Offshore-Strategie: Wikileaks-Server aufs offene Meer

Die Wikileaks-Server könnten auf der offenen See ein neues Zuhause bekommen. Und sich dort dann außerhalb der Reichweite der US-Justiz befinden.

Artikel veröffentlicht am ,
Möglicher Server-Standort? Sealand vor der Küste Großbritannien, Foto von 1999
Möglicher Server-Standort? Sealand vor der Küste Großbritannien, Foto von 1999 (Bild: Ryan Lackey/Wikimedia/CC BY 2.0)

Eine ausrangierte Ölplattform oder eine ehemalige Festung mitten im Meer könnte bald der Standort von Wikileaks-Servern sein. Der konservative US-Nachrichtensender Fox News will das von mehreren Quellen aus der Hacker-Community erfahren haben. Derzeit sollen Wikileaks-Investoren dabei sein, ein Schiff für den Servertransport zu kaufen und die ganze Aktion zu planen.

Stellenmarkt
  1. Product Owner (m/w/d) - Cloud Plattform
    STRABAG BRVZ GMBH & CO.KG, Stuttgart, Köln, Berlin, Frankfurt am Main, Wien (Österreich)
  2. IS-H/i.s.h. med-Modulbetreuer*in (m/w/d)
    Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
Detailsuche

In internationalen Gewässern wären die Wikileaks-Server nicht mehr der Legislative eines Landes unterworfen, sondern würden Seerecht unterliegen. Damit könnten sie nicht mehr einfach beschlagnahmt werden. Und auch Julian Assange wäre nach Seerecht sicher vor einer Auslieferung, erklärte eine Quelle Fox News.

Eine mögliche Offshore-Heimat für die Wikileaks-Server könnte laut Spekulation von Fox News die Mikronation Principality of Sealand sechs Meilen vor der britischen Küste sein. Dabei handelt es sich um eine ehemalige Flugabwehrplattform ("Roughs Tower") aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs, die ihr Besitzer Michael Bates im Jahr 1967 zum unabhängigen Fürstentum erklärte, sich selbst ernannte er zum Prinzen. Eine Anerkennung als Staat gibt es jedoch nicht, so dass zumindest der Weg für eine landesspezifische Top-Level-Domain versperrt ist.

Im Onlineshop von Sealand werden unter anderem Sealand-Adelstitel verkauft. Für wirkliche Einnahmequellen fehlt aber offenbar das Geld, wie Bates am 15. Januar 2012 in einer kombinierten Dankes- und Bittschrift verkündete - und als Provider tritt Sealand offiziell gar nicht erst auf, obwohl es einen Serverraum geben soll.

Nachtrag vom 1. Februar 2012, 12:19 Uhr

Golem Akademie
  1. Jira für Systemadministratoren: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    24.–25. Januar 2022, virtuell
  2. Scrum Product Owner: Vorbereitung auf den PSPO I (Scrum.org): virtueller Zwei-Tage-Workshop
    3.–4. März 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Es sprechen noch gravierendere Gründe gegen Sealand als Wikileaks-Heimat: Der rechtliche Status der künstlichen Insel ist umstritten. Großbritannien betrachtet die Plattform weiterhin als Eigentum des Verteidigungsministeriums. 1987 hat das Land seine Hoheitsgewässer von drei auf zwölf Meilen ausgedehnt - womit Sealand wieder auf Hoheitsgebiet läge. Es gibt jedoch noch weitere Offshore-Plattformen, die vor Großbritannien in Frage kämen, darunter weitere Seefestungen, die wie Sealand zu den Maunsell Forts zählen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


ed_auf_crack 02. Feb 2012

gerade letzteres. Es hätte auch eben so gut in der bild stehen können

SolD 02. Feb 2012

Empire me. Der läuft aber eher in wenigen Kinos, trotzdem sehr sehenswert!

r3verend 02. Feb 2012

Bei besonderer Schwere behält sich das Militärtribunal vor mit dem Zeigefinger zu wedeln...

Schnarchnase 01. Feb 2012

Als Sealand "gegründet" wurde, betrug die Zone für Hoheitsewässer 3nm. Zu dem Zeitpunkt...

Schiwi 01. Feb 2012

Wollte das mal hier hinterlassen http://de.wikipedia.org/wiki/Mikronation



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Web3
Egal, irgendwas mit Blockchain

Im Buzzword-Bingo gibt es einen neuen Favoriten: Web3. Basierend auf Blockchain und Kryptotokens soll es endlich die Erwartungen an diese Techniken erfüllen.
Eine Analyse von Boris Mayer

Web3: Egal, irgendwas mit Blockchain
Artikel
  1. Western Digital: WD schließt kritische Lücken auf externen Laufwerken
    Western Digital
    WD schließt kritische Lücken auf externen Laufwerken

    Das My Cloud OS 3 auf älteren externen HDDs und Laufwerken ist unsicher. Western Digital schließt zumindest vier Sicherheitslücken.

  2. Rocket 1: 3D-Druck vom Kopf auf die Füße gestellt
    Rocket 1
    3D-Druck vom Kopf auf die Füße gestellt

    Eine der interessantesten Crowdfunding-Kampagnen für 3D-Drucker seit Jahren lässt einige wichtige Fragen offen.
    Von Elias Dinter

  3. Bonanza Mine (BZM2): Intel hat ersten Kunden für eigenen Bitcoin-Chip
    Bonanza Mine (BZM2)
    Intel hat ersten Kunden für eigenen Bitcoin-Chip

    Mit dem Bonanza Mine entwickelt Intel ein eigenes Bitcoin-ASIC, was besonders effizient beim Schürfen der Kryptowährung sein soll.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED (2021) 40% günstiger (u.a. 65" 1.599€) • WD Black 1TB SSD 94,90€ • Lenovo Laptops (u.a. 17,3" RTX3080 1.599€) • Gigabyte Mainboard 299,82€ • RTX 3090 2.399€ • RTX 3060 Ti 799€ • MindStar (u.a. 32GB DDR5-6000 389€) • Alternate (u.a. Samsung LED TV 50" 549€) [Werbung]
    •  /