins Gruselabenteuer starten. Alternativ übernimmt der Computer die zweite Spielfigur.

Abgesehen von dieser Innovation ist der dritte Teil großteils ein Déjà-vu bereits in den Vorgängern gesehener Schrecken, der kaum überrascht. Dank gewohnt gelungener Atmosphäre und Ästhetik stört das aber nicht besonders. Schade ist nur, dass der Knuddelgrusel nicht per Splitscreen, sondern nur online gemeinsam spielbar ist.

Erhältlich für Windows-PC, Playstation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch; rund 40 Euro.

Bad Cheese: Horror mit Maus

Weil das Copyright für die allerersten Micky-Maus-Filme vor kurzem abgelaufen ist, darf sich Bad Cheese(öffnet im neuen Fenster) an Disney-Ästhetik und -Figuren bedienen, ohne vor den Anwälten zu zittern.

Der Animationsklassiker Steamboat Willy (der erste Tonfilmauftritt der berühmten Cartoon-Maus aus dem Jahr 1928) läuft sogar auf den TV-Bildschirmen im Spiel.

Ein Kinderspiel ist das schwarzweiß gehaltene First-Person-Game dennoch nicht. Als übergewichtige Cartoon-Maus ist man im Elternhaus mit dem seltsamen Vater allein und muss diverse Aufgaben erledigen. Bad Cheese ist ein schrilles und überraschend gruseliges Indiegame in originellem Style.

Erhältlich für Windows-PC, Playstation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch; rund 13 Euro.

Beneath, Tormented Souls 2 und Bye Sweet Carole

Beneath: Unter der Wasseroberfläche

Als Taucher geraten wir in einer unterseeischen Forschungsstation zwischen die Fronten, in der sich Soldaten und unheimliche Monster bekriegen. Noch dazu sollen wir in Beneath(öffnet im neuen Fenster) für unsere infizierte Tochter ein Medikament besorgen.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussehen mag: Ein bisschen Science-Fiction, ein bisschen Zombie-Apokalypse und ganz viel Lovecraft machen den Survival-Horror-Shooter, der von zwei Brüdern entwickelt wurde, zum interessanten Mix.

Der First-Person-Horror im klaustrophobischen Unterwasser-Setting nimmt sich trotz Szenario nicht Bioshock, sondern die Klassiker Fear und Half-Life als Vorbild.

An die Ausnahmequalitäten dieser Kultspiele kommt das Indieprojekt zwar nicht heran, trotzdem hat man mit diesem sympathisch altmodischen Einzelspielerabenteuer voll hübscher Lichteffekte zehn Stunden viel Spaß.

Erhältlich für Windows-PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S; rund 20 Euro.

Tormented Souls 2: Schöne Grüße von Resident Evil

Man muss den Survival-Horror nicht immer wieder neu erfinden. Im Gegenteil: Das Gameplay der ersten Resident-Evil-Teile, mit fixen Kameraperspektiven und dem eher bedächtigen Spieltempo, bietet wunderbar klassische Gruselatmosphäre.

Auch in Tormented Souls 2(öffnet im neuen Fenster) : Als junge Frau landen wir hier mit unserer kleinen Schwester in einem gruseligen Nonnenkloster, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Mit improvisierten Waffen wie einer Nagelpistole treten wir gegen Zombies an, hauptsächlich gibt es aber jede Menge Rätsel zu lösen.

Der erste Teil des von Dual Effect in Chile entwickelten Indiehorrorspiels war ein Überraschungserfolg. Teil 2 ist hübscher, ansonsten aber wieder wunderbar Old School.

Das heißt auch: Manchmal desorientieren uns dramatische Kameraperspektiven, das Inventarmanagement ist traditionell umständlich, und im klassischen Schwierigkeitsgrad darf man nur in Safe Rooms manuell speichern. Der Horror!

Erhältlich für Windows-PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S; rund 40 Euro.

Bye Sweet Carole: Abenteuer im Waisenhaus

Und noch ein Spiel, das sich historische Zeichentrickkunst als Stilvorlage ausgesucht hat: Bye Sweet Carole(öffnet im neuen Fenster) sieht aus wie die klassischen Disney-Animationsfilme der 40er- und 50er-Jahre.

Der italienische Spieleentwickler Chris Darril gestaltete zuvor die düstere Indiehorrorserie Remothered. Statt hartem Psychohorror gibt es nun aber nostalgisches Gruseln, das sogar einigermaßen familientauglich ist.

Das junge Mädchen Lana macht sich auf, im Bunny-Hill-Waisenhaus nach der titelgebenden Carole zu suchen. Das unheimliche Gemäuer birgt allerdings naturgemäß dunkle Geheimnisse.

Bye Sweet Carole überzeugt hauptsächlich durch seine Animationsästhetik und seine spannende Geschichte. Spielerisch ist es ein recht klassisches Point-and-Click-Adventure mit kleineren Geschicklichkeits- und Schleichpassagen, das an den PS2-Gruselklassiker Clock Tower erinnert.

Erhältlich für Windows-PC, Playstation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch; rund 25 Euro.


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