Officesuite: Stadtverwaltung Rom stellt auf Libreoffice um

Die Stadtverwaltung von Italiens Hauptstadt Rom hat damit angefangen, ihre Workstations auf Libreoffice umzustellen. Dazu werden teils Jahrzehnte alte Zulieferverträge verändert und bis zu 14.000 Rechner migriert.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin/
Das Kolosseum in Rom
Das Kolosseum in Rom (Bild: Jean-Pierre Dalbéra/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Die Stadtverwaltung von Rom ist zurzeit dabei, die bisherigen "proprietären Office-Suiten" von den Rechnern vieler Mitarbeiter zu entfernen, schreibt das Open Source Observatory (Osor) der EU-Kommission. Dabei beginnt die Stadt zunächst mit jenen Workstations, auf denen die Office-Suite am seltensten zum Einsatz kommt. Die erste Gruppe, die ausschließlich mit Libreoffice arbeiten wird, verwendet die Office-Lösung ohnehin nur durchschnittlich eine Stunde im Monat. Wer das proprietäre Office allerdings intensiv nutze, werde vorerst nicht zum Wechsel gezwungen.

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Die Entscheidung zum Umstieg fiel dem Osor-Bericht zufolge bereits im Oktober 2016. Die Daten zur aktuellen Office-Nutzung sammelten Verantwortliche im vergangenen Jahr zwischen Juni und Dezember. Bereits Anfang 2017 hatte die Stadt eine Inventur sämtlicher Desktopanwendungen und Serverlösungen abgeschlossen. Auf dieser Grundlage überarbeite die Stadt nun Stück für Stück die Verträge mit den Software-Anbietern und -Dienstleistern, berichtet Cecilia Colasanti, die im Zuge der Umstellung als Change Manager im Einsatz ist, dem Osor.

Solche Strukturwechsel sind für manche Ämter dabei offenbar recht ungewöhnlich: So habe etwa das Einwohnermeldeamt nach 34 Jahren zum ersten Mal einen neuen Zulieferer. Der neue Zulieferer prüft unter anderem, ob sich die proprietäre Software und ihre Komponenten durch freie Gegenstücke ersetzen lassen. Zugleich schätzt der Dienstleister ein, wie hoch der Programmieraufwand bei einem Wechsel der Software ausfallen würde. Das Einbinden der IT-Dienstleister sei der Schlüssel für Roms Migrationsstrategie. Laut Colasanti will die Stadt sämtliche Verträge bis 2020 erneuern.

Freiwillige Helfer in den Abteilungen

Neben Colasanti helfen 112 Mitarbeiter, die sich für freie und quelloffene Software interessieren, bei der Umstellung. Pro Abteilung seien das durchschnittlich zwei Personen, die ihren Kollegen nicht nur die Gründe für den Umstieg erklären. Sie helfen ihnen auch bei den ersten Schritten mit den freien Lösungen, indem sie diese unter anderem auf ein Moodle-basiertes E-Learning-Portal hinweisen. Zudem erhielten diese Mitarbeiter kürzlich ein zweitägiges Training, um ihre Kollegen mit dem dabei erworbenen Wissen zu unterstützen.

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Interessierte Mitarbeiter konnten Libreoffice ohnehin bereits ausprobieren: Seit April 2018 läuft die Office-Suite parallel zu den proprietären Versionen auf den 14.000 Workstations der Stadtverwaltung.

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