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Offshore-Wasserstoff: Schwimmende Strom-Tankstelle für Kreuzfahrtschiffe entworfen

Den hohen Strombedarf großer Schiffe soll ein System aus Batterien, Brennstoffzellen, Tanks und Solarzellen decken. Es ist wabenförmig und modular.
/ Mario Petzold
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Computersimulation der Plattform aus drei sechseckigen Segmenten (Bild: IoM3)
Computersimulation der Plattform aus drei sechseckigen Segmenten Bild: IoM3

Ein Projekt des britischen Institute of Materials, Minerals & Mining(öffnet im neuen Fenster) in Zusammenarbeit mit der University of Strathclyde in Glasgow, Schottland, hat eine Plattform entwickelt, um Schiffe kontinuierlich mit Strom zu versorgen. Erreicht wird eine Leistung von 5 Megawatt, was für mittelgroße Kreuzfahrtschiffe und große Containerschiffe ausreichen würde, die im Hafen liegen.

Das schwimmende System ist so konstruiert, dass es ohne Landnutzung und ohne Anschluss ans Stromnetz weltweit fast überall installiert werden kann. Auf diese Weise wären Häfen nicht auf einen entsprechend leistungsstarken Stromanschluss angewiesen und die Schiffe wiederum müssten den Strom dann nicht über Dieselgeneratoren beziehen.

Mit der vorgestellten Größe mit drei Modulen, Solarzellen mit 146 Kilowatt Spitzenleistung, einer Batteriekapazität von 45.000 Kilowattstunden (kWh) und drei Brennstoffzellen sollen pro Tag 13.000 kWh bereitgestellt werden können, was in etwa dem Bedarf von 1.500 Haushalten entspricht.

Wasserstoffzufuhr zwingend erforderlich

Damit regelmäßig Schiffe ihren Strom von der Plattform beziehen können, müssen die Batterien durchgehend geladen werden. Erforderlich sind dafür etwa 8 Tonnen Wasserstoff, die ebenfalls schwimmend gespeichert werden.

Ein Nachtanken ist zweimal pro Woche nötig, so dass zumindest eine Wasserstoffinfrastruktur vorhanden sein muss. Weil Brennstoffzellen und Speicher direkt integriert sind, wird laut der Forschungsgruppe an Land nur ein geeignetes Leitungssystem vorausgesetzt, mit dem H2 aus Elektrolyseuren zugeführt werden kann.

Neben der praktischen Einsatzmöglichkeit in Häfen mit begrenzter Stromzufuhr soll die Plattform vor allem zeigen, dass Speicherung und Umwandlung von Wasserstoff auch auf See funktionieren. Hierfür wurden Tests der Stabilität und Zuverlässigkeit des Systems bei unterschiedlichen Bedingungen auf See durch die University of Strathclyde durchgeführt.

Dementsprechend passt die Entwicklung und geplante Optimierung des gesamten Systems gut zu anderen Vorhaben, die unter anderem darauf abzielen, direkt in Offshore-Windparks Wasserstoff zu erzeugen und per Pipeline an Land zu transportieren. Daran arbeiten neben britischen unter anderem auch niederländische und deutsche Forschungseinrichtungen.


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