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Offshore-Windparks: Energieerzeugung in der Nordsee soll sich verzehnfachen

Für mehr Unabhängigkeit bei der Energieproduktion und zur Stärkung der eigenen Wirtschaft sollen in der Nordsee immer mehr Windparks entstehen.
/ Mario Petzold
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Eine Offshore-Windkraftanlage wird im Hafen für die Installation vorbereitet. (Bild: AFP via Getty Images/JC Milhet)
Eine Offshore-Windkraftanlage wird im Hafen für die Installation vorbereitet. Bild: AFP via Getty Images/JC Milhet

Am 26. Januar findet der mittlerweile dritte Nordsee-Gipfel(öffnet im neuen Fenster) statt. In Hamburg treffen sich Regierungsvertreter und Energieministerinnen von Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Island, Irland, Luxemburg, den Niederlanden und Norwegen, um ihr Vorgehen bei der Stromerzeugung in der Nordsee zu koordinieren. Auch die EU-Kommission und die Nato beteiligen sich.

Vor allem sollen grenzüberschreitende Projekte besprochen und die Planungen für die Stromnetze im Meer sowie deren Schutz vorangetrieben werden. Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 eine Windkraftleistung von 300 Gigawatt (GW) in der Nordsee zu installieren. Bis 2030 sollen es bereits 120 GW sein. Das wäre in den nächsten 25 Jahren fast eine Verzehnfachung der derzeit installierten 34 GW.

Offshore-Wind am verlässlichsten

Die Nordsee gilt als eines der weltweit am besten geeigneten Gebiete für Offshore-Windparks. Die Wassertiefe ist gering, während der Wind verlässlich, aber fast nie zu stark weht.

Blickt man auf die Daten zur Stromeinspeisung ins deutsche Netz, konnten etwas mehr als 7 GW Windkraftleistung eine Energiemenge von 21 Terawattstunden beitragen. Das entspricht ungefähr dem Doppelten eines Windrades an Land. Auch die Zeiten, in denen gar kein Strom aus Offshore-Windparks gewonnen werden kann, sind deutlich kürzer als an Land.

Schnelle Steigerung nötig

Neben dem Ausbau von Stromtrassen und der Installation von Elektrolyseuren für die Wasserstoffproduktion wie aktuell in Emden muss auch die Industrie ihre Kapazitäten erhöhen. Laut einem Bericht des Handelsblatts(öffnet im neuen Fenster) reichen die Produktionskapazitäten in Europa derzeit nicht einmal aus, um die Hälfte der Ausbauziele zu erreichen.

Außerdem gibt es Probleme bei der Ausschreibung der Windparks. 2025 gab es in Deutschland keine Gebote(öffnet im neuen Fenster) für neu ausgeschriebene Flächen. Laut Handelsblatt liegt das daran, dass staatliche Garantien fehlen, um eine sichere Investition zu gewährleisten.

Neues Modell für die Finanzierung gefordert

Ändern könnten dies Differenzverträge. Der Windparkbetreiber erhält einen festen Preis für seinen Strom, den der Staat garantiert. Bei einem höheren Strompreis erhält er dafür die Überschüsse.

Dieses Modell, das unter anderem in England angewendet wird, soll vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geprüft werden, könnte aber frühestens ab 2027 angewendet werden. Ob das ausreicht, um die bereits für 2030 geplanten 30 GW aus deutschen Offshore-Windparks zu erreichen, bleibt fraglich.

Seit 2018 verfehlt Deutschland seine Ausbauziele bei der Windkraft, vor allem auf dem Meer. Bleibt zu hoffen, dass der Nordsee-Gipfel seine Wirkung nicht verfehlt.


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