Offshore-Windparks: Wie die Nordsee Europas Stromversorgung sichern kann
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Zuletzt gab es weniger positive Meldungen zu den deutschen Offshore-Windparks. Die Mineralölkonzerne BP und Total, die zehn Milliarden Euro in den Windkraftausbau in der Nordsee investieren wollten, planen laut Recherchen von NDR und Süddeutscher Zeitung(öffnet im neuen Fenster) einen Rückzug.
Das würde nicht nur eine empfindliche Verzögerung beim Ausbau der Windkraft bedeuten. Das gesamte Offshore-Gebiet ist ein essenzieller Bestandteil der Energiewende, denn die bis 2045 geplanten 70 Gigawatt (GW) Leistung(öffnet im neuen Fenster) aus Windkraftanlagen müssten bis zu 20 Prozent des gesamten deutschen Energieverbrauchs abdecken.
Damit wäre der Plan längst nicht zu Ende gedacht. Bis zu 500 GW Windleistung hätten in der Nordsee Platz, einem Meer, das selbst in der Mitte Wassertiefen von weniger als 20 m aufweist, in dem fast immer Wind weht, aber selten zu viel.
Offshore-Windparks in dieser Region könnten doppelt so viel Wind produzieren wie Anlagen an Land. Zudem steigt die Ausbeute in den Wintermonaten an, wenn in Deutschland und Europa der Wärme- und damit automatisch auch der Energiebedarf steigt.
Herausforderungen auf See sind hoch
Dafür muss der produzierte Strom jedoch dorthin gelangen, wo er verbraucht wird. Das ist eine, aber sicherlich nicht die einzige Herausforderung. Über mögliche Lösungen und den Weg dorthin hat Golem mit Robert Seehawer gesprochen, dem Geschäftsführer des Fördervereins Aquaventus.
Der Verband aus etwa hundert Unternehmen und Instituten, darunter Bosch, RWE, Total oder das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum sowie das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung(öffnet im neuen Fenster), setzt sich für eine parallele Nutzung der Energie der Nordsee für die Wasserstoffproduktion ein.
Dieser Wasserstoff soll im besten Fall schon auf dem Meer erzeugt und direkt per Pipeline an ein europäisches Wasserstoffnetz angeschlossen werden. Dessen Aufbau wird ebenfalls gerade vorbereitet. Laut Robert Seehawer läuft es auf eine simple Kostenfrage hinaus, denn eine Pipeline, die 20 Gigawatt transportieren kann, kostet demnach nur ein Drittel im Vergleich zu einer entsprechend leistungsfähigen Stromleitung.
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